CoreWeave, ein rasant wachsender, von NVIDIA unterstützter KI-Cloud-Anbieter, hat einen gewaltigen Vertrag über 11,9 Milliarden US-Dollar mit OpenAI abgeschlossen – ein Schritt, der den bevorstehenden Börsengang (IPO) des Unternehmens erheblich beflügeln könnte. Im Rahmen des am Montag bestätigten Fünfjahresvertrags wird CoreWeave OpenAI, dem Entwickler von ChatGPT, KI-Infrastruktur bereitstellen.
Im Gegenzug erhält OpenAI über eine Privatplatzierung im Zusammenhang mit dem bevorstehenden IPO des Start-ups CoreWeave-Aktien im Wert von 350 Millionen US-Dollar.
„Fortschrittliche KI-Systeme benötigen zuverlässige Rechenleistung, und wir freuen uns darauf, gemeinsam mit CoreWeave weiter zu skalieren, damit wir noch leistungsfähigere Modelle trainieren und noch mehr Nutzern großartige Dienste anbieten können“, sagte OpenAI-CEO Sam Altman in der Pressemitteilung von CoreWeave. „CoreWeave ist eine wichtige Ergänzung zu OpenAIs Infrastrukturportfolio und ergänzt unsere kommerziellen Vereinbarungen mit Microsoft und Oracle sowie unser Joint Venture mit Softbank im Rahmen von Stargate.“
Was hat CoreWeave davon?
Eine Menge. Der Deal verschafft CoreWeave Umsatz sowie Stabilität und einen prominenten neuen Kunden – und das zu einem Zeitpunkt, an dem das Start-up ihn am dringendsten braucht. CoreWeave strebt 2025 einen spektakulären IPO mit einer Bewertung von mehr als 35 Milliarden US-Dollar an, und OpenAI auf seiner Seite zu haben, macht dieses Ziel realistischer.
CoreWeave wurde 2017 gegründet und begann als Krypto-Mining-Unternehmen, hat sich seitdem aber zu einem der führenden Cloud-Infrastrukturanbieter für KI entwickelt. Das Unternehmen betreibt inzwischen 32 Rechenzentren und verwaltet mehr als 250.000 NVIDIA-GPUs. Das Wachstum von CoreWeave war geradezu explosionsartig. Allein 2024 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 1,92 Milliarden US-Dollar – ein gewaltiger Sprung gegenüber den 229 Millionen US-Dollar im Jahr 2023. Allerdings verbrennt CoreWeave viel Geld: Der Nettoverlust weitete sich im vergangenen Jahr auf 863,4 Millionen US-Dollar aus, nach 593,7 Millionen US-Dollar im Jahr davor.
Blickt OpenAI über Microsoft hinaus?
Dieser Deal verleiht auch der Geschichte von Microsoft und OpenAI eine interessante Wendung. Microsoft war lange Zeit OpenAIs größter Unterstützer und Cloud-Anbieter, doch in dieser Beziehung zeichnen sich zunehmend Risse ab.
Der größte Kunde von CoreWeave war früher Microsoft, das im vergangenen Jahr etwa zwei Drittel des Umsatzes von CoreWeave ausmachte; nun steigt OpenAI mit demselben Cloud-Anbieter in einen bedeutenden Deal ein. Manche sehen darin eine Absicherung OpenAIs, während das Unternehmen weiterhin nach mehr Rechenleistung strebt. In der vergangenen Woche sagte Altman öffentlich, OpenAI gingen die GPUs aus.
Und auch Microsoft bleibt nicht untätig. Berichten zufolge entwickelt das Unternehmen eine eigene Familie von KI-Modellen, die von denen OpenAIs getrennt ist. Während beide Unternehmen darum wetteifern, die KI zu dominieren, könnte der CoreWeave-Deal auf eine stille Neuausrichtung OpenAIs hindeuten, um mehr Unabhängigkeit zu gewinnen – sowohl bei der Infrastruktur als auch bei der strategischen Ausrichtung.
Wie geht es für CoreWeave weiter?
Die IPO-Unterlagen von CoreWeave sorgen bereits für Aufsehen. Laut Reuters hat das Unternehmen in 12 Finanzierungsrunden mehr als 14,5 Milliarden US-Dollar an Eigen- und Fremdkapital aufgenommen; zu den namhaften Investoren gehören unter anderem Blackstone und Magnetar. Bei einem erfolgreichen IPO könnte CoreWeave die Erlöse nutzen, um seine Schulden abzubauen und seine KI-Infrastruktur weiter auszubauen.
Für OpenAI wiederum sichert der Deal eine stabile Versorgung mit Rechenleistung, damit das Unternehmen seine Entwicklung fortsetzen kann – und verschafft ihm zugleich einen Platz am Tisch bei einem der meistdiskutierten IPOs des Jahres 2025.
Mehr über OpenAI erfahren Sie in unserem Beitrag zu den KI-Entwicklungstools, die das Unternehmen gerade vorgestellt hat.


