Da Unternehmen die beschleunigte digitale Transformation, sind neue Möglichkeiten entstanden, Daten organisationsübergreifend auszutauschen, ohne den Datenschutz zu gefährden.
Da Unternehmen als Reaktion auf die durch COVID-19 verursachten Umwälzungen weiterhin den beschleunigten technologischen Wandel vorantreiben, haben sich einige zu digitalen Vorreitern entwickelt und neue, kreative Wege gefunden, aufkommende Technologien einzusetzen. Im Zentrum ihres Pioniererfolgs stehen innovative Möglichkeiten, Daten organisationsübergreifend und zwischen Organisationen auszutauschen, ohne den Datenschutz zu gefährden.
Während COVID-19 in die endemische Phase übergeht, hallen die anhaltenden Herausforderungen in der globalen Wirtschaft nach. Anhaltender Arbeits- und Ressourcenmangel, hybride Arbeitsmodelle, eine Explosion neuer Geräte und Störungen in den Lieferketten – um nur einige zu nennen – erfordern neue Lösungen.
Der 13. jährliche Deloitte Tech Trends Report Data Sharing Made Easy zeigt, dass Pionierorganisationen diese Volatilität bewältigen, indem sie viele ihrer traditionell intern erbrachten Fähigkeiten automatisieren, abstrahieren und an die Cloud auslagern. Nirgendwo ist dieser Wandel ausgeprägter als beim Aufstieg cloudbasierter Datenplattformen.
Effektives Datenmanagement bildet den Kern des Erfolgs in diesem von Umbrüchen geprägten Markt. Ein Trend im Deloitte Tech Trends Report erklärt, wie neue Technologien durch die Vereinfachung der Mechanismen des Datenaustauschs zwischen und innerhalb von Organisationen fortschrittliche Geschäftsmodelle hervorbringen – ohne den Datenschutz zu gefährden.
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Die Möglichkeiten gemeinsam genutzter Daten erschließen
Die innovative Nutzung gemeinsam genutzter Daten ist kein Wunschtraum. Für fortschrittliche Organisationen ist sie Realität.
Als COVID-19-Impfstoffe im Frühjahr 2021 weithin verfügbar wurden, nutzte CVS Health (CVSH) externe Daten von Impfstofflieferanten und den Centers for Disease Control and Prevention (CDC), um Angebot und Nachfrage zu prognostizieren.
Das Team etablierte umgehend eine Governance, um Datenschutz und die Einhaltung von Datenschutz- und Datensicherheitsgesetzen zu priorisieren, und speiste diese Informationen anschließend in interne Systeme ein. So konnten Patienten Termine vereinbaren, Partner Kliniken einrichten und Analysten die Wirksamkeit der Kampagne messen.
Das Team gab Daten außerdem extern an Forschungseinrichtungen und Universitäten weiter, um die Impfquoten in der Bevölkerung besser einzuschätzen. Im weiteren Verlauf der Impfkampagne nutzte CVSH demografische Daten und Nachfragedaten, um unterversorgte Gebiete zu identifizieren und den Zugang zu Impfstoffen dort zu erleichtern, wo sie am dringendsten benötigt wurden.
Eine einfachere Verbindung zu bestehenden Partnern ist nur ein Teil der Geschichte. Cloud-native Datenplattformen ermutigen Organisationen außerdem, externe Daten zu suchen und zu nutzen, die traditionell außerhalb des Anwendungsbereichs lagen oder anderweitig nicht zugänglich waren, um eine neue Arena datenbasierter Chancen zu eröffnen.
Beispielsweise können Datenmarktplätze der Industrie es ansonsten erbitterten Wettbewerbern ermöglichen, gemeinsame Herausforderungen durch Zusammenarbeit zu lösen. Man denke an Banken in Entwicklungsregionen: Gemeinsam könnten sie anonymisierte Kreditdaten bündeln, um ein institutsübergreifendes Kreditrisikomodell zu entwickeln und dadurch neue Erkenntnisse und Chancen zum gemeinsamen Nutzen aller zu erschließen.
Ebenso kaufen viele Hersteller und Einzelhändler bereits Verbraucherdaten von Drittanbieter-Datenbrokern. Diese Daten sind jedoch häufig von geringer Qualität oder zu begrenzt, um eine wesentliche geschäftliche Wirkung zu erzielen. Der Austausch hochwertiger Daten zwischen dazu bereiten Parteien kann es jedem Partner in der Wertschöpfungskette – von Lieferanten über Hersteller bis hin zu Marketingverantwortlichen – ermöglichen, Kundendaten zu bündeln und ein detailreicheres Bild der Nachfrage zu erstellen.
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Externe Daten zu beschaffen, kann einfach und wertvoll sein
Die jüngste Verbreitung cloudbasierter Plattformen für den Datenaustausch ermöglicht es Organisationen, Daten einfacher zu kaufen und zu verkaufen als in früheren Jahren. Das Modell „Datenaustausch als Service“ ermöglicht es Abonnenten, Daten zu verwalten, zu kuratieren und anzupassen sowie den Zugriff auf diese Daten zu aggregieren und an andere Abonnenten zu verkaufen.
