Eine Bohrmaschine zu greifen, war der einfache Teil. Sie auf eine Schraube auszurichten, erwies sich als schwieriger.
WIRobotics zufolge erreichte der humanoide Oberkörperroboter ALLEX bei Tests zum Greifen und Betätigen einer Bohrmaschine eine Erfolgsquote von 100 %, beim Ausrichten der Bohrmaschine auf eine Schraube jedoch nur 50 %. Die im Rahmen der von AWS, NVIDIA und MassRobotics unterstützten Physical AI Fellowship durchgeführte Demonstration verdeutlicht sowohl die Fortschritte als auch die verbleibenden Grenzen KI-gestützter Roboter.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich Foundation-Modelle für Roboter bei bestimmten physischen Aufgaben verbessern, Präzision und Wiederholbarkeit jedoch weiterhin Hürden für einen breiteren Einsatz darstellen.
Die praktische Obergrenze für Roboter
Die Sim-to-Real-Lücke gehört zu den größten Herausforderungen für Unternehmen im Robotiksektor. Diese Lücke, die den Grad der Genauigkeit zwischen Simulation und realen Bedingungen beschreibt, lässt sich durch die Nutzung von mehr Daten aus der physischen Welt verringern.
Der Roboter ALLEX (ALL-EXperiences) nutzt das robotische Foundation-Modell, NVIDIA GR00T N1.7, das mit einer Kombination aus real erfassten menschlichen Daten, realen Roboterdemonstrationen und synthetischen Daten trainiert wurde. Diese Kombination von Trainingsdaten ermöglichte es ALLEX, bei physischen Aufgaben ein hohes Maß an Genauigkeit zu erreichen.
Was WIRobotics erreicht hat
ALLEX’ Fähigkeit, eine Bohrmaschine sachgemäß zu bedienen, ist mehr als ein Beleg dafür, dass der Roboter Haushaltswerkzeuge handhaben kann.
Der humanoide Roboter konnte seine Ziele mit menschlicher Geschicklichkeit und vollständiger Körperkontrolle über Hände, Arme, Hals und Taille erreichen. Diese Leistung zeigte, dass ALLEX tatsächlich in einer realen Umgebung arbeiten konnte.
Allerdings ist es wichtig zu beachten, dass ALLEX derzeit ein humanoider Oberkörperroboter ist. Einen Unterkörper gibt es nicht.
Im Ankündigungs-Blogpost teilte das Team des Unternehmens mit, dass diese Bohrfähigkeit nur eine von vielen Fähigkeiten ist, die es einer wachsenden Liste hinzufügen will – für „Aufgaben wie Montage, Wartung, Inspektion und den Betrieb von Maschinen“.
Wie sich Unternehmen auf das nächste Kapitel vorbereiten können
Roboter, die derzeit in Branchen wie der Fertigung eingesetzt werden, können nur vorab festgelegte, repetitive Aufgaben ausführen. Stoßen sie jedoch auf ein unstrukturiertes Problem, versagen die Roboter.
Hier kommen intelligente Roboteragenten wie ALLEX ins Spiel, die in der Lage sind, sich in dynamischen Umgebungen mit den Herausforderungen der realen Welt für Menschen auseinanderzusetzen.
Der Autogigant Hyundai hat bereits Pläne vorgestellt, humanoide Atlas-Roboter von Boston Dynamics bis 2028 in seinen Fabriken einzusetzen.
Dieser Schritt steht in starkem Kontrast dazu, dass humanoide Roboter in Freizeitumgebungen wie Tanzveranstaltungen bisher hauptsächlich „nur zur Show“ eingesetzt wurden.
Hyundai hob außerdem hervor, dass die „Ganzkörperkoordination und Objektmanipulation, einschließlich der Übergabe des zeremoniellen Spielballs während eines Spiels der FIFA-Weltmeisterschaft 2026™ sowie des Anhebens und Transports eines 23 Kilogramm schweren Kompaktkühlschranks“, bestätigten, dass die Roboter für den industriellen Einsatz bereit waren.
Für Unternehmen stellt sich nicht mehr die Frage, ob Roboter Teil der Produktionsbelegschaft sein werden, sondern wann. Auch wenn Roboter noch weiter feinjustiert werden müssen, bevor sie in die Arbeitswelt einziehen, können sich Unternehmen mithilfe der kostenlosen Ressourcen von Branchenführern wie NVIDIA und Google auf dem Laufenden halten.
Mehr erfahren: Erfahren Sie, wie humanoide Roboter Arbeitsplätze in der realen Welt meistern und praktische Aufgaben jenseits kontrollierter Umgebungen bewältigen.


