Elon Musk hat den ehemaligen Morgan-Stanley-Banker Anthony Armstrong zum neuen CFO seines Künstliche-Intelligenz-Unternehmens xAI berufen.
Laut der Financial Times, wird Armstrong nicht nur die Finanzen von xAI leiten, sondern übernimmt auch die Kontrolle über das KI-Unternehmen und X und bündelt damit enorme finanzielle Macht in den Händen eines einzigen Vertrauten. Sein X-Profil hat er bereits mit dem xAI-Logo versehen und damit seine Doppelrolle in Musks Imperium bestätigt.
Abgang durch die Hintertür
Dieser Ernennung ging einiges an Drama hinter den Kulissen voraus. Armstrong ersetzt Mike Liberatore, der xAI Anfang dieses Jahres nach Auseinandersetzungen mit Musks innerem Kreis über die Unternehmensstruktur und aggressive Finanzziele verließ. Liberatore ging bereits nach drei Monaten und wechselte direkt zu OpenAI, dem größten KI-Konkurrenten von Musk.
Der Führungskräftewechsel geht jedoch noch weiter. Armstrong übernimmt auch die Aufgaben von X-CFO Mahmoud Reza Banki, der die Position nach weniger als einem Jahr verlässt.
Musks Geheimwaffe?
Armstrong ist keine gewöhnliche Führungskraft, die Musk eingestellt hat, sondern einer seiner engsten Vertrauten. Der ehemalige Morgan-Stanley-Banker beriet Musk 2022 bei der Übernahme von Twitter (dem früheren Namen von X) für 44 Milliarden US-Dollar und hat sich in den vergangenen Jahren zu einem engen Gefolgsmann entwickelt – unter anderem während Musks Zeit in Washington beim Department of Government Efficiency.
Er übernimmt ein finanzielles Chaos und soll X nach einem bemerkenswerten Exodus von Werbekunden wieder in die Gewinnzone führen, der auf Musks Entscheidung folgte, die Standards für die Inhaltsmoderation zu lockern. Während andere Führungskräfte unter dem Druck offenbar zusammengebrochen und zu Wettbewerbern geflohen sind, ist Armstrong geblieben und hat unter Musks unberechenbarem Führungsstil und strengen Fristen geliefert.
KI-Wettrüsten
xAI, das Musk 2023 gegründet hat, um die Dominanz der Big-Tech-Unternehmen im KI-Bereich herauszufordern, tritt in eine kritische Phase ein, und Armstrong kontrolliert nun die finanziellen Mittel zweier miteinander verbundener Imperien. Sein Hintergrund an der Wall Street könnte sich als entscheidend erweisen, während sich xAI gegen OpenAI und Google.
behaupten muss. Die Einsätze sind hoch. KI-Unternehmen verbrennen Milliarden und liefern sich ein Wettrennen um bahnbrechende Fähigkeiten. Einen erfahrenen Finanzstrategen zu haben, der sowohl die Sprache des Bankwesens als auch die der Technologie beherrscht, verschafft xAI daher einen Vorteil. Armstrongs Doppelrolle schafft zudem Synergien zwischen der Social-Media-Plattform X und der Technologieentwicklung von xAI, was das Wachstum beider Unternehmen beschleunigen könnte.
Im vergangenen Monat analysierte The New York Times Tausende Antworten von xAI’s Chatbot Grok. Dabei stellte die Zeitung fest, dass sich die Antworten des Systems trotz Musks Versprechen von Neutralität je nach seinen Eingriffen veränderten.


