Die britische Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde (CMA) hat Microsofts 13-Milliarden-US-Dollar-Partnerschaft mit OpenAI grünes Licht gegeben und ist zu dem Schluss gekommen, dass der Deal nach den britischen Fusionskontrollregeln keine vollständige Untersuchung rechtfertigt.
Die CMA hatte geprüft, ob Microsofts zunehmendes Engagement bei OpenAI einer Übernahme gleichkommt, die Wettbewerbsbedenken hätte aufwerfen können. Nach einer umfassenden Analyse gab die Behörde jedoch am Mittwoch bekannt, dass Microsoft maßgeblichen Einfluss auf OpenAI ausübt, aber keine „faktische Kontrolle“ hat.
CMA: Keine Änderung der Kontrolle
Auslöser der Untersuchung war die Umstrukturierung der OpenAI-Führung im November 2023, als CEO Sam Altman kurzzeitig abgesetzt und später wieder eingesetzt wurde. Dies weckte angesichts der finanziellen Unterstützung durch Microsoft und der tiefgreifenden Integration von OpenAIs KI-Modellen in seine Produkte Bedenken hinsichtlich des Einflusses von Microsoft.
Nach der Prüfung umfangreicher Unterlagen und Gesprächen mit beiden Unternehmen kam die CMA zu dem Schluss, dass Microsoft zwar eine wichtige Rolle im operativen Geschäft von OpenAI spielt — insbesondere bei Finanzierung, Technologie und Cloud-Rechenleistung —, die Unternehmenspolitik und -ausrichtung aber nicht unmittelbar vorgibt.
„Bei einer Gesamtbetrachtung der Beweislage (einschließlich der jüngsten Änderungen) haben wir festgestellt, dass es keine Änderung der Kontrolle durch Microsoft von maßgeblichem Einfluss hin zu faktischer Kontrolle über OpenAI gegeben hat“, sagte Joel Bamford, Geschäftsführer für Fusionen bei der CMA. „Da diese Kontrolländerung nicht stattgefunden hat, fällt die Partnerschaft in ihrer derzeitigen Form nicht unter die Prüfzuständigkeit der britischen Fusionskontrolle.“
Ein Erfolg für Microsoft, aber kein „Persilschein“
Trotz der Entscheidung der CMA stellte die Behörde umgehend klar, dass die Entscheidung nicht bedeutet, dass Microsofts KI-Geschäfte frei von Wettbewerbsbedenken sind. Stattdessen betonte die Behörde, wie wichtig es ist, den sich rasant entwickelnden KI-Sektor weiterhin aufmerksam zu beobachten.
Bamford schrieb: „Die Feststellungen der CMA zur Zuständigkeit sollten nicht dahingehend verstanden werden, dass die Partnerschaft in Bezug auf mögliche Wettbewerbsbedenken einen Persilschein erhalten hat; die britische Fusionskontrolle muss jedoch selbstverständlich innerhalb des vom Parlament festgelegten Zuständigkeitsrahmens agieren.“
Die britische Behörde räumte ein, dass die langwierige Prüfung — sie erstreckte sich über 14 Monate — auf die komplexe und sich wandelnde Natur der Beziehung zwischen Microsoft und OpenAI zurückzuführen war. Noch im Januar 2025 passte Microsoft seine vertraglichen Vereinbarungen an, um OpenAIs Abhängigkeit von seiner Recheninfrastruktur zu verringern — ein Schritt, der wahrscheinlich dazu beitrug, die Zustimmung der CMA zu erhalten.
Die Freigabe durch die CMA ist ein regulatorischer Erfolg für Microsoft, das wegen seiner KI-Ambitionen zunehmend unter die Lupe genommen wird. In den USA hat die Federal Trade Commission (FTC) Bedenken geäußert, dass Microsofts Partnerschaft mit OpenAI seine Dominanz im Cloud-Computing stärken und dem Unternehmen im KI-Wettlauf einen unfairen Vorteil verschaffen könnte.
Aufsichtsbehörden beobachten KI-Deals weiterhin genau
Die Entscheidung der CMA spiegelt die umfassendere regulatorische Debatte über den wachsenden Einfluss der großen Tech-Unternehmen auf die KI wider. Die Behörde beobachtet große KI-Investitionen aufmerksam und hat zuletzt die Partnerschaften von Google und Amazon mit dem KI-Startup Anthropic.
freigegeben. Trotz der Freigabe bleiben Aufsichtsbehörden weltweit vorsichtig, wenn es darum geht, wie Technologiekonzerne die Zukunft der künstlichen Intelligenz gestalten.


