Samsungs Galaxy Watch 9 bietet sechs Gesundheitsfunktionen, doch die Gründe für ein Upgrade beruhen nicht auf sechs neuen Sensoren. Drei dieser Funktionen werden bereits nachweislich von der Galaxy Watch 8 unterstützt.
Daily Cardio Load, Fitness Index und die verbesserte Funktion zur Erkennung von Schlafapnoe funktionieren auf älterer Hardware unter den von Samsung genannten Softwarevoraussetzungen. Für Vitals, Heart Health Score und Hearing ist die Kompatibilität weiterhin weniger eindeutig. Das schmälert die Gründe für einen vorzeitigen Austausch in Organisationen, die bereits Watch-8-Geräte unterstützen.
Drei Gesundheitsverbesserungen erreichen bereits die Watch 8
Samsungs Ankündigung zum Start am 22. Juli besagt, dass Daily Cardio Load und Fitness Index die Galaxy Watch 7 und neuere Modelle mit One UI 9 Watch unterstützen. Die Watch 8 erfüllt daher nach Erhalt der erforderlichen Software die Voraussetzungen für beide Funktionen.
Daily Cardio Load schätzt die kardiovaskuläre Belastung anhand von Aktivitäts- und Herzfrequenzdaten. Dafür sind mindestens sieben Tage an Daten erforderlich, während Samsung für eine bessere Personalisierung 28 Tage durchgängiges Tragen empfiehlt.
Fitness Index nutzt Körperzusammensetzung, VO2 max, Herzfrequenz, Schritte und den Aktivitätsverlauf. Er erfordert eine Messung der bioelektrischen Impedanzanalyse, eine VO2-max-Messung sowie zwei Tage mit Aktivitäts- und Schrittaufzeichnungen.
Die verbesserte Funktion zur Erkennung von Schlafapnoe unterstützt die Galaxy Watch Ultra, die Watch 7 und neuere Modelle mit Wear OS 7. Nutzer müssen mindestens 18 Jahre alt sein, die Uhr mit einem kompatiblen Galaxy Smartphone koppeln und die regionalen Voraussetzungen für die Verfügbarkeit erfüllen.
Die ursprüngliche Funktion erhielt die FDA-De-Novo-Zulassung am 6. Feb. 2024. Sie bewertet Anzeichen einer mittelschweren bis schweren Schlafapnoe, stellt jedoch keine Diagnose und ersetzt keine medizinische Behandlung.
Vitals benötigt Schlafdaten aus sieben Nächten und nutzt Herzfrequenz, Herzfrequenzvariabilität, Atemfrequenz, Hauttemperatur und Blutsauerstoff, um einen Ausgangswert zu ermitteln. Samsung nennt keine Mindestgeneration der Uhr, während das Unternehmen seine KI-generierte Gesundheitsberatung auf seiner gesamten Wearable-Plattform ausweitet.
Heart Health Score kombiniert Trends bei Aktivität, Schlaf, Körperzusammensetzung und Stress. Samsung führt die Funktion für eine „kommende Galaxy Watch“ mit One UI 9 auf – eine Formulierung, die die Unterstützung der Watch 8 nicht eindeutig bestätigt. Für Hearing nennt das Unternehmen ebenfalls keine Voraussetzung hinsichtlich älterer Modelle.
Akku und Verarbeitung sprechen für neue Hardware
Samsungs Spezifikationen der Watch 9 nennen die Plattform Snapdragon Wear Elite, eine Displayhelligkeit von bis zu 3.000 Nits sowie Akkus mit 390 mAh beim 40-mm-Modell und 445 mAh bei der 44-mm-Version.
Die offiziellen Spezifikationen der Watch 8 nennen Akkus mit 325 mAh und 435 mAh. Die kleinere Watch 9 verfügt über 65 mAh mehr, also 20 %; das größere Modell legt um 10 mAh zu.
Samsung führt für beide Generationen dieselben Kategorien von Gesundheitssensoren auf, darunter optische und elektrische Herzsensoren, bioelektrische Impedanzanalyse und Temperaturmessung. Das beweist nicht, dass jede Komponente identisch ist, doch Samsung hat keine neue biometrische Messung offengelegt, die exklusiv der Watch 9 vorbehalten ist.
Eine Mitteilung von Samsung Health besagt, dass das Unternehmen Vascular Load für Nutzer in den USA entfernt – und zwar durch ein Softwareupdate Ende Juli 2026. Samsungs Blutdruckfunktion in den USA erfordert zur Kalibrierung außerdem eine separate Oberarmmanschette. Das zeigt, wie Region, Software, Telefonkompatibilität und zusätzlich benötigte Ausrüstung die Verfügbarkeit beeinflussen können.
Besitzer der Watch 8 können mit der Hälfte der sechs angekündigten Neuerungen rechnen. Solange Vitals, Heart Health Score oder Hearing nicht exklusiv für die Watch 9 werden, sprechen die stärksten Gründe für ein Upgrade für den Prozessor und den Akku – nicht für eine neue Klasse von Gesundheitssensoren.
Mehr dazu: Samsung testet außerdem, ob Galaxy Watch AI eine Ohnmacht vorhersagen könnte bevor Symptome auftreten. Die Funktion befindet sich jedoch noch in der Forschungsphase und ist kein Produkt für Verbraucher.


