Einmalige Nachhaltigkeitsinitiativen und kurzfristige Ziele reichen im heutigen ESG-orientierten Markt einfach nicht aus. Verbraucher verlangen inzwischen mehr Transparenz über Geschäftsabläufe, Lieferketten und soziale Auswirkungen. Außerdem suchen sie nach Unternehmen, die in die Kreislaufwirtschaft investieren – also in die Infrastruktur für Recycling und Wiederverwendung.
Tatsächlich ergab eine Umfrage, dass 66 Prozent der US-Verbraucher glauben, es liege in der Verantwortung eines Unternehmens, seine ESG-Leistung darzulegen.. Wichtig ist, sich daran zu erinnern, dass einige dieser Verbraucher Führungskräfte auf C-Level bei Ihren Kunden- und potenziellen Kundenunternehmen sind.
Doch nicht nur Verbraucher sind auf der Suche; auch Investoren fordern von potenziellen Unternehmen bessere ESG-Richtlinien. Stakeholder wollen detaillierte Pläne dafür sehen, wie sich Unternehmen zu Nachhaltigkeitsinitiativen verpflichten werden – und noch wichtiger, wie sie diese messen und umsetzen wollen.
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Der Wettlauf zu Netto-Null hat begonnen
Im Zuge der Pandemie konnten Unternehmen mit flexiblen und transparenten ESG-Strategien auf die sich verändernden Rahmenbedingungen reagieren. Agil zu bleiben bedeutet jedoch, konkrete Fortschritte nachzuweisen, nicht nur schriftliche Pläne. Untersuchungen legen nahe, dass wir bis 2050 Netto-Null-Emissionen erreichen müssen. Während viele Unternehmen gelobt haben, die Dekarbonisierung zu einer Priorität zu machen, haben viele noch keine Maßnahmen ergriffen, um das Netto-Null-Ziel zu erreichen.
Die globale Kampagne Race to Zero wurde ins Leben gerufen, um Unterstützung und konkretes Handeln von Unternehmen, Führungskräften und Investoren für eine kohlenstofffreie Wirtschaft zu gewinnen. Diese Initiative wurde auf der UN-Klimakonferenz der Vertragsparteien (COP26) vorgestellt, einer Veranstaltung zur Förderung eines echten Wandels zugunsten der Nachhaltigkeit.
Verstehen Sie, was ESG für Ihre Kunden bedeutet
Taten sprechen lauter als Worte, und es liegt an den Unternehmen zu beweisen, dass sie umsetzen, was sie angekündigt haben. Es gibt keine ESG-Strategie, die für alle Unternehmen gleichermaßen geeignet ist. Daher müssen Unternehmen sicherstellen, dass ihre individuellen Nachhaltigkeitspläne nicht nur das berücksichtigen, woran sie glauben, sondern auch, woran ihre Kunden glauben – und das kann je nach Region unterschiedlich sein.
Untersuchungen von GreenBiz zeigen, welche unterschiedlichen Schwerpunktbereiche die einzelnen Regionen weltweit am stärksten mit Nachhaltigkeit verbinden. In Nordamerika etwa verbinden Verbraucher Nachhaltigkeit vor allem mit Recycling. Investitionen in die Kreislaufwirtschaft werden daher entscheidend sein, um Strategien an die lokale Wahrnehmung anzupassen und sicherzustellen, dass die Maßnahmen des Unternehmens beim heimischen Publikum gut ankommen.
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Die entscheidende Rolle der Technologie
Die Reduzierung von Abfall und Umweltverschmutzung, die Zirkulation von Produkten und Materialien sowie die Regeneration der Natur sind die Grundlage eines Kreislaufwirtschaftsmodells, und ohne technologische Investitionen sind sie nur schwer zu erreichen.
Lösungen aus dem Bereich Klimatechnologie gibt es in vielen Formen, darunter Application-Programming-Interfaces (APIs), das Internet der Dinge (IoT), Cloud Computing, und Software as a Service (SaaS). Investitionen in diese Technologien und die Nutzung ihrer Möglichkeiten, etwa einen verbesserten Produktfluss und eine bessere Rückverfolgbarkeit, haben Unternehmen ermöglicht, die Kontrolle über das Abfallmanagement zu verbessern und die Verantwortlichkeit zu erhöhen.
Infolgedessen erkennen immer mehr Investoren den Bedarf an Klimatechnologie. Der Markt für klimabezogene Technologien floriert: In den ersten 6 Monaten des Jahres 2021 wurden weltweit 14,2 Milliarden US-Dollar in Klimatechnologie investiert – das entspricht laut Untersuchungen von PitchBook 88 Prozent der Gesamtinvestitionen im Jahr 2020.
Zwar haben einige Unternehmen eine solche „Track-and-Trace-and-Think“-Methodik noch nicht eingeführt, doch zukunftsorientierte Unternehmen haben die Vorteile der Rückverfolgbarkeit von Lieferketten, der Unternehmensprofitabilität und vieler weiterer Aspekte, die durch disruptive Technologien und eine Kreislaufwirtschaft ermöglicht werden, bereits erkannt und für sich genutzt.
Alle an Bord – einschließlich des Vorstands
Historisch gesehen haben Führungskräfte, die den Rest der Organisation befähigen, proaktiv und strategisch zu handeln, das größte Engagement der Mitarbeiter erlebt und waren bei Nachhaltigkeitsthemen am erfolgreichsten darin, etwas zu bewirken. Die Erstellung einer Nachhaltigkeitsagenda auf Unternehmensebene wird die gesamte Organisation dabei unterstützen, ihre Nachhaltigkeitsziele konsequent zu verfolgen.
Unternehmensziele und Zielvorgaben werden für die Entwicklung einer wirksamen ESG-Strategie entscheidend sein, ebenso wie die Anstrengungen aller anderen im Unternehmen. Die Integration einer nachhaltigen Kultur in die Organisation – und die Zeit, Erfolge zu feiern und anzuerkennen – wird sicherstellen, dass alle motiviert sind, ihren eigenen Beitrag zu leisten. Letztlich müssen alle an Bord sein und innerhalb ihres geschäftlichen Ökosystems – von Stakeholdern über Kunden bis hin zu Partnern – zusammenarbeiten, um ESG-Ziele erfolgreich zu erreichen.
Der Übergang zu besseren Nachhaltigkeitspraktiken ist dringender denn je. Deshalb sind Veranstaltungen wie COP26 entscheidend, um das Bewusstsein nicht nur in den Herzen und Köpfen der Menschen, sondern auch in Unternehmen, Nationen und bei Führungskräften weltweit zu schärfen. Die Zeit drängt tatsächlich, doch der Übergang ist machbar, und die Technologie ist bereits vorhanden, um all jenen digital unter die Arme zu greifen, die sich dazu verpflichten möchten.
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Über die Autorin:
Cindy Jaudon ist Präsidentin von IFS North America


