Südaustralien wird im Oktober eine Royal Commission zu künstlicher Intelligenz einsetzen, um zu untersuchen, wie die Technologie Arbeit, Bildung, öffentliche Dienstleistungen und andere Teile der Wirtschaft verändern könnte. Die Kommission soll der Landesregierung bis zum 1. Juli 2027 Bericht erstatten.
Die Untersuchung schafft keine neuen KI-Regeln für Unternehmen. Sie wird Belege sammeln und politische Empfehlungen aussprechen, während Südaustralien die wirtschaftlichen Chancen von KI gegen die Risiken für Beschäftigte, öffentliche Dienstleistungen und die breitere Gesellschaft abwägt. Unternehmen sollten mit einer genaueren Prüfung von KI am Arbeitsplatz, Governance, Datenschutz und Verantwortlichkeit rechnen – nicht mit sofortigen neuen Anforderungen des Bundesstaats.
Die Untersuchung baut auf der bisherigen KI-Politikarbeit Südaustraliens auf. Sein Office for AI, unter der Leitung von Peter Meere, entwickelt Strategien, politische Maßnahmen und Governance für die verantwortungsvolle Einführung von KI in der Landesregierung.
Die Regierung plant, drei Kommissare mit Fachkenntnissen in Technologie und Politik zu ernennen. Die endgültigen Untersuchungsbedingungen werden den genauen Umfang der Untersuchung festlegen.
Die Kommission wird Arbeit und öffentliche Dienstleistungen untersuchen
Die Regierung hat Bildung, Arbeit, öffentliche Dienstleistungen, Gesundheit, Industrie, Kunst und Kultur als Untersuchungsbereiche benannt. Premierminister Peter Malinauskas hat den Einsatz von KI an Arbeitsplätzen, in staatlichen Dienstleistungen und in der Gesellschaft insgesamt hervorgehoben.
Die Infrastruktur von Rechenzentren wird auf einer separaten politischen Schiene behandelt. Im Juni kündigte Südaustralien Pläne für eine Gesetzgebung für KI-Rechenzentren an, darunter vereinfachte Genehmigungsverfahren und Anforderungen, die verhindern sollen, dass Energiekosten auf Verbraucher abgewälzt werden. Die steigende Stromnachfrage von Rechenzentren hat andernorts bereits zu strengeren Maßnahmen für das Netzmanagement geführt, unter anderem in Irland.
Die endgültigen Untersuchungsbedingungen werden festlegen, ob die Auswirkungen der Infrastruktur in den Zuständigkeitsbereich der Royal Commission fallen. Malinauskas sagte, der Schwerpunkt der Untersuchung liege darauf, wie KI eingesetzt wird, und nicht darauf, wo Rechenzentren gebaut werden.
Unternehmen geraten vor dem Inkrafttreten neuer Regeln unter Beobachtung
Die Kommission folgt auf Malinauskas’ Reise in die USA, bei der er sich mit führenden Vertretern der KI-Branche traf und eine Absichtserklärung mit OpenAI unterzeichnete. Die Untersuchung findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem australische Unternehmen den Einsatz agentischer KI weiter vorantreiben, wodurch Arbeitgeber stärker unter Druck geraten, Qualifikationen, Governance und Aufsicht zu adressieren.
Am 15. Juli kündigte Premierminister Anthony Albanese Australian Standards for AI an und richtete im Department of the Prime Minister and Cabinet ein Office of AI ein. Die Regierung plant, im August die Zustimmung des National Cabinet einzuholen, und will Anfang 2027 einen Gesetzentwurf vorlegen.
Die vorgeschlagenen Standards würden große Rechenzentren verpflichten, neue Kosten für die Stromversorgung und den Netzanschluss zu finanzieren, den Bedarf bei Bedarf zu reduzieren und die Wassereffizienz zu verbessern.
Separate Datenschutzanforderungen treten am 10. Dezember 2026 in Kraft. APP-Einheiten müssen ihre Datenschutzrichtlinien um Informationen ergänzen, wenn personenbezogene Daten in automatisierten Entscheidungen verwendet werden, von denen vernünftigerweise erwartet werden kann, dass sie die Rechte oder Interessen einer Person erheblich beeinträchtigen. Die Lücke bei der KI-Governance in Unternehmen erhöht ebenfalls den Druck auf Organisationen, KI-Systeme, Kontrollen und Verantwortlichkeiten zu dokumentieren.
Organisationen, die KI bei folgenreichen Entscheidungen einsetzen, sollten ermitteln, welche Systeme personenbezogene Daten verwenden, dokumentieren, wer ihre Aufsicht führt, und prüfen, ob ihre Datenschutzrichtlinien vor dem 10. Dezember aktualisiert werden müssen. Arbeitgeber, die KI bei der Einstellung, im Kundenservice oder in anderen folgenreichen Prozessen einsetzen, sollten ebenfalls darauf vorbereitet sein zu erklären, wie diese Systeme gesteuert werden und welche Schutzvorkehrungen bestehen.
Die Royal Commission schafft keine unmittelbare Compliance-Pflicht, doch ihr endgültiger Untersuchungsumfang wird zeigen, welche kommerziellen und arbeitsbezogenen KI-Praktiken in Südaustralien einer stärkeren politischen Prüfung unterliegen könnten, während Standards des Bundes und Datenschutzvorschriften separat vorangetrieben werden.
Mehr dazu: Australiens Debatte über KI-Politik kollidiert ebenfalls mit dem Risiko von Lieferengpässen, da mögliche Beschränkungen für den Export fortschrittlicher KI den Zugang für australische Unternehmen erschweren könnten.


