Apple prüft Berichten zufolge ein displayloses Wearable als Teil einer umfassenderen Neuausrichtung seiner Apple-Watch-Produktpalette und könnte damit direkter gegen Fitness-Tracker von Whoop, Google und Garmin antreten. Das Konzept ist eines von mehreren Designs, die derzeit in Betracht gezogen werden; ein bestätigtes Produkt oder Startdatum gibt es nicht.
Ein Gerät ohne Display würde Apples Smartwatch-Modell durch eine Verlagerung weg von Apps und Benachrichtigungen hin zu passivem Gesundheits- und Fitnesstracking grundlegend verändern. Die Kategorie ist 2026 gewachsen: Google und Garmin haben beide displaylose Bänder auf den Markt gebracht, während Whoop weiterhin zu den bekanntesten Anbietern zählt.
Apple prüft neue Wearable-Designs
Apples Industriedesign-Team bewertet neben anderen möglichen Änderungen an seiner Wearable-Produktpalette auch Geräte ohne Display, laut Berichten von Bloomberg-Journalist Mark Gurman. Zu den weiteren angeblich erwogenen Konzepten gehören unterschiedliche Displayformen und -größen, zusätzliche Preisklassen sowie ein rundes Uhrendesign. Apple hat sich jedoch noch nicht zur Veröffentlichung eines dieser Modelle verpflichtet.
Die öffentliche watchOS-27-Beta erweitert die Softwarefunktionen der bestehenden Smartwatch von Apple um neue Siri-KI-Funktionen für unterstützte Apple-Watch-Modelle. Das unterstreicht, wie stark sich ein Gerät ohne Display von Apples aktuellem Ansatz unterscheiden würde.
Wichtige Details zu dem displaylosen Konzept sind weiterhin unbekannt. Apple hat nicht bekannt gegeben, welche Sensoren zum Einsatz kommen könnten, wie das Gerät in das iPhone oder die Health-App integriert würde, was es kosten könnte oder ob ein Abonnement erforderlich wäre.
Displaylose Konkurrenz erhöht den Druck
Whoop ist der naheliegendste Vergleich für ein displayloses Apple-Wearable. WHOOP 5.0 konzentriert sich ohne Display auf Messwerte wie Schlaf, Belastung und Erholung und bietet eine beworbene Akkulaufzeit von mehr als 14 Tagen. Whoop prüft außerdem zusätzliche Gesundheitsfunktionen, darunter einen Patentantrag für einen am Handgelenk getragenen Glukosemesser. Ein Produkt zur Glukosemessung hat das Unternehmen jedoch noch nicht angekündigt.
Google stieg am 7. Mai mit dem Fitbit Air in die Kategorie ein, einem displaylosen Tracker ab 99,99 US-Dollar. Google wirbt mit einer Akkulaufzeit von bis zu einer Woche und kontinuierlichem Gesundheits- und Fitnesstracking, während das displaylose Design des Fitbit Air einen größeren Teil des Nutzungserlebnisses in die Google-Health-App verlagert.
Garmin folgte am 21. Juli mit dem CIRQA Smart Band, seinem ersten displaylosen Smart Band. CIRQA bietet eine beworbene Akkulaufzeit von bis zu 10 Tagen und ermöglicht Gesundheits- und Fitnesstracking über Garmin Connect, ohne für die grundlegenden Funktionen ein Abonnement zu erfordern.
Die drei Konkurrenten präsentieren Apple unterschiedliche Geschäftsmodelle. Whoop setzt auf Mitgliedschaften, Fitbit kombiniert günstigere Hardware mit optionalen Premiumdiensten, und Garmin stellt seine Kernmesswerte ohne verpflichtendes Abonnement bereit. Apples letztliche Preis- und Servicestrategie könnte darüber entscheiden, ob ein displayloses Gerät die Apple Watch ergänzt oder als günstigerer Einstieg in Apples Gesundheitsökosystem dient.
Apples HealthKit-Framework stellt bereits ein zentrales Repository für Gesundheits- und Fitnessdaten auf iPhone und Apple Watch bereit, wobei die Berechtigungen von den Nutzern kontrolliert werden. Ein displayloses Wearable könnte potenziell Daten in dieses System einspeisen, doch Apple hat seine Software- oder Datenarchitektur nicht bestätigt.
Apples Prüfung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sich displayloses Tracking von einer eng mit Whoop verbundenen Kategorie zu einem Bereich entwickelt, den auch Google und Garmin unterstützen. Sollte Apple folgen, könnte sich der Wettbewerb zunehmend um Akkulaufzeit, die Integration von Gesundheitsdaten, Abonnements und die Frage drehen, wie viel des Wearable-Erlebnisses Nutzer tatsächlich an ihrem Handgelenk benötigen.
Mehr dazu: Apple und Samsung konkurrieren ebenfalls darum, Gesundheitsdaten von Wearables mithilfe von KI besser nutzbar zu machen, wodurch sich der Wettbewerb über Sensoren und Hardware allein hinaus ausweitet.


