Experten zufolge nutzen Kriminelle ein gefälschtes KI-Videogenerator-Tool namens EditPro, um Windows- und Mac-Geräte mit Schadsoftware zu infizieren. Die Anzeigen versprachen, dass Nutzer ein gefälschtes KI-Videotool herunterladen könnten, tatsächlich wurden jedoch stattdessen die Schadsoftware AMOS und Lumma Stealer auf den Geräten installiert.
Anzeigen und Beiträge in sozialen Medien bewarben im Rahmen des Betrugs einen gefälschten KI-Videogenerator namens EditPro. Die Kampagne nutzte einprägsame Deepfake-Bilder—etwa von den Präsidenten Biden und Trump, die gemeinsam Eistüten genießen—, um für das nicht existierende Tool zu werben. Die Beiträge leiteten Besucher auf seriös wirkende Websites unter den URLs editproai[.]pro und editproai[.]org weiter.
So funktioniert der Betrug mit dem gefälschten KI-Videogenerator
Wer versucht, das Tool für künstliche Intelligenz zu installieren, lädt stattdessen eine von zwei Arten von Schadsoftware herunter: Lumma Stealer oder AMOS. Laut dem ursprünglichen BleepingComputer-Bericht, heißt die Datei für Windows-Nutzer „Edit-ProAI-Setup-newest_release.exe“ (VirusTotal) und für macOS „EditProAi_v.4.36.dmg“ (VirusTotal). Entdeckt wurde der Hack von einem Cybersicherheitsforscher, der unter dem Alias @g0njxa auftritt.
AMOS, kurz für Attack Management and Operations System, ist eine Plattform, die Kriminellen mit geringen technischen Kenntnissen dabei hilft, groß angelegte Cyberangriffe zu verwalten und zu automatisieren. Lumma Stealer ist ein Malware-as-a-Service-Tool, das sensible Informationen wie Anmeldedaten und Kreditkartendaten abgreift. Aufgrund des Einsatzes fortschrittlicher Techniken wie der Prozessinjektion ist die Schadsoftware nur schwer zu erkennen und zu bekämpfen. Obwohl sie erst seit 2022 aktiv ist, haben häufige Aktualisierungen die Raffinesse und Effizienz der Angriffe mit Lumma Stealer exponentiell verbessert.
Was tun, wenn Sie die EditPro-Schadsoftware bereits heruntergeladen haben?
Nachdem Sie nun von dem EditPro-Schadsoftwarebetrug wissen, können Sie die gefälschten KI-Videotools meiden. Doch was, wenn Sie den gefälschten KI-Videogenerator bereits vor Bekanntwerden der Meldung heruntergeladen haben? Gehen Sie davon aus, dass alle Ihre sensiblen Informationen—einschließlich Passwörtern, Kreditkarten, Bankkonten, Kryptowährungs-Wallets und Authentifizierungsdaten—kompromittiert wurden.
Setzen Sie umgehend alle Ihre Zugangsdaten zurück und verwenden Sie für jede Plattform ein einzigartiges, sicheres Passwort oder eine entsprechende Passphrase. Außerdem sollten Sie die Multi-Faktor-Authentifizierung für sensible Websites wie Onlinebanking, E-Mail-Konten und Versicherungsportale aktivieren.
Auch wenn Sie die EditPro-Schadsoftware nicht heruntergeladen haben, helfen diese proaktiven Maßnahmen dabei, Ihre Daten zu schützen und die Wahrscheinlichkeit zu verringern, dass Ihre Informationen bei einem Cyberangriff kompromittiert werden. Ein Passwortmanager wie Bitwarden hilft Ihnen, Zugangsdaten sicher zu generieren und zu speichern.
Erfahren Sie mehr darüber, wie KI eingesetzt wird, um sowohl die Bemühungen im Bereich Cybersicherheit zu unterstützen als auch zu bekämpfen.


