Ford stattet seinen KI-Assistenten mit etwas aus, das ein gewöhnlicher Chatbot nicht hat: Informationen über das Auto, das Sie tatsächlich fahren.
Der neue KI-Assistent des Autoherstellers funktioniert über die mobilen Apps von Ford und Lincoln, kann Funktionen erklären, bei der Fehlersuche helfen und Informationen über den aktuellen Zustand des Fahrzeugs des Kunden abrufen – darunter Kraftstoff- oder Ladestand, Reifendruck und Ölstandzeit.
Ford zufolge begann die Einführung in der ersten Hälfte des Jahres 2026 und wird nun auf weitere berechtigte Fahrzeugbaureihen ausgeweitet. Das Unternehmen will damit rund 8 Millionen Kunden mit berechtigten Ford- und Lincoln-Modellreihen erreichen.
KI-Assistent verbindet sich mit den konkreten Fahrzeugen der Fahrer
Einer der wichtigsten Unterschiede zwischen Fords Assistenten und einem typischen KI-Chatbot sind die fahrzeugspezifischen Informationen, auf die er zugreifen kann.
Fords Assistent ist dafür konzipiert, Informationen zu verwenden, die dem jeweiligen Fahrzeug des Kunden zugeordnet sind. Das bedeutet, dass Fahrer nicht jedes Gespräch damit beginnen müssen, die technischen Daten ihres Fahrzeugs zu erklären, bevor sie zu ihren Fragen kommen.
Der Assistent kann auch Anleitungen zur Fehlerbehebung bei bestimmten Problemen geben. Ford nennt als Beispiel ein Fenster, das immer wieder nach oben fährt, woraufhin die KI Schritt-für-Schritt-Anweisungen zur Behebung des Problems liefert.
Kunden können beim Stellen einer Frage außerdem ein Bild hochladen. Damit erhält der Assistent eine weitere Möglichkeit zu verstehen, welches Problem sie untersuchen oder was sie identifizieren möchten.
Echtzeit-Fahrzeugdaten schaffen eine weitere Ebene
Der Assistent ist nicht auf statische Informationen aus der Bedienungsanleitung beschränkt. Ford zufolge kann er auch über die App verfügbare Fahrzeugstatusdaten abrufen, darunter den Kraftstoff- oder Batterieladestand, den Reifendruck und die Ölstandzeit.
Dadurch verändert sich die Art der Antworten, die der Assistent geben kann. Statt nur zu erklären, wie ein Fahrzeug konstruktionsbedingt funktioniert, kann er auf Grundlage der Informationen antworten, die dem tatsächlichen Fahrzeug des Kunden in diesem Moment zugeordnet sind.
Berechtigte Nutzer sehen laut Ford oben rechts auf dem Fahrzeug-Startbildschirm ein blaues Oval und ein Funkel-Symbol, sobald die Funktion verfügbar wird.
Ford plant KI im Fahrzeug für 2027
Die App ist außerdem Teil einer umfassenderen KI-Strategie, mit der KI direkt in Ford- und Lincoln-Fahrzeuge gebracht werden soll. Ford plant, seinen eigenen KI-Assistenten 2027 in ausgewählte Fahrzeuge zu integrieren und die Technologie damit vom Smartphone des Besitzers ins Armaturenbrett zu bringen.
In der Zwischenzeit verbessert Ford auch die Sprachfunktionen in Fahrzeugen, die mit dem neuesten Ford and Lincoln Digital Experience ausgestattet sind. Google Gemini wird als optionale Alternative zu Google Assistant angeboten und ermöglicht Fahrern eine konversationsorientiertere Bedienung von Aufgaben wie Navigation, dem Versenden von Textnachrichten, dem Einstellen der Innenraumtemperatur und der Steuerung der Unterhaltungselektronik.
Vorerst beschreibt Ford Gemini und seinen eigenen KI-Assistenten als sich ergänzende Technologien. Gemini kümmert sich um allgemeine Aufgaben im Fahrzeug, während Fords Assistent auf fahrzeugspezifische Fragen spezialisiert ist. Das Unternehmen zufolge wird sein künftig integrierter Assistent dieselbe Grundlage mit Ford-Daten und -Diensten kombinieren, um für einzelne Fahrzeuge ein stärker personalisiertes Erlebnis zu schaffen.
Autohersteller liefern sich Wettrennen um KI
Ford ist nicht der einzige Autohersteller, der KI in das Besitz- und Fahrerlebnis integrieren möchte.KI in das Besitz- und Fahrerlebnis.
Rivian und Mercedes-Benz haben eigene Sprachassistenten eingeführt, während BMW Amazon Alexa technology integriert und General Motors auf Google Gemini setzt. Fahrzeuge mit Googles integriertem Betriebssystem, darunter Modelle von Volvo und Polestar, erhalten ebenfalls Zugriff auf Gemini.
Ford kündigte Pläne für seinen KI-Assistenten erstmals Anfang dieses Jahres an – zusammen mit Plänen für ein künftiges Fahrerassistenzsystem der Stufe 3 mit „Eyes-off“-Funktion. Die Einführung über die mobile App gibt Ford die Möglichkeit, fahrzeugbewusste KI mit Millionen bestehender Kunden zu testen, bevor die Technologie direkt in die Armaturenbretter gelangt.
Der größere Test wird sein, ob der Zugriff auf fahrzeugspezifische Daten KI von einer weiteren Sprachschnittstelle in etwas verwandelt, auf das sich Fahrer bei Fragen zu Besitz, Wartung und Alltag wirklich verlassen.
Weitere Meldungen: BYD entwickelt ein KI-System, das Tiere oder Menschen erkennen könnte , die sich unter geparkten Fahrzeugen befinden, und Fahrern so möglicherweise helfen könnte, verborgene Sicherheitsrisiken zu erkennen, bevor sie losfahren.