Diese Modelle haben sich bereits beim Musikstreaming und in sozialen Medien bewährt, wo Anbieter einfach zu bedienende Plattformen bereitstellen und Kunden Inhalte zum Teilen liefern. Ähnliche Systeme stehen Unternehmen nun zur Verfügung, und der Datenmarktplatzsektor befindet sich mitten in einem „Goldrausch“, während Start-ups gemeinsam mit etablierten Anbietern ihre Claims auf dem Marktplatz abstecken.
Dieses Modell ist vielversprechend und hat zu einem deutlichen Anstieg der Nachfrage nach hochwertigen, extern bezogenen Daten geführt. Daten sind nicht länger nur ein Werkzeug zur Unterstützung von Entscheidungen auf höchster Ebene, sondern werden zunehmend als geschäftskritischer Vermögenswert betrachtet, der ausdrücklich bewertet und monetarisiert werden kann. Dieser tiefgreifende Wandel unterstreicht, wie wichtig es für vorausschauende Unternehmen ist, zu prüfen, was Datenmarktplätze für ihre Geschäftsergebnisse leisten können.
Trotz der hektischen Beschleunigung in diesem Bereich stehen wir noch am Anfang. Governance, Sicherheits- und Preismodelle entwickeln sich weiter, während die Wirtschafts- und Technologiegemeinschaft als Reaktion auf Angebot und Nachfrage neue Ansätze erprobt. Mit dem weiteren Eintritt neuer Teilnehmer in den Wettbewerb werden Umfang, Vielfalt und Wert dieser aufkommenden Datenmarktplätze jedoch voraussichtlich weiter wachsen.
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Datenschutzfragen unter Kontrolle halten
Ungeachtet der positiven Prognosen birgt jeder aufkommende Technologietrend potenzielle Risiken. Datenschutzrichtlinien, Wettbewerbsschutz sowie zahlreiche Fragen zu Sicherheit, Schutz und Governance haben die Fähigkeit von Unternehmen, ihre Daten offen zu teilen, in der Vergangenheit beeinträchtigt.
Auf den Plan tritt eine neue Klasse von Rechenverfahren, die gemeinsam als datenschutzwahrendes Computing bekannt sind und es ermöglichen können, die Vorteile des Datenaustauschs zu nutzen, ohne die Vertraulichkeit zu gefährden.
Aufkommende datenschutzwahrende Verfahren sind komplex und vielschichtig:
- Vollhomomorphe Verschlüsselung ermöglicht die gemeinsame Nutzung und Analyse verschlüsselter Daten, ohne sie zuvor zu entschlüsseln.
- Zero-Knowledge-Proofs ermöglichen es Nutzern, ihr Wissen über einen Wert nachzuweisen, ohne den Wert selbst offenzulegen.
- Die föderierte Analysetechnik ermöglicht es Unternehmen, Erkenntnisse aus ihren Analysen zu teilen, ohne die Daten selbst weiterzugeben.
- Differentielle Privatsphäre fügt Datensätzen Rauschen hinzu, sodass sich die ursprünglichen Eingabewerte nicht zurückentwickeln lassen.
Im Kern ermöglichen all diese Verfahren und andere ähnliche Ansätze eine intensive Zusammenarbeit, ohne den Wettbewerbsschutz oder den Datenschutz zu gefährden. Dieser Ansatz, der „das Beste aus beiden Welten“ vereint, kann dazu beitragen, Datensicherheitsrisiken zu mindern und gleichermaßen die Zustimmung von Kunden, Partnern und anderen Stakeholdern zu gewinnen.
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So gelingt der nächste Schritt
Was bedeutet das für Unternehmen in Zukunft? Erstens müssen Führungskräfte in Unternehmen sich weiterhin auf die heutigen Initiativen im Datenmanagement konzentrieren – auch auf jene, die sich nicht durch Datenaustausch lösen lassen. Starke Initiativen für Data Governance, Datenqualität und Metadaten gehören beispielsweise nach wie vor zu den grundlegenden Voraussetzungen für den Erfolg im modernen Markt.
Zweitens müssen Technologie- und Wirtschaftsverantwortliche gleichermaßen erkennen, dass diese neuen Tools und Ansätze zwar potenziell disruptiv sind, die Unternehmenskultur jedoch nicht über Nacht verändern werden. Unternehmen jeder Größe verfügen über tief verankerte Prozesse und Standards für die Verwaltung und den Zugriff auf Daten.
Etablierte Unternehmen haben möglicherweise strenge, festgelegte Vorgehensweisen, während Start-ups und Digital Natives einen entspannteren Ansatz bevorzugen. Manche Unternehmen sind womöglich weniger bereit, Daten zu teilen, oder grundsätzlich misstrauisch – selbst bei anonymisierten Daten. Andere müssen sich vielleicht eingehend selbst hinterfragen und sich entsprechend anpassen, um diese kulturellen Herausforderungen zu überwinden.
Dennoch sind dies keine Gründe, die Erkundung dieses Trends zu vermeiden oder ihn – sobald man bereit ist – anzunehmen. Organisationen an der Spitze profitieren bereits davon und lassen ihre weniger aufmerksamen und/oder weniger gut vorbereiteten Wettbewerber weit hinter sich. Unternehmen aller Branchen verfügen über einen zunehmend liquiden Vermögenswert. Jetzt könnte der richtige Zeitpunkt sein, das Beste daraus zu machen.
Über die Autoren:
Mike Bechtel, Chief Futurist, und Nitin Mittal, AI Leader, bei Deloitte Consulting LLP


