Das Tech-Start-up Rabbit steht wieder im Rampenlicht – diesmal allerdings nicht wegen des viel beachteten persönlichen R1-ChatGPT-Geräts, das im vergangenen Jahr für Schlagzeilen sorgte. Stattdessen präsentiert das Unternehmen einen neuen „generalistischen Android-Agenten“, der Apps steuern und Aufgaben auf einem Android-Tablet ausführen kann. Ingenieure zeigten, wie der KI-Agent in einem aktuellen Blogbeitrag und -video verschiedene Aufgaben bewältigen kann, indem er auf einem Laptop eingegebene Textbefehle verarbeitet und diese auf einem Android-Tablet ausführt.
In der Demonstration konnte die KI erfolgreich:
- Systemeinstellungen anpassen, indem sie App-Benachrichtigungen änderte
- ein YouTube-Video finden und abspielen
- Cocktailzutaten aus einer App zu einer Einkaufsliste in Google Keep hinzufügen
- ein KI-generiertes Gedicht verfassen und per WhatsApp verschicken
- ein Spiel herunterladen und abspielen
- einen Umsatzplan in Google Docs erstellen und mit Kontakten teilen
Die Realität: Vielversprechend, aber langsam und unausgereift
Trotz seines Potenzials ist Rabbits KI-Agent noch lange nicht perfekt. Die Demonstration zeigte, dass er langsam sein kann und sich bei der Verarbeitung von Aufgaben Zeit lässt, die ein Mensch in derselben oder sogar kürzerer Zeit erledigen könnte. So verschickte er beispielsweise ein Gedicht über WhatsApp, allerdings Zeile für Zeile – eine eigenartige Eigenheit, die darauf hindeutet, dass die KI noch viel lernen muss.
Die Demonstration, bei der ein Laptop zum Eingeben von Befehlen verwendet wird, die ein Android-Tablet steuern, verdeutlicht das Potenzial von Rabbits Vision: ein plattformübergreifendes KI-System, das stellvertretend für den Nutzer handeln kann. Zugleich wirft sie jedoch die Frage auf, warum das 199 US-Dollar teure R1-Gerät des Unternehmens – ein tragbares KI-Gadget – nicht an der Demonstration beteiligt war. Das Anfang vergangenen Jahres auf den Markt gebrachte R1 konnte seine ursprünglichen Versprechen nur schwer einlösen. Daher fragen sich viele, ob das Unternehmen seinen Schwerpunkt vom Hardware- auf den Softwarebereich verlagert.
Wie geht es mit Rabbit weiter?
Rabbits neuer Android-Agent baut auf der früheren Arbeit des Unternehmens am webbasierten KI-Tool LAM Playground auf, das im vergangenen Jahr gestartet wurde. Das Unternehmen erklärt, dies sei erst der Anfang; in den kommenden Wochen solle ein „plattformübergreifendes Multi-Agenten-System“ eingeführt werden. Die Technologie ist zwar beeindruckend, doch es lässt sich nur schwer ignorieren, dass viele der in der Demonstration gezeigten Aufgaben – etwa das Hinzufügen von Artikeln zu einer Einkaufsliste oder das Abspielen eines YouTube-Videos – die meisten Menschen selbst genauso schnell, wenn nicht sogar schneller, erledigen können.
Die öffentliche Reaktion fällt gemischt aus. Einige sind begeistert vom Potenzial eines KI-Assistenten, der mehrere Apps und Aufgaben gleichzeitig bewältigen kann, während andere angesichts seiner derzeitigen Einschränkungen skeptisch sind. Rabbits Android-KI-Agent zeigt vorerst Potenzial, braucht aber noch Feinschliff, bevor er zu einem wirklich nützlichen Werkzeug wird.


