Eine neue Studie zeigt, dass künstliche Intelligenz im Durchschnitt lustigere, kreativere und besser teilbare Meme-Texte erstellen kann als Menschen. Bei den absolut besten Memes haben Menschen jedoch nach wie vor die Nase vorn.
Details zur Studie über die Meme-Erstellung
Die Studie, durchgeführt von einem internationalen Team der schwedischen KTH Royal Institute of Technology sowie der deutschen LMU Munich und TU Darmstadt, verglich die Meme-Erstellung in drei Gruppen: Menschen, die allein arbeiteten, Menschen, die mit KI zusammenarbeiteten, und KI, die vollständig eigenständig arbeitete. Anhand beliebter Meme-Vorlagen wurden die Teilnehmenden und die von der KI generierten Texte in lebensnahen Kategorien wie Arbeit, Essen und Sport getestet.
Die Ergebnisse der Studie
Memes, die vollständig von KI erstellt wurden, insbesondere von OpenAI’s GPT-4, erzielten im Durchschnitt höhere Bewertungen für Humor, Kreativität und Teilbarkeit als solche, die ausschließlich von Menschen oder von Menschen mit Unterstützung durch KI erstellt wurden. Doch hier kommt der Haken: Die einzelnen lustigsten Memes stammten nach wie vor von Menschen, während die Zusammenarbeit von Menschen und KI die kreativsten und am besten teilbaren Memes hervorbrachte.
Eine zentrale Erkenntnis ist, dass Menschen mit KI-Unterstützung deutlich mehr Meme-Ideen entwickelten und den Prozess als leichter empfanden; dieser Produktivitätsschub führte jedoch nicht zu hochwertigeren Memes. Wie die Forschenden anmerkten: „Die gesteigerte Produktivität von Mensch-KI-Teams führt nicht zu besseren Ergebnissen – nur zu mehr Ergebnissen.“
Teilnehmende, die KI nutzten, berichteten außerdem von einem geringeren Gefühl der Eigentümerschaft an ihren Kreationen, was ihre kreative Zufriedenheit beeinträchtigte.
Die Studie zeigt eine differenzierte Realität: KI kann dank ihres Trainings mit riesigen Mengen an Internetdaten breit ansprechende Memes am Fließband produzieren, während Menschen eine persönliche Note einbringen, die gelegentlich zu außergewöhnlich lustigen Inhalten führt. Die Studie soll auf der International Conference on Intelligent User Interfaces 2025 vorgestellt werden.
„Ich bedauere, mitteilen zu müssen, dass der Meme-Turing-Test bestanden wurde“, scherzte Ethan Mollick, Professor an der Wharton School der University of Pennsylvania. Mollick, der sich mit KI beschäftigt, teilte die Ergebnisse online und löste damit sowohl Belustigung als auch Besorgnis aus.
Warum sind KI-Memes im Durchschnitt lustiger?
Die Studie legt nahe, dass die Fähigkeit der KI, allgemein ansprechende Humormuster zu erkennen, ihr bei der Erstellung von Memes einen Vorteil verschafft, die ein breites Publikum ansprechen. Von Menschen erstellte Memes spiegeln dagegen häufig persönliche Erfahrungen wider, was zu Treffern und Fehlgriffen führen kann.
Doch nicht alle sind überzeugt. Einige Kritiker argumentieren, dass der Erfolg der KI lediglich ihre Fähigkeit widerspiegeln könnte, auf den „kleinsten gemeinsamen Nenner“ des Internet-Humors abzuzielen. Wie Mollick süffisant anmerkte: „Viele von euch wird gerade bewusst, dass die meisten Menschen einen furchtbaren Geschmack bei Memes haben.“
Einschränkungen der Studie und künftige Forschung
Die Studie ist nicht frei von Schwächen. Die Sitzungen zur Meme-Erstellung waren kurz, und die Teilnehmenden nutzten die KI-Tools nicht immer vollständig. Außerdem könnten die Bewertungen durch die Crowd die Ergebnisse zugunsten des Mainstream-Humors verzerrt haben, indem sie von der KI generierte Memes bevorzugten, die auf eine breite Wirkung optimiert waren.
Die Forschenden schlagen vor, dass künftige Studien Szenarien untersuchen könnten, in denen KI schnell zahlreiche Ideen generiert und Menschen die besten Inhalte auswählen und weiter ausarbeiten.


