„Hey Matic, mach das sauber“ – mehr ist jetzt nicht nötig.
Matic Robots Inc. hat am Donnerstag damit begonnen, ein Firmware-Update auszurollen, das die Funktionsweise seines 1.245 US-Dollar teuren Roboterstaubsaugers verändert. Die neue Funktion namens Matic Cues ermöglicht es Nutzern, das Gerät mit natürlichen Sprachbefehlen in mehr als 70 Sprachen zu steuern oder einfach auf eine Verschmutzung zu zeigen und „mach das sauber“ zu sagen.
Das in Mountain View, Kalifornien, ansässige Unternehmen, das von den ehemaligen Google-Nest-Ingenieuren Mehul Nariyawala und Navneet Dalal gegründet wurde, arbeitet seit neun Jahren auf diesen Moment hin. „Als wir anfingen, schrieben wir auf ein Blatt Papier, dass wir uns niemals übernehmen lassen würden“, sagte Nariyawala gegenüber Bloomberg. „Es ist schön, endlich das auf den Markt zu bringen, wovon wir vor fast neun Jahren geträumt haben.“
Der Roboter reagiert auf das Aktivierungswort „Hey Matic“, dreht sich zum Sprecher um und kann Befehlen wie „Sauge die Küche“, „Komm her“ oder „Folge mir“ folgen. Nutzer können sogar mehrere Anweisungen verknüpfen, etwa den Roboter in einem Satz auffordern, einen Raum zu saugen und einen anderen zu wischen.
So funktioniert es
Anders als Konkurrenzmodelle, die auf Smart-Home-Plattformen wie Alexa oder Google Home angewiesen sind, ist Matics Sprachsteuerung direkt in den Roboter integriert. Die Gestenerkennung nutzt die fünf integrierten Kameras des Geräts, um zu erkennen, wohin ein Nutzer zeigt – laut dem Unternehmen etwas, das reine Lidar-Systeme, die „nichts sehen“, nicht leisten können.
„Ein wirklich intelligenter Roboter, der intuitiv zu bedienen ist, sollte lernen, wie Menschen auf natürliche Weise kommunizieren, statt Familien aufzufordern, noch eine neue Benutzeroberfläche zu erlernen“, sagte Nariyawala in einer Unternehmensmitteilung. „Nur so kann ein Roboter wirklich zu einem Teil des Zuhauses und der Familie werden.“
Datenschutzaspekte
Matic hat sich mit Datenschutz einen Namen gemacht und verarbeitet visuelle Daten auf dem Gerät statt in der Cloud. Mit Matic Cues verfolgt das Unternehmen diesen Ansatz auch beim Aktivierungswort und bei der Gestenerkennung – beides wird vollständig auf dem Roboter verarbeitet. Sprachbefehle werden jedoch zur Verarbeitung an die Google Gemini API gesendet, was bedeutet, dass die Funktion eine Cloud-Verbindung benötigt.
„Wir senden dem Gemini-Modell Ihren Befehl anonym“, erklärte das Unternehmen in einem Blogbeitrag. „Es werden keine Nutzerinformationen übermittelt.“ Die Mikrofone sind standardmäßig deaktiviert, und Nutzer müssen der Aktivierung der Funktion zustimmen. Matic plant, künftig ein kleineres On-Device-Modell für die häufigsten Befehle zu entwickeln, wodurch die Abhängigkeit von der Cloud möglicherweise entfällt.
Geschäftlicher Kontext
Die Aktualisierung kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt für die US-amerikanische Roboterstaubsaugerbranche.
iRobot Corp., das Unternehmen hinter Roomba, hat Ende vergangenen Jahres Insolvenz angemeldet, während chinesische Konkurrenten wie Roborock und Dreame mit preisgünstigeren Modellen Marktanteile erobert haben, berichtete Bloomberg. Die jüngste Aufnahme im Ausland produzierter „fortschrittlicher Robotikgeräte“ in die Covered List der FCC könnte den Eintritt neuer Modelle aus China in den US-Markt beschränken.
Matic, das seine Roboter in Kalifornien entwickelt und montiert, hat bislang mehr als 13.000 Geräte verkauft. Im Januar gab das Unternehmen eine neue Finanzierung in Höhe von 60 Millionen US-Dollar bekannt, womit sich die Gesamtfinanzierung auf 115 Millionen US-Dollar erhöht. Laut Bloomberg ist für Anfang September eine Preiserhöhung auf 1.495 US-Dollar geplant, die das Unternehmen mit steigenden Komponentenkosten begründet.
Was Matic mit Cues gezeigt hat, ist, dass der fortschrittlichste Heimroboter nicht unbedingt derjenige mit den meisten Sensoren oder dem schnellsten Prozessor ist, sondern derjenige, der im Hintergrund verschwindet und auf die Art auf uns reagiert, wie wir ohnehin miteinander sprechen.
Weiterführende Lektüre: Mehr dazu, wie Roboter immer komplexere Aufgaben in der realen Welt bewältigen, erfahren Sie in unserem Beitrag darüber, wie Figure 03 autonom und ohne menschliche Steuerung eine Leiter hinaufstieg.


