KI-gestützte virtuelle Mitarbeiter könnten laut Jason Clinton, Chief Information Security Officer bei Anthropic, innerhalb eines Jahres in die Arbeitswelt Einzug halten. In einem Gespräch mit Axios merkte Clinton an, dass die Technologie zwar rasch voranschreitet, jedoch noch große Sicherheitsprobleme gelöst werden müssen, bevor vollständig autonome digitale Arbeitskräfte Realität werden.
Arbeitsautomatisierung auf die nächste Stufe heben
Das Konzept hinter agentischer KI ist nicht neu. Forscher und Entwickler nutzen seit mehreren Jahren KI-Agenten und setzen sie häufig ein, um ein Maß an Autonomie zu ermöglichen, das in KI-Systemen normalerweise nicht zu beobachten ist. Moderne KI-Agenten sind zu zahlreichen autonomen Aktivitäten fähig, darunter:
- Menschliches Verhalten nachahmen
- Auf Grundlage verschiedener Ereignisse bestimmte Aktionen ausführen
- Daten sammeln und organisieren
- Komplexe Entscheidungen treffen
- Mit Nutzern, der Umgebung und anderen integrierten Systemen interagieren
Die Idee einer virtuellen Belegschaft hebt die in agentischer KI zu beobachtende Automatisierung auf die nächste Stufe. Virtuelle Arbeitskräfte werden nicht nur in der Lage sein, menschliche Handlungen zu simulieren, Daten zu sammeln und wichtige Entscheidungen zu treffen, sondern auch über eigene virtuelle Erinnerungen verfügen. Die KI-Arbeitskräfte haben sogar eigene Zugangsdaten für Systemanmeldungen.
Sicherheitsprobleme bei virtuellen Mitarbeitern mit agentischer KI lösen
Clinton wies jedoch auf wichtige Probleme hin, die gelöst werden müssen, darunter Sicherheitsfragen, bevor agentische KI menschliche Arbeitskräfte ersetzen kann.
Was passiert beispielsweise, wenn ihre Konten durch Phishing, Hackerangriffe oder auf andere Weise kompromittiert werden? Wie viel Zugriff auf das Netzwerk sollten sie haben? Vielleicht noch wichtiger: Wer wird zur Verantwortung gezogen, wenn etwas schiefgeht?
„In dieser Welt gibt es aus Sicherheitsperspektive so viele Probleme, die wir noch nicht gelöst haben und lösen müssen“, sagte Clinton.
Angesichts dieser Risiken haben einige Entwickler von Cybersicherheitslösungen bereits mit der Einführung entsprechender Lösungen begonnen. Neue Software, darunter verschiedene Tools für KI-Governance, kommt auf den Markt, um „nichtmenschliche Entitäten“ beim Eintritt in die Arbeitswelt zu überwachen und zu verwalten.
Rechtliche und ethische Fragen zu virtuellen KI-Arbeitskräften angehen
Doch Sicherheitsprobleme sind nur die Spitze des Eisbergs: Es gibt rechtliche und ethische Fragen im Zusammenhang mit der Verdrängung von Arbeitskräften, algorithmischer Voreingenommenheit und digitaler Rechenschaftspflicht. Politik und Unternehmen müssen sich möglicherweise mit diesen Aspekten auseinandersetzen, bevor Maschinen große Teile der Belegschaft verdrängen. Ein kürzlich erschienener Artikel von eWeek wies sogar darauf hin, wie Menschen ihren Lebensunterhalt verdienen könnten, wenn KI die Arbeitswelt übernimmt.
Die eigene Karriere KI-sicher machen
Ein weiterer Artikel von eWeek, verfasst von Chris Bernard, Managing Editor bei TechnologyAdvice, über wie man berufstätig bleibt, wenn KI Arbeitsplätze übernimmt nannte diese Berufe als besonders krisenfest: Beschäftigte im Gesundheitswesen, Lehrkräfte, Sozialarbeiter, Autoren, Designer und Künstler sowie KI-Entwickler.
Zu den Strategien, um wettbewerbsfähig zu bleiben, gehören außerdem: die eigenen Fähigkeiten auszubauen und neue Qualifikationen zu erwerben, Soft Skills zu stärken, sich an aufkommende Technologien anzupassen und Wachstumsbranchen zu erschließen.


