Apple stellt seiner Smartwatch deutlich mehr Gesundheitsdaten zur Verfügung.
Apple hat am 9. September die Apple Watch Series 12 und die Apple Watch Ultra 4 mit einem Health Sensing System vorgestellt, das den ganzen Tag über alle fünf Sekunden die Herzfrequenz und bis zu alle fünf Minuten die Herzfrequenzvariabilität misst. Eine später im Jahr 2026 erscheinende, neu gestaltete Health-App nutzt Apple Intelligence, um aus langfristig erfassten Gesundheitsdaten personalisierte Erkenntnisse abzuleiten.
Apple kombiniert die dichtere Erfassung biometrischer Daten mit Software, die auch auf Krankenakten, Geräte von Drittanbietern und Laborergebnisse zurückgreifen kann. Die Strategie setzt Apples Bestrebungen fort, KI über sein gesamtes Hardware-Ökosystem zu verbreiten und über eigenständige Assistentenfunktionen hinaus auszuweiten.
Die Apple Watch erfasst den ganzen Tag über mehr Gesundheitsdaten
Beide Uhren kombinieren Apples S11-Chip mit neu gestalteten optischen und elektrischen Herzsensoren. In seiner Ankündigung der Series 12, erklärt Apple, dass die Herzfrequenz den ganzen Tag über alle fünf Sekunden gemessen wird, während die HRV bis zu 24-mal häufiger erfasst werden kann als bei der Series 11.
Readiness analysiert die jüngste Aktivität, Trainingsbelastung, Vitalwerte und den Schlafwert, um einen täglichen Wert von 0 bis 10 zu errechnen. Dieser kann sich ändern, sobald neue Informationen vorliegen, etwa nach einem intensiven Training oder einer Veränderung der Vitalwerte im Tagesverlauf. Apple stuft Vitals als Wellness-Funktion und nicht als medizinisches Hilfsmittel ein.
Apples Studie zur Herzfrequenzgenauigkeit umfasste mehr als 1.000 Teilnehmer und verwendete einen Polar-H10-EKG-Brustgurt als Referenz. Die Series 12 wurde bei Trainingseinheiten und alltäglichen Aktivitäten mit aktuellen Geräten von Garmin, Google, Huawei, Samsung, Whoop und Oura verglichen.
Apple meldete unter den getesteten Geräten die höchste durchschnittliche Herzfrequenzgenauigkeit. Das Ergebnis bleibt jedoch ein vom Unternehmen gestützter Beleg und keine unabhängige Validierung: Apple veröffentlichte die Untersuchung und leitete einige Studienzentren, während andere von einer Auftragsforschungsorganisation betrieben wurden.
Apple Intelligence erweitert die Gesundheitsdatenebene
Apples Ankündigung der Gesundheitsplattform beschreibt eine neu gestaltete Health-App, die Informationen von Apple Watch, iPhone und AirPods mit Krankenakten sowie Apps und Geräten von Drittanbietern kombinieren kann. Nutzer können außerdem Laborwerte wie A1c und LDL-Cholesterin hinzufügen.
Die neu gestaltete App erscheint später im Jahr 2026 zunächst auf US-Englisch. Nutzer in den USA können über die Health-App außerdem ein Paket von Quest Diagnostics für 119 US-Dollar erwerben, das an etwa 2.000 Standorten mehr als 50 Biomarker abdeckt.
Wettbewerber verfolgen ähnliche Ziele mit anderen Architekturen. Forscher von Samsung haben eine KI für Gesundheitsanwendungen demonstriert, die auf Hardware der Smartwatch-Klasse läuft, obwohl das Unternehmen dieses Forschungsmodell bislang nicht als Funktion für die Galaxy Watch für Endkunden angekündigt hat. Die neuesten Uhren von Samsung zeigen außerdem, wie Softwarekompatibilität die Argumente für ein Hardware-Upgrade schwächen kann wenn Gesundheitsfunktionen auf frühere Geräte ausgeweitet werden.
Was eWeek herausgefunden hat: Mehr Sensordaten erweitern Apples KI-Eingaben, nicht seine medizinischen Aussagen
Apples deutlichste technische Veränderung ist die Dichte der Daten, die in seine Software einfließen. Series 12 und Ultra 4 erfassen im Hintergrund alle fünf Sekunden die Herzfrequenz, während die HRV alle fünf Minuten gemessen werden kann – bis zu 24-mal häufiger als bei der Series 11.
Die neu gestaltete Health-App erweitert die andere Seite dieser Gleichung, indem sie Telemetriedaten von Wearables mit klinischen Daten, Daten von Drittanbietern und Labordaten kombiniert. Apple Intelligence erhält eine größere und vielfältigere Eingabemenge, ohne dass Apple Readiness oder Vitals zu Diagnoseprodukten umdeutet.
Organisationen, die Integrationen im Bereich der digitalen Gesundheit oder Wellness-Plattformen für Unternehmen bewerten, müssen weiterhin reichhaltige Telemetriedaten von klinischer Validierung unterscheiden. Governance, Interoperabilität, regionale Verfügbarkeit, Gerätekompatibilität und die Grenze zwischen Wellness-Empfehlungen und medizinischen Aussagen bleiben bei der Einführung wichtige Faktoren, selbst wenn die zugrunde liegenden Daten detaillierter werden.
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