Samsung Research hat ein Gesundheits-KI-Modell entwickelt, das klein genug ist, um vollständig auf Hardware der Smartwatch-Klasse zu laufen. Damit eröffnet sich ein Weg zu einer umfassenderen biometrischen Analyse direkt auf künftigen Wearables. Das Modell namens HiMAE führt den Forschern zufolge auf Prozessoren der Smartwatch-Klasse eine Inferenz in weniger als einer Millisekunde durch.
Samsung hat HiMAE weder als Verbraucherfunktion für die Galaxy Watch angekündigt noch mitgeteilt, dass die aktuellen Samsung-Health-Tools das Modell verwenden. Die Fähigkeit, lokal zu laufen, zeigt jedoch, dass eine fortschrittliche Analyse von Gesundheitsdaten nicht zwangsläufig erfordert, jede Berechnung an ein Smartphone oder einen entfernten Server zu senden.
Kleine Modelle bringen mehr KI ans Handgelenk
HiMAE, kurz für Hierarchical Masked Autoencoder, analysiert Gesundheitssignale von Wearables auf unterschiedlichen Zeitskalen. In seiner veröffentlichten HiMAE-Forschungberichtet Samsung Research, dass das Modell bei mehreren Benchmarks größere Vergleichsmodelle übertraf und zugleich kompakt genug für die Inferenz auf dem Gerät blieb. Die Arbeit wurde für die ICLR 2026 angenommen.
Samsung entwickelt außerdem ein Modell namens xMAE, das für die ICML 2026 angenommen wurde. Während des Trainings nutzt xMAE synchronisierte Elektrokardiogramm- oder EKG-Signale und Photoplethysmografie- oder PPG-Signale, um Zusammenhänge zwischen der elektrischen Aktivität des Herzens und den von Wearables erfassten optischen Pulsdaten zu lernen.
Nach dem Training kann der EKG-Zweig entfernt und der PPG-Encoder für gesundheitsbezogene Aufgaben eingesetzt werden. Die Forscher berichteten, dass xMAE bei 15 von 19 untersuchten Aufgaben Vergleichsmodelle übertraf, darunter die Vorhersage kardiovaskulärer Ereignisse und die Bestimmung von Schlafphasen.
Die Arbeit entsteht zu einem Zeitpunkt, an dem Samsung die Gesundheitsfunktionen über die Galaxy Watch9 und Galaxy Watch Ultra2, die am 22. Juli angekündigt wurden, ausweitet. Einige Funktionen laufen auch auf älterer Hardware, wodurch die Frage, welche Gesundheitsfunktionen tatsächlich eine Watch9 erfordern für Besitzer relevant ist, die über ein Upgrade nachdenken. Samsung hat diese kommerziellen Funktionen nicht mit HiMAE oder xMAE verknüpft.
Vorhandene Sensoren könnten mehr leisten
Lokale Gesundheits-KI könnte bei künftigen Funktionen die Abhängigkeit von Netzwerken und die Latenz verringern und zugleich mehr Analysen direkt auf dem Wearable ermöglichen. Samsung hat nicht offengelegt, wie eine kommerzielle HiMAE-Implementierung die Verarbeitung auf Uhr, Smartphone und Cloud aufteilen würde. Daher sollten Vorteile für den Datenschutz oder die Akkulaufzeit nicht vorausgesetzt werden.
Samsung bewegt sich bereits in Richtung einer stärker softwarebasierten Interpretation – durch seinen Health Assistant als Betaversion, der Samsung-Health- und Wearable-Daten nutzt, um personalisierte Wellness-Empfehlungen bereitzustellen. Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich beim KI-gestützten Glukose-Tracking auf Smartwatches, bei dem Software Messwerten, die von externen kontinuierlichen Glukosemessgeräten erfasst werden, zusätzlichen Kontext verleihen kann.
xMAE könnte ebenfalls mehr Informationen aus optischen Signalen gewinnen, die Smartwatches bereits erfassen. Samsung Research weist darauf hin, dass es das EKG nur während des Trainings verwendet; es macht aus PPG keine kontinuierliche EKG-Messung.
Für Organisationen, die Wearables in großem Maßstab einsetzen, könnte die Inferenz auf dem Gerät die Abhängigkeit von einer ständigen Verbindung verringern und verändern, wie Architekten Latenz und die Übertragung sensibler biometrischer Daten bewerten. Diese Vorteile bleiben bei HiMAE theoretisch, solange Samsung keine kommerzielle Implementierung dokumentiert.
Samsung hat keine Galaxy-Watch-Modelle genannt, die HiMAE-basierte Funktionen erhalten könnten, kein Datum für die Einführung genannt und den Akkuverbrauch bei kontinuierlicher Inferenz nicht offengelegt. Bis dahin bleibt HiMAE eine Forschungsdemonstration und kein Kaufargument für eine Galaxy Watch.
Mehr dazu: Samsung testet auch andere Möglichkeiten, frühere Warnungen aus Wearable-Signalen abzuleiten: Eine separate Studie zur Galaxy Watch AI sagte eine Ohnmacht bis zu fünf Minuten im Voraus voraus, wobei auch diese Funktion experimentell bleibt.


