Mit einem Schritt, der die Art und Weise, wie Organisationen globale Daten verwalten, grundlegend verändern könnte, hat das chinesische Unternehmen Guoxing Aerospace 12 Satelliten gestartet. Nach eigenen Angaben handelt es sich dabei um das weltweit erste operative Computernetzwerk im Weltraum.
Die Satelliten sind mit KI-Systemen, Kommunikationsfunktionen zwischen den Satelliten und leistungsstarker Rechenkapazität ausgestattet. Das Netzwerk wurde „Three-Body Computing Constellation“ genannt und wird auch unter seinem Codenamen geführt: die Mission Space Computing Constellation 021. Guoxing Aerospace erklärte, die Zahl 021 stehe für „0 auf 1“ – eine Anspielung darauf, mit dem Start der weltweit ersten weltraumgestützten Computerkonstellation einen Durchbruch von null zu eins erzielt zu haben.
„Künstliche Intelligenz darf im Weltraum nicht wegen fehlender Rechenleistung abwesend sein“, erklärte Wang Jian, Mitglied der Chinesischen Akademie für Ingenieurwesen und Direktor des Zhijiang Laboratory, das am Start der Satelliten beteiligt war, in einer Stellungnahme. Jian fügte hinzu: „Der Aufbau einer Computerkonstellation im Weltraum kann es einem einzelnen Satelliten ermöglichen, einen größeren Wert zu entfalten. Das ist für die Transformation der Luft- und Raumfahrtindustrie von weitreichender Bedeutung.“
Ein offenes und gemeinsam genutztes Computersystem
Guoxing Aerospace zufolge ist die anfängliche Konstellation darauf ausgelegt, ein skalierbares Computersystem im Orbit zu unterstützen. Möglich wird dies durch schnelle Laser-Verbindungen, koordinierte Satellitenkommunikation und die verteilte Planung von Ressourcen.
Sobald die Systeme im Orbit überprüft wurden, sollen die Satelliten Funktionen wie die Bildung weltraumgestützter Clouds, den Aufbau von Orbitalketten und eine autonome Vernetzung ermöglichen, teilte das Unternehmen mit.
Nach Fertigstellung der Konstellation soll ein künftiges Computernetzwerk aufgebaut werden. Ziel ist es, die wachsende Nachfrage nach Echtzeitberechnungen im Weltraum zu decken. Daten direkt dort zu verarbeiten, wo sie entstehen, statt sie an einen zentralen Ort zu senden, könnte die bislang größte Anwendung von Edge Computing.
Datenverlust und Bandbreitenprobleme bei herkömmlichen Satelliten
Das Projekt ist jedoch nicht ohne Herausforderungen. Bei der Nutzung herkömmlicher Satelliten gibt es einen erheblichen Engpass bei der Datenübertragung, und aufgrund von Bandbreitenbeschränkungen gehen während der Übertragung zur Erde große Datenmengen verloren. Auch viele Unternehmen haben bei der Nutzung bandbreitenintensiver Anwendungen mit Problemen beim Fernbetrieb zu kämpfen.
Guoxing Aerospace erklärte, jeder Satellit verfüge über ein intelligentes Computersystem an Bord sowie ein Kommunikationssystem zwischen den Satelliten. Damit lasse sich die Vernetzung der Satelliten im gesamten Orbit herstellen, außerdem verfügten sie über Rechenkapazitäten im Weltraumorbit. Die höchste Rechenleistung eines einzelnen Computersatelliten liege bei 744 Billionen Operationen pro Sekunde (TOPS). Die erste Konstellation verfüge über eine Rechenleistung von fünf Peta-Operationen pro Sekunde (POPS) im Weltraum; die maximale Laserkommunikationsrate zwischen den Satelliten könne 100 Gbit/s erreichen.
Der Satellit ist außerdem mit einem weltraumgestützten Modell mit 8 Milliarden Parametern ausgestattet, das Aufgaben im Orbit wie astronomische wissenschaftliche Beobachtungen.
durchführen soll. Laut Guoxing Aerospace wird die Konstellation, sobald sie vernetzt ist, „die weltweit stärkste Rechenleistung im Weltraum bilden“.


