Im Vorfeld des bevorstehenden Jubiläums 2025 hat der Vatikan diese Woche einen digitalen Zwilling des ikonischen Petersdoms vorgestellt, der Millionen Menschen aus aller Welt ein immersives Erlebnis ermöglichen wird, ohne dass sie Rom besuchen müssen. Dafür arbeitete er mit dem KI-Marktführer Microsoft und Iconem zusammen, einem französischen Start-up, das auf die digitale Konservierung und Bewahrung von Kulturerbestätten spezialisiert ist, um die 3D-Replik der jahrhundertealten Basilika zu entwickeln, einem Zentrum des katholischen Glaubens, dessen Bau 1506 begonnen wurde.
Im Jahr 2023 setzte ein Expertenteam Kameras, Laserscanner und Drohnen ein, um 400.000 hochauflösende Bilder des Petersdoms aufzunehmen. Die gewaltige Datenmenge von 20 Petabyte, die über mehr als einen Monat hinweg gesammelt wurde, entspricht fünf Millionen DVDs, die übereinandergestapelt eine Höhe von bis zu 6.000 Metern erreichen würden. Das Team nutzte modernste KI-Technologie , um die Bilder zu einer realistischen digitalen Rekonstruktion der Basilika zusammenzusetzen. Die Fotos werden außerdem dazu verwendet, Teile des Bauwerks zu identifizieren, die repariert werden müssen.
„Es handelt sich buchstäblich um eines der technologisch fortschrittlichsten und anspruchsvollsten Projekte seiner Art, die jemals in Angriff genommen wurden“, sagte Microsoft-Präsident Brad Smith bei einer Pressekonferenz zur Vorstellung des Projekts.
Technologie nutzen, um Geschichte, Kunst und Religion zu verbinden
Microsoft arbeitet mit dem Vatikan zusammen, seit Papst Franziskus 2018 den ethischen Einsatz von Künstlicher Intelligenz und neuen Technologien forderte. Das Unternehmen hatte zuvor ein holografisches 3D-Modell des Mont-Saint-Michel erstellt, einer Gezeiteninsel mit Gemeinde und Abtei in Frankreich.
An einem gewöhnlichen Tag verzeichnet der Vatikan etwa 50.000 Besucher. Für das Jubiläum 2025, das Papst Johannes Paul II. im Jahr 2000 ankündigte, werden mehr als 30 Millionen Pilger aus aller Welt erwartet. Um auch denjenigen die Teilnahme zu ermöglichen, die die Reise nicht antreten können, ist der digitale Zwilling online zugänglich für alle, die ihn besuchen möchten.
Der Vatikan wird weitere KI-gestützte Technologien einsetzen und im kommenden Monat eine neue Website und App starten. Die Website wird virtuelle Ansichten, Livestreams religiöser Gottesdienste sowie Podcasts mit Gebeten und Predigten bieten. Die App wird Echtzeitinformationen zu touristischen Routen und Wartezeiten an den Ausstellungen des Vatikans bereitstellen. Ab Januar 2025 wird Microsoft die digitale Basilika in seine spielbasierte Lernplattform Minecraft Education integrieren, damit Schülerinnen und Schüler auf der ganzen Welt die historische Stätte erkunden können.
Papst Franziskus setzt sich nachdrücklich für den ethischen Einsatz von KI ein. Er lobte das Team dafür, moderne Technologie erfolgreich zur Bewahrung des heiligen Wahrzeichens und zu dessen Öffnung für die Welt eingesetzt zu haben, und bezeichnete dies als eine positive Nutzung von KI, die Geschichte, Kunst und religiöse Erfahrungen miteinander verbindet.
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