Samsung möchte es zumindest bei einigen alltäglichen Aufgaben optional machen, das Smartphone zu kontrollieren.
Auf dem Galaxy Unpacked in London gab Samsung neue Details zu seiner Android-XR-Smartbrille bekannt, die gemeinsam mit Google entwickelt und zusammen mit Gentle Monster und Warby Parker gestaltet wurde.
Die brillenartige, displaylose Brille nutzt Kameras, Mikrofone, Lautsprecher und Gemini, um Nachrichten zusammenzufassen, Gespräche zu übersetzen, Notizen aufzunehmen und auf das zu reagieren, was der Träger sieht.
Android XR bringt Gemini in den Alltag
Samsung zufolge kann die Brille lange Nachrichten zusammenfassen, wichtige Informationen vorlesen, Live-Übersetzungen unterstützen und bei der Navigation helfen, ohne dass Nutzer ihr Smartphone hervorholen müssen.
Die integrierte Kamera kann Videos aufnehmen oder interpretieren, was der Träger sieht. Während eines Meetings könnten Nutzer die Brille beispielsweise bitten, Informationen von einem Whiteboard zu erfassen und die wichtigsten Punkte in Samsung Notes zu ordnen.
„Während agentische KI die mobilen Nutzungserlebnisse verändert, besteht der nächste Schritt darin, diese Erlebnisse intuitiver zu gestalten und besser auf den jeweiligen Kontext der Nutzer abzustimmen“, sagte Won-Joon Choi, Chief Operating Officer von Samsungs Mobile eXperience-Sparte, in der Pressemitteilung.
Die Brille läuft auf Googles Android XR-Plattform und nutzt Qualcomms Snapdragon-AR1-Gen1-Prozessor. Sie muss mit einem Smartphone verbunden werden und ist damit ein Begleitprodukt und kein eigenständiger Ersatz für ein Smartphone.
Samsung zeigte laut 9to5Google außerdem einen in den Rahmen integrierten Auslöser und einen Schalter für den Privatsphärenmodus. Mit der Brille aufgenommene Fotos erscheinen in einer eigenen App, während kopierter Text und andere visuelle Informationen an Samsung Notes übertragen werden können.
Samsung betritt einen von Meta dominierten Markt
Samsung plant, die Brille diesen Herbst über die Vertriebskanäle von Gentle Monster und Warby Parker auf den Markt zu bringen. Weitere Designs und Farben werden erwartet, sobald das Produkt erhältlich ist.
Das Unternehmen hat noch keinen Preis bekannt gegeben, doch Samsung-Manager James Choi beschrieb das Gerät als Premiumprodukt, das nicht am unteren Ende der Kategorie konkurrieren werde.
„Wir wollen sie zu einem angemessenen Preis anbieten, aber wie bereits erwähnt ... wollen wir die Qualität des Produkts selbst als Premium positionieren. Das bedeutet nicht, dass sie verrückt teuer ist“, sagte Choi laut CNBC.
Meta kontrollierte laut von CNBC zitierten IDC-Zahlen im ersten Quartal 2026 69,2 % des Smart-Glasses-Marktes . Das Portfolio umfasst ein Einstiegsmodell für 299 US-Dollar und die Meta Ray-Ban Display für 799 US-Dollar.
Das Modell von Samsung verfügt über kein integriertes Display. Nutzer sind daher auf Audio, Kameras, Sprachsteuerung und verbundene Galaxy-Geräte angewiesen, anstatt Informationen auf die Gläser projiziert zu sehen. Der Verzicht auf ein Display könnte Samsung helfen, einen schlankeren Rahmen beizubehalten, allerdings verglich das Unternehmen sein Design nicht direkt mit Alternativen mit Display.
Samsung gibt für die Brille eine Akkulaufzeit von bis zu neun Stunden mit einer Ladung an, während das tragbare Etui sie mehr als siebenmal aufladen kann. Zum Vergleich: Meta gibt für seine Brille mit Display bis zu sechs Stunden an, berichtete 9to5Google. Beide Angaben sind Herstellerwerte, die tatsächliche Akkulaufzeit hängt daher von der Nutzung der Funktionen ab.
Arbeitsplatzfunktionen werfen Fragen zum Datenschutz auf
Samsung betonte, dass die Brille Informationen erfassen könne, etwa aus Meetings, Live-Übersetzungen und Navigation bieten, die Perspektive des Trägers aufzeichnen und während Videoanrufen das Bild dessen teilen könne, was der Träger sieht.
Die Funktionen könnten Beschäftigten helfen, auf Anweisungen zuzugreifen, Außeneinsätze zu dokumentieren oder sich sprachübergreifend zu verständigen, während ihre Hände frei bleiben. Kameras und Tools zur Live-Übertragung könnten in Büros, Krankenhäusern, Klassenzimmern und anderen Bereichen mit Zugangsbeschränkungen jedoch auch Datenschutz-, Sicherheits- und Compliance-Bedenken hervorrufen.
Samsung erklärte, dass die Verfügbarkeit je nach Markt, Sprache, App, Netzwerk und lokalen Anforderungen an die Einwilligung variieren könne. Organisationen, die Smartbrillen in Betracht ziehen, benötigen Richtlinien für Aufzeichnungen, die visuelle Übertragung, die KI-Verarbeitung und die Speicherung erfasster Informationen.
Endgültige Preise und die regionale Verfügbarkeit sind weiterhin unbekannt. Samsungs Marktstart im Herbst wird zeigen, ob die Galaxy-Integration, Gemini und die modeorientierten Designs Verbraucher und Unternehmen davon überzeugen können, ein weiteres vernetztes Gerät in ihren Alltag aufzunehmen.
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