Unitree, Chinas aufstrebende Robotikmacht, hat seine neueste Entwicklung vorgestellt: den Unitree H2, einen ausgewachsenen humanoiden Roboter, der tanzt, Kung-Fu vorführt und wie ein Laufstegmodel stolziert.
Doch nicht seine makellosen Bewegungen stehlen ihm die Show. Es ist das Gesicht.
Der H2 begrüßt die Welt mit einem menschenähnlichen Kopf, der zugleich vertraut und unheimlich wirkt. Anders als frühere Unitree-Modelle mit eleganten, gesichtslosen Designs verfügt dieses Modell über klar definierte Augen, eine Nase und Lippen, auch wenn es weder blinzelt noch lächelt.
In dem Werbebeitrag des Unternehmens mit dem Titel „Unitree H2: Erwachen des Schicksals“ beschrieb Unitree den Roboter als „dazu geboren, allen sicher und freundlich zu dienen“.
Laut den offiziellen Spezifikationen von Unitree ist der H2 182 Zentimeter groß und wiegt etwa 70 kg. Er verfügt über 31 Freiheitsgrade – also 31 Gelenke, die präzise Bewegungen im gesamten Körper ermöglichen. Jedes Bein kann ein Drehmoment von bis zu 360 N·m erzeugen, und jedes Armgelenk erreicht 120 N·m, was ihm beeindruckende Balance und Agilität verleiht.
Ein von Unitree veröffentlichtes Werbevideo zeigt den Roboter bei balletthaften Drehungen und präzisen Kickboxschlägen. Sogar neben einem menschlichen Model läuft er selbstbewusst her – eine deutliche Demonstration dafür, wie weit sich die Bewegungssteuerungsalgorithmen des Unternehmens entwickelt haben.

Bild: Screenshot von YouTube/Unitree
Der H2 arbeitet mit Rechenleistung eines Intel Core i5 und kann auf bis zu Nvidias Jetson AGX Thor-Chip hochskaliert werden, der 2.070 TOPS (Billionen Operationen pro Sekunde) bietet. Zu seinen Bordsystemen gehören binokulare Kameras mit zwei Augen, Wi-Fi 6, Bluetooth 5.2 sowie Sprachinteraktion über ein integriertes Mikrofonarray und einen Lautsprecher.
Der Roboter besteht aus Flugzeugaluminium, einer Titanlegierung und hochfesten Kunststoffen, wodurch er Stabilität und geringes Gewicht vereint. Seine Akkulaufzeit beträgt pro Ladung etwa drei Stunden; die Energie liefert ein 15-Ah-Lithiumakku. Unitree bezeichnet den H2 als eine „anmutige Wiedergeburt“ von Industriedesign und Bewegungssteuerung.
Unitree wird zwei Modelle anbieten: den H2 und den H2 EDU, wobei letzterer für Forschungs- und Bildungszwecke konzipiert ist. Die Preise beginnen vor Steuern und Versand bei 29.900 US-Dollar.
Das große Ganze bei Chinas Robotern
Unitrees rasanter Aufstieg spiegelt Chinas wachsenden Ehrgeiz in der humanoiden Robotik wider. Das 2016 gegründete Unternehmen mit Sitz in Hangzhou erlangte mit seinem agilen vierbeinigen Roboter XDog weltweite Aufmerksamkeit und später auch mit humanoiden Robotern wie dem H1, G1 und R1.
Bei den World Humanoid Robot Games 2025 in Peking sicherte sich der H1 dank seiner Geschwindigkeit und Stabilität vier Goldmedaillen. Mit dem H2 wagt sich Unitree nun weiter in Richtung eines lebensechten Designs und einer ausgefeilten Bewegungssteuerung vor – ein Bereich, in dem die Global Times sagt, China „seinen Vorstoß zur groß angelegten Kommerzialisierung beschleunigt“.
Der CEO des Unternehmens, Wang Xingxing, sagte der People’s Daily in einem von der Global Times zitierten Interview zuvor, dass das Ziel des Unternehmens zwar darin bestehe, Roboter zu entwickeln, die Menschen unterstützen können, eine „massive Einführung der Roboter in Haushalten oder Fabriken jedoch aufgrund technischer Einschränkungen nicht realisierbar“ sei. Er fügte hinzu: „Schrittweise Fortschritte sind gut, denn sie fördern mehr Verständnis und Toleranz für die Branche.“
Mit Unternehmen wie Unitree, Fourier und UBTECH, die die Entwicklung vorantreiben, steigt China schnell zu einem wichtigen Akteur in einem Bereich auf, der einst von den USA und Japan dominiert wurde.
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