Ein ehemaliger xAI-Ingenieur sagt, er habe seinen Job verloren, nachdem er das Unternehmen dazu gedrängt hatte, die Sicherheitsrisiken von Grok ernster zu nehmen.
Devin Kim, der xAI im September 2025 verließ, reichte vor einem kalifornischen Bundesstaatsgericht Klage gegen xAI und dessen Mutterkonzern SpaceX ein. In seiner Klageschrift heißt es, er habe wiederholt vor Risiken im Zusammenhang mit Grok gewarnt – darunter die Gefahr, dass der Chatbot Diskriminierung oder Informationen im Zusammenhang mit Massenvernichtungswaffen verbreiten könnte.
Laut TechCrunch sind die Vorwürfe bislang nicht vor Gericht geprüft worden, und xAI sowie SpaceX reagierten zunächst nicht auf Bitten um eine Stellungnahme.
Die Klage bringt ein weiteres Sicherheitsproblem rund um Grok ans Licht, der bereits wegen beleidigender Antworten und nicht einvernehmlicher sexueller Darstellungen kritisiert worden ist.
Was laut Klage geschehen ist
Kim kam 2024 zu xAI und leitete später die Forschungswerkzeuge für Grok, berichtet TechCrunch. In der Klageschrift heißt es, er habe sich intern für stärkere Schutzvorkehrungen eingesetzt und argumentiert, xAI gehe zu schnell vor, ohne Sicherheitstests ausreichend zu berücksichtigen.
In der Klage wird Elon Musk nicht als Verantwortlicher für die mutmaßliche Vergeltungsmaßnahme dargestellt. Stattdessen steht xAI-Mitgründer Jimmy Ba im Mittelpunkt. Kims Anwälte behaupten, Ba habe Musks Anweisung ignoriert, sich an das Gesetz zu halten und Sicherheitsprozesse einzurichten, und Kim anschließend aus dem Unternehmen gedrängt, nachdem dieser weiterhin Bedenken geäußert hatte.
In der Klageschrift heißt es außerdem, Ba habe versucht, die vorgeschriebenen EU-Sicherheitstests rund um Grok Code 1 zu vermeiden, und hätte lieber ein riskanteres Modell veröffentlicht als eines, das schlechtere Ergebnisse lieferte.
Kim hatte geplant, in der Woche vom 15. September 2025 Sicherheitsergebnisse vorzustellen. Laut Klage traf sich Ba vor dieser Präsentation mit ihm und beendete seine Tätigkeit, ohne ihm eine klare Erklärung zu geben.
Kim fordert kompensatorischen und Strafschadensersatz. Außerdem bittet er das Gericht um die Feststellung, dass xAI und SpaceX rechtswidrig gehandelt haben.
Groks Sicherheitsbilanz steht bereits unter Beobachtung
Die Klage folgt auf eine Reihe öffentlicher Kontroversen rund um Grok. TechCrunch verwies auf beleidigende Ausgaben, darunter die Episode „MechaHitler“, sowie auf die Nutzung von Grok zur Erstellung nicht einvernehmlicher sexueller Darstellungen.
Auch die Problematik der Bilder war Gegenstand separater Berichte. NBC News berichtete, dass Grok und xAIs Tool Imagine sexuelle Deepfakes erzeugt hätten, darunter Bilder realer Personen. Damit reiht sich der Fall in eine breitere Debatte darüber ein, ob KI-Unternehmen vor der Veröffentlichung von Bild- und Videowerkzeugen ausreichende Schutzvorkehrungen treffen.
Die Sorge beschränkt sich nicht auf Chatbot-Texte. xAI bringt Grok zunehmend in weitere Produktbereiche, darunter Entwicklertools, wo Fragen der Zuverlässigkeit und Sicherheit das Produkt in neue Arbeitsabläufe begleiten können.
Auch andere KI-Unternehmen stehen im Zusammenhang mit Inhalten für Erwachsene. Microsoft verfolgt einen anderen Ansatz, indem das Unternehmen KI-Intimität aus Copilot heraushält.
Für xAI richtet Kims Klage die Sicherheitsdebatte nach innen.
Die Frage lautet nun, ob ein Gericht interne Warnungen zu Grok als geschützte Bedenken oder als Konflikte am Arbeitsplatz rund um ein sich schnell entwickelndes Produkt einstuft. Die Antwort wird davon abhängen, was Kim im weiteren Verlauf des Verfahrens beweisen kann.
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