An diesem Juneteenth, während Amerika über das Erbe der Sklaverei und den Widerstand Schwarzer Menschen nachdenkt, spielt künstliche Intelligenz eine Rolle dabei, Schwarze Geschichte aufzudecken und zu bewahren. Von der Digitalisierung jahrhundertealter Aufzeichnungen bis zur Erstellung interaktiver Familienarchive hilft KI dabei, Lücken in einer Geschichte zu schließen, die häufig ausgelöscht oder ignoriert wurde.
Ancestry.com: KI hilft, wichtige Dokumente versklavter Menschen aufzuspüren
Die Ahnenforschungsplattform Ancestry.com nutzte KI, um historische Aufzeichnungen über versklavte Menschen leichter zugänglich zu machen. Im vergangenen Jahr veröffentlichte Ancestry.com eine Sammlung von Zeitungsaufzeichnungen aus der Zeit vor 1870 über mehr als 183.000 versklavte Menschen mit zuvor verstreuten oder verschollenen Angaben, darunter Namen, Alter und Orte.
„Die Erforschung der Familiengeschichte kann für Schwarze Amerikaner aufgrund der langen Geschichte der Sklaverei in den Vereinigten Staaten und des Mangels an Dokumentation über versklavte Menschen eine Herausforderung sein“, sagte Nicka Sewell-Smith, professionelle Genealogin und Senior Story Producer bei Ancestry, laut der Pressemitteilung.
KI half, schwer lesbare Zeitungsarchive zu durchsuchen und Namen mit anderen Datenbanken zu verknüpfen, sodass Nachkommen ihre Vorfahren leichter zurückverfolgen können.
In diesem Monat nutzte Ancestry.com „fortschrittliche Technologie“, um seine Sammlung von Dokumenten zur Versklavung zu erweitern, wobei mehr als 110.000 neu digitalisierte Zeitungsartikel aus den Jahren 1788 bis 1867 hinzukamen. Diese Aufzeichnungen – inzwischen mit mehr als 750.000 Namen – umfassen Anzeigen über entflohene Sklaven, Verkaufsanzeigen und andere schmerzhafte, aber entscheidende Dokumente.
Griot & Grits: Familiengeschichten in KI-gestützte Dokumentarfilme verwandeln
Über Dokumente hinaus hilft KI auch dabei, mündliche Überlieferungen zu bewahren. Das Projekt Griot & Grits, eine Zusammenarbeit des in Raleigh, North Carolina, ansässigen Geschichtenerzählers Ty McDuffie und des Red-Hat-Ingenieurs Sherard Griffin, nutzt KI, um aus Familienfotos, Videos und Interviews professionell anmutende Dokumentarfilme zu erstellen.
McDuffie sagte dem ABC-Partner in Raleigh,”Als ich meine Mutter verlor und mit einer ihrer Cousinen sprach, sagte sie: ‚Es sind nur noch wenige von uns übrig, und wenn wir nicht mehr da sind, sind auch alle Familiengeschichten verschwunden.‘ Das hat in mir den entscheidenden Impuls ausgelöst, unsere Familiengeschichte zu bewahren.”
Das Projekt wird inzwischen vom Smithsonian’s National Museum of African American History and Culture unterstützt, das plant, seine Archive in KI-gestützte Dokumentarfilme zu integrieren.
Herausforderungen beim Einsatz von KI für Arbeiten zur Geschichte Schwarzer Menschen
KI bietet zwar spannende Möglichkeiten, doch Experten warnen, dass sie nur dann wirklich der kulturellen Bewahrung dienen kann, wenn sie mit kulturellem Bewusstsein und in Zusammenarbeit mit den Gemeinschaften entwickelt wird, die sie repräsentieren soll.
Herausforderungen wie KI-Halluzinationen, die falsche Darstellung historischer Fakten und Inkonsistenzen in Systemen wie der Gesichtserkennung bei verschiedenen Bevölkerungsgruppen unterstreichen die Notwendigkeit menschlicher Überprüfung und vielfältiger Perspektiven bei der Entwicklung von KI. Sriram Thiagarajan von Ancestry sagte Business Insider im vergangenen Jahr , dass „sich LLMs selbst jede Woche oder alle zwei Wochen weiterentwickeln. Man muss daher ständig neugierig bleiben und darf nicht annehmen, dass man etwas einmal gelernt hat oder weiß, wie etwas funktioniert.“
Trotz dieser Herausforderungen können die innovativen Anwendungen von KI bei Arbeiten zur Geschichte und Kultur Schwarzer Menschen dazu beitragen, die Verbindung zur Vergangenheit zu stärken und sicherzustellen, dass unschätzbare Traditionen fortbestehen.


