a16z hat also sein neuestes Ranking der 100 besten Verbraucher-KI-Apps für Mobilgeräte und Desktop veröffentlicht, und die Ergebnisse sind ziemlich faszinierend. Die Daten basieren auf dem Website-Traffic-Ranking von SimilarWeb und damit darauf, was echte Verbraucher tatsächlich nutzen. Schauen wir uns das genauer an.
Die wichtigste Erkenntnis: Die Wildwest-Tage sind vorbei. Diesmal sind nur 11 neue Apps zur Webparty hinzugekommen, verglichen mit 17 beim letzten Mal – ein Hinweis darauf, dass sich das Ökosystem stabilisiert. Auf Mobilgeräten kamen derweil 14 Neuzugänge hinzu, nachdem die App-Stores endlich gegen diese faulen „ChatGPT-Klone“ durchgegriffen haben. Und das ist auch gut so!
Google macht ernst: Zum ersten Mal hat Google vier Produkte auf der Liste. Gemini ergatterte hinter ChatGPT den zweiten Platz und kommt auf etwa 12 % von ChatGPTs Web-Traffic. Auf Mobilgeräten ist der Abstand deutlich geringer: Dort erreicht Gemini fast die Hälfte von ChatGPTs Traffic. Nicht schlecht für den Suchriesen, von dem alle dachten, er verschlafe das KI-Zeitalter. Auch Googles andere Babys haben es auf die Liste geschafft:
- AI Studio schaffte es in die Top 10 (genauer gesagt auf Platz 10).
- NotebookLM landete auf Platz 13 (Wisst ihr noch, als das viral ging?).
- Google Labs kam auf Platz 39 (im Monat, in dem Veo 3 erschien, schnellte die Nutzung um 15 % nach oben).
Grok 4 kam aus dem Nichts: Von einer mobilen App, die Ende 2024 noch nicht existierte, stieg es auf Platz 4 im Web und Platz 23 auf Mobilgeräten – mit mehr als 20 Mio. monatlich aktiven Nutzern. Tatsächlich sorgte der Start von Grok 4 im Juli für einen Nutzungssprung von 40 %, gefolgt von der provokanten Anime-Avatar-Funktion. Kaum zu glauben, aber das sorgte für ein enormes Wachstum. Warum glaubt ihr, dass Elon ständig darüber twittert?
Die Explosion des Vibe-Codings ist real: Lovable sprang von der Liste der „Fast geschafft“-Kandidaten auf Platz 22 und erreichte bereits einen ARR von 100 Mio. US-Dollar. Diese Plattformen verzeichnen in den ersten drei Monaten eine Umsatzbindung von mehr als 100 %. Das ist bei Verbraucherprodukten unheard of. Der seltsame Teil ist jedoch: Der Traffic zu Vibe-Coding-Plattformen ist viel höher als der Traffic zu den Apps, die Menschen damit erstellen.
Entweder kauft also jeder individuelle Domains (wohl kaum), niemand veröffentlicht irgendetwas, oder wir erleben gerade die Geburt von „persönlicher Software“ – also von Tools, die man nur für sich selbst erstellt und nutzt.
Das KI-Agenten-Tool Manus schaffte es ebenfalls zum ersten Mal auf die Liste und belegte Platz 27 im Web-Ranking. Die wichtigste Traffic-Quelle ist dabei Brasilien, gefolgt von den USA. Manus hat außerdem gerade bekannt gegeben, dass es eine annualisierte Umsatzrate von 90 Mio. US-Dollar erreicht hat.
Im Bericht findet ihr die vollständige Liste aller 100 KI-Tools. Schaut euch auch die nächste Ausgabe an, um zu sehen, ob Google seinen Schwung beibehält und ob westliche Videomodelle endlich mit Chinas Dominanz konkurrieren können. Spoiler: Veo 3 könnte der erste echte Herausforderer sein.
Anmerkung der Redaktion: Dieser Inhalt erschien ursprünglich im Newsletter unserer Schwesterpublikation The Neuron. Mehr von The Neuron könnt ihr lesen, wenn ihr euch hier für den Newsletter anmeldet.


