Da generative KI immer stärker in die Entscheidungsfindung der C-Suite eingebunden wird, zeigt eine neu veröffentlichte SAP-Umfrage, dass 32 % der Führungskräfte sich wegen einer wachsenden Kompetenzlücke Sorgen machen. Trotz dieser Bedenken setzen jedoch 74 % der Führungskräfte größeres Vertrauen in KI-generierte Erkenntnisse als in Ratschläge von Kollegen oder Freunden.
Auf Vorstandsebene ist das Vertrauen in die KI sogar noch stärker ausgeprägt: 85 % der Vorstandsmitglieder bevorzugen KI-gestützte Ratschläge, verglichen mit 58 % der Führungskräfte außerhalb des Vorstands.
Die wachsende Rolle der KI bei der Entscheidungsfindung
Die Umfrage ergab außerdem, dass mehr als zwei von fünf Führungskräften (44 %) der generativen KI zutrauen würden, ihre geplanten Entscheidungen auf Grundlage von Erkenntnissen zu überstimmen, während 38 % der KI vertrauen würden, Geschäftsentscheidungen in ihrem Namen zu treffen.
Bei konkreten Anwendungen verlassen sich Führungskräfte vor allem auf die KI für Datenanalysen und Empfehlungen zur Entscheidungsfindung (52 %). Viele vertrauen der KI außerdem dabei, übersehene Risiken zu identifizieren (48 %) und alternative Strategien vorzuschlagen (47 %).
Über die strategische Planung hinaus wird KI in verschiedenen Geschäftsbereichen eingesetzt, darunter Produktentwicklung, Budgetplanung und Marktforschung – jeder dieser Bereiche wurde von 40 % der Befragten als ein Feld genannt, in dem KI eine wichtige Rolle spielt.
Der Einfluss der KI reicht über den Unternehmenskontext hinaus, und viele Führungskräfte berichten von persönlichen Vorteilen. Der Umfrage zufolge erleben 39 % dank der KI eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, 38 % berichten von einem verbesserten psychischen Wohlbefinden, und 31 % sagen, dass die KI dazu beigetragen hat, Stress zu reduzieren.
Warum Führungskräfte auf KI-gestützte Erkenntnisse setzen
Das hohe Vertrauen, das Führungskräfte bei der Entscheidungsfindung in die KI setzen, wardas bemerkenswerteste Ergebnis der Umfrage, so Jared Coyle, Chief AI Officer von SAP North America.
„Wenn man darüber nachdenkt, werden strategische Entscheidungen weitgehend auf Grundlage vertrauenswürdiger Daten und daraus gewonnener, vertrauenswürdiger Erkenntnisse getroffen“, sagte Coyle gegenüber TechRepublic.
„Daher ist es völlig logisch, dass Führungskräfte eine Technologie, die riesige Datenmengen analysiert und so schnell Erkenntnisse liefert, nicht nur begrüßen, sondern sie auch vollständig in ihren Arbeitsalltag und ihre Entscheidungen im Vorstand integrieren.“
Die KI-Kompetenzlücke besteht fort
Führungskräfte vertrauen der KI möglicherweise immer häufiger, doch viele Unternehmen stehen vor der Herausforderung, sicherzustellen, dass ihre Beschäftigten über die erforderlichen KI-Kenntnisse verfügen. Laut einem Bericht von Microsoft und LinkedIn aus dem Jahr 2024. Dennoch bieten derzeit weltweit nur 25 % der Unternehmen KI-Schulungen an, heißt es in dem Bericht.


