Unitree hat gerade gezeigt, wie sein H2-Humanoider in einem Roboter-Sparring Schläge austeilt – und gewinnt. Die 1,83 Meter große Maschine schlägt mit so viel Kraft zu, dass sie ihren kleineren G1-Gegner vollständig vom Boden hebt.
In neuen Aufnahmen von Unitree teilt der H2 Schläge und Tritte aus und setzt einen hebenden Kniestoß, der die Einheit in einen einseitigen Kampf verwandelt. Der Clip markiert den Wechsel von ausgefeilter Akrobatik zu Vollkontakt-Sparring, bei dem der größere Roboter den Schlagabtausch dominiert.
Von der Demo zur Abreibung
Das Video zeigt, wie der H2 mit gezielter Beinarbeit die Distanz verkürzt und schnelle Kombinationen abfeuert, während der G1 einen Treffer nach dem anderen einsteckt.
Ein sauberer Kniestoß treibt den kleineren Roboter nach oben, und jeder Versuch einer Gegenbewegung wird unterbunden, während der H2 weiter vorrückt. Die Inszenierung kommt ohne Theatralik aus. Keine dramatischen Schnitte, kein Soundtrack – nur ein kontrollierter Ring, in dem die größere Maschine das Tempo vorgibt und kaum Zweifel daran lässt, wer das Sagen hat.
Hinter H2s Eins-zwei-Kombination
CNET merkt an, dass Unitrees auffälligste Demos die eigentliche Geschichte meist im Kleingedruckten verbergen – und dieser Sparring-Clip macht genau das. Hinter den Treffern steckt ein Ganzkörper-Motion-Capture-Anzug, der den Roboter mit Bewegungsmustern auf menschlichem Niveau versorgt. Die Videospiegelung liefert ihm das Timing und den Bewegungsfluss für saubere Schläge und schnelle Rückkehr in die Ausgangsposition.
Auch die neu verkabelten Hände des G1 fallen auf. Sie wirken deutlich leistungsfähiger als die Prototypversionen, die Anfang dieses Jahres gezeigt wurden, und verleihen dem Nahkampf eine Kontrolle, mit der die älteren Modelle nicht mithalten konnten.
Interesting Engineering (IE) liefert den Hardware-Kontext. Der H2 ist ein 1,83 Meter großes, 70 kg schweres Chassis mit 31 Freiheitsgraden und einem Drehmoment von 360 N·m sowie aufgerüsteten Armen mit 7-DOF, die Schläge mit einem natürlicheren Bewegungsbogen und Durchzug ausführen.
Steuerungsalgorithmen helfen dem Roboter, den Rückstoß abzufangen, zwischen den Treffern das Gleichgewicht zu halten und sich während der Bewegung zu stabilisieren. So werden aus den früheren Agilitätstests Bewegungen einer Maschine, die bei Bedarf echte Kraft entfalten kann.
Von Helfern zu Kämpfern
Die Fortschritte des H2 zeigen schlicht, wie stark sich humanoide Roboter verbessern und über das Begrüßen von Gästen und das Helfen im Haushalt hinausgehen.
EngineAI setzt bereits auf diesen Wandel. Die neueste T800-Demo zeigt, wie der CEO des Unternehmens von einem nachweislich echten Tritt zu Boden geschickt wird. Damit werden CGI-Vorwürfe ausgeräumt und zugleich Erwartungen an ein bevorstehendes „Robot Boxer“-Event geschürt.
AgiBot geht in dieselbe Richtung. Sein Lingxi X2 wurde bei Routinen im Stil von Kampfkünsten gezeigt, die Tritte, Drehungen und schnelle Erholungsbewegungen kombinieren und weniger wie Kalibrierungstests als wie Übungen für kontrollierten Kampf wirken.
Das Thema Roboterkampf taucht inzwischen auch auf großen Bühnen auf. Die World Artificial Intelligence Conference (WAIC) 2025 in Shanghai präsentierte beispielsweise mehr als 150 humanoide Roboter und veranstaltete einen Boxkampf zwischen zwei Unitree-G1-Modellen. Die Humanoiden lieferten sich mit KI-gesteuerten Schlägen, Haken, Kontern und autonomen Erholungsbewegungen in Echtzeit einen Schlagabtausch. In San Francisco nimmt in einem Lagerhaus abseits der Van Ness Avenue ein VR-gestützter Roboterkampfclub Gestalt an.
Bemerkenswert ist auch, dass nahezu jeder Roboter, der bei diesen Kampfdemos antritt, aus China kommt. Der Zeitplan des Landes – Massenproduktion bis 2025, Marktführerschaft bis 2027 – verleiht diesen Kampfdarbietungen zusätzliches Gewicht.
Während das Land die Produktion humanoider Roboter hochfährt, stellt sich die Frage: Welche Rolle werden kampfbereite Roboter in dieser Zukunft spielen?
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