Japans neueste Bärenabwehr sieht aus, als wäre sie aus einem Spuk-Robotiklabor entkommen.
Im ländlichen Japan installieren Bauern und Landbesitzer „Monster-Wolf“-Roboter – animatronische Vogelscheuchen, die Bären mit blinkenden roten Augen, abrupten Bewegungen und einer wechselnden Mischung bedrohlicher Geräusche vertreiben sollen. Die Nachfrage steigt, während Japan eine Rekordwelle von Bärenbegegnungen erlebt, darunter 13 Todesfälle in der Saison 2025–2026, wie AFP berichtet.
Die Roboter können mehr als 50 verschiedene Geräusche erzeugen, darunter Knurren, Heulen, elektronische Geräusche und menschliche Stimmen, die Berichten zufolge bis zu einem Kilometer weit zu hören sind.
„Wir stellen sie von Hand her. Jetzt können wir sie nicht schnell genug produzieren. Wir bitten unsere Kunden, zwei bis drei Monate zu warten“, sagte Unternehmenspräsident Yuji Ohta gegenüber AFP. Die Geräte, die bei etwa 4.000 US-Dollar beginnen, werden von Solarmodulen mit Energie versorgt und nutzen Bewegungssensoren, um sich automatisch zu aktivieren, wenn sich Tiere nähern.
Bärenangriffe erreichen alarmierende Ausmaße
Der sprunghafte Anstieg der Nachfrage erfolgt, während Japan mit einer beispiellosen Welle von Bärenbegegnungen zu kämpfen hat.
Laut AFP töteten Bären in der Saison 2025–2026 landesweit 13 Menschen – mehr als doppelt so viele wie beim bisherigen Rekord. Außerdem wurden im ganzen Land mehr als 50.000 Bärensichtungen gemeldet, ein weiterer historischer Höchststand.
Behörden zufolge wurden die Tiere in der Nähe von Schulen, in Wohnvierteln, auf Golfplätzen und sogar in Supermärkten und Thermalbädern gesichtet. Die Zahl der gefangenen und getöteten Bären stieg gegenüber dem Vorjahr nahezu auf das Dreifache und erreichte 14.601, berichtete AFP.
Wissenschaftler und lokale Behörden führen den Anstieg der Begegnungen auf mehrere Faktoren zurück, darunter wachsende Bärenpopulationen, schlechte Nahrungsernten in freier Wildbahn und klimabedingte Störungen der Winterschlafzyklen. Einige Experten verwiesen zudem auf die Entvölkerung ländlicher Gebiete, durch die Wildtiere tiefer in Regionen vordringen konnten, die einst vom Menschen dominiert wurden.
„Diese Bedingungen haben ein Gebiet geschaffen, das von hungrigen Bären überlaufen ist“, USA TODAY berichtete im Zusammenhang mit dem jüngsten Anstieg der Angriffe.
Vom Gimmick zum unverzichtbaren Werkzeug
Ohta stellte den Monster Wolf erstmals 2016 vor, um Nutzpflanzen vor Hirschen, Wildschweinen und Bären zu schützen. Damals taten viele die Erfindung Berichten zufolge als kaum mehr als eine Kuriosität ab. Nun gehen die Bestellungen in großer Zahl ein – von Bauern, Betreibern von Golfplätzen und Bauarbeitern in ländlichen Gebieten.
„Das Bewusstsein für die Sicherheit vor Bären und Maßnahmen gegen Schäden an Wildtieren (an landwirtschaftlichen Erzeugnissen) ist gewachsen. Außerdem wurde zunehmend erkannt, dass unser Produkt im Umgang mit Bären wirksam ist“, sagte Ohta gegenüber AFP. Allein 2026 erhielt das Unternehmen bereits rund 50 Bestellungen – mehr, als es normalerweise in einem ganzen Jahr erwarten würde.
Modelle mit Rädern, Handgeräte und KI-Upgrades
Ohta Seiki arbeitet nun an verbesserten Versionen der Maschine, die mithilfe von Rädern Routen abfahren oder Tiere aktiv vertreiben können. Das Unternehmen entwickelt außerdem kleinere Handgeräte für Wanderer, Angler und Schulkinder.
„Wir wollten unser Fertigungswissen einsetzen, um unseren Teil zur Bewältigung des Bärenproblems beizutragen“, sagte Ohta. Künftige Modelle könnten auch KI-gestützte Kameras umfassen, die Wildtiere automatisch erkennen, bevor sie die Abwehrsysteme auslösen.
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