United Airlines und Delta Air Lines sind die jüngsten US-Fluggesellschaften, die Passagieren das Mitbringen humanoider Roboter auf ihren Flügen verbieten. Damit weiten sie einen Trend aus, der Anfang dieses Jahres mit Southwest Airlines begann.
Die Einschränkungen gelten sowohl für Handgepäck als auch für aufgegebenes Gepäck und behandeln menschenähnliche und tierähnliche Roboter anders als gewöhnliche Unterhaltungselektronik.
Kleine Robotikgeräte, darunter Spielzeugroboter und Staubsaugerroboter, dürfen weiterhin mitreisen, wenn sie die bestehenden Anforderungen an Gepäck und Lithiumbatterien erfüllen.
Die Richtlinie von United trat am 23. Juli in Kraft, während Delta ihre Einschränkung am 18. Juni einführte. United erklärte, die Änderung solle die Flugsicherheit verbessern und sei nicht die Reaktion auf einen konkreten Vorfall.
„Wir sind überzeugt, dass diese Änderung dazu beitragen wird, die Sicherheit unserer Kunden und Besatzungen weiter zu gewährleisten“, sagte ein Sprecher von United gegenüber CBS News.
Delta erklärte, die Richtlinien regelmäßig zu aktualisieren, sobald neue Technologien aufkommen. „Wir überprüfen neue Technologien fortlaufend und aktualisieren unsere Richtlinien, um die höchsten Sicherheitsstandards aufrechtzuerhalten“, sagte ein Sprecher von Delta gegenüber CBS News.
„Delta hat den Transport sämtlicher Roboter, die in Aussehen, Größe, Bewegung oder Verhalten einem Menschen oder Tier ähneln oder dieses nachahmen sollen, in der Kabine oder als aufgegebenes Gepäck vorübergehend verboten. Diese Gegenstände gelten nicht als Hilfsmittel und erfüllen nicht die Definition eines ausgebildeten Assistenztiers (Hund),“ schrieb Delta auf seiner Seite zu Gegenständen mit Einschränkungen.
Anders als die dauerhafte Regelung von United beschreibt Delta sein Verbot als vorübergehend.
Eine Reaktion auf neue Technologien
Die jüngsten Einschränkungen folgen der Entscheidung von Southwest Airlines im Mai, nachdem ein Passagier mit einem humanoiden Roboter als Begleiter geflogen war. Dadurch wurde deutlich, dass Unsicherheit darüber besteht, wie Fluggesellschaften immer ausgefeiltere Roboter klassifizieren, kontrollieren, platzieren und transportieren sollen.
Die Fluggesellschaften erklären, dass es weniger um die Roboter selbst gehe als darum, wie sie sich in die bestehenden Regeln zur Flugsicherheit einfügen.
Humanoide Roboter kombinieren häufig große Lithium-Ionen-Batterien mit beweglichen Gliedmaßen, ungewöhnlichen Formen und erheblichem Gewicht. Im Vergleich zu herkömmlichem Gepäck oder Unterhaltungselektronik können diese Eigenschaften die Gepäckkontrolle, die Lagerung, die Frachtabfertigung und die Verfahren für eine Notevakuierung erschweren.
Luftfahrtvorschriften entwickeln sich mit der Robotik weiter
Die Luftfahrtbranche hat ihre Gepäckvorschriften wiederholt aktualisiert, da neue Technologien – von smartem Gepäck bis hin zu Hoverboards und großen Lithiumbatterien – immer verbreiteter wurden. Humanoide Roboter stellen eine weitere Kategorie dar, die sich nicht nahtlos in die bestehenden Richtlinien einfügt.
Für Reisende wird es immer unwahrscheinlicher, einen lebensgroßen humanoiden Roboter auf einem US-Linienflug mitzunehmen, selbst während die Investitionen in die Robotik an Fahrt gewinnen.
Für Fluggesellschaften verringern spezielle Richtlinien zudem die Unsicherheit für Flughafenpersonal und Flugbesatzungen, da sie Einzelfallentscheidungen durch klare Regeln ersetzen. Sollten humanoide Roboter in Wirtschaft, Forschung oder im privaten Gebrauch häufiger werden, könnten die Fluggesellschaften diese Einschränkungen irgendwann überdenken.
Bis dahin überwiegen betriebliche Einheitlichkeit und Batteriesicherheit gegenüber der Aufnahme einer neuen Klasse von Hightech-Passagieren.
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