Sarah Wynn-Williams, eine ehemalige Führungskraft, die als Director of Global Public Policy von Meta tätig war, sagte am 9. April vor dem Kongress über die mutmaßliche Beteiligung des Unternehmens an der Unterstützung von Chinas Fortschritten im KI-Wettlauf aus – und darüber, dass dies eine Bedrohung für die nationalen Interessen der USA darstelle. Meta erklärte, die Anschuldigungen seien falsch.
Wynn-Williams sagte vor dem Justizunterausschuss des Senats für Kriminalität und Terrorismusbekämpfung aus, sie habe miterlebt, wie hochrangige Führungskräfte die nationale Sicherheit der USA untergruben. Ihrer Aussage zufolge habe das KI-Unternehmen China Hilfe angeboten, um seine Position im KI-Wettrüsten zu stärken.
Diese Hilfe umfasste angeblich eine verdeckte Beziehung zwischen Meta und der chinesischen Regierung, die Übermittlung von Nutzerdaten an die Kommunistische Partei Chinas, die Zusammenarbeit bei maßgeschneiderten Zensurwerkzeugen und den Aufbau einer „physischen Pipeline“ zwischen China und den USA.
Vorwürfe gegen Meta
In ihrer Aussage deutete sie einen Zusammenhang zwischen den Briefings des Unternehmens und Chinas derzeitiger Nutzung von Meta-KI-Tools für seine militärischen Fähigkeiten an. Außerdem verwies sie auf eine Reuters-Berichterstattung, der zufolge China ein auf Metas Technologie basierendes KI-Modell für militärische Zwecke entwickelt habe. Meta bestritt jedoch die Richtigkeit dieser Berichterstattung.
Wynn-Williams, die von 2011 bis 2017 für das Unternehmen arbeitete, veröffentlichte kürzlich unter dem Titel „Careless People.” ihre Memoiren über ihre Arbeit bei Meta (ehemals Facebook). Darin erhob sie Vorwürfe gegen die interne Kultur und den Umgang von Meta mit China. Meta erklärte daraufhin, sie sei wegen unzureichender Leistung gekündigt worden.
Seit der Veröffentlichung von „Careless People“ sagte Wynn-Williams, sie sei von Meta bedroht worden. Das Buch wurde zum Bestseller, nachdem das Unternehmen in einem Eilverfahren einen Schiedsspruch erwirkt hatte, der sie vorübergehend daran hinderte, für ihre Memoiren zu werben oder weitere abwertende Äußerungen zu machen. Abgeordnete kritisierten Meta während der Anhörung für seine Versuche, Wynn-Williams zum Schweigen zu bringen.
Außerdem lenkte sie die Aufmerksamkeit auf Metas anhaltende Geschäftsbeziehungen zu China und verwies auf Unternehmensunterlagen, aus denen hervorgeht, dass das Unternehmen jährlich Milliarden von chinesischen Werbekunden einnimmt. Meta betont, es habe seine historischen Bemühungen, Geschäftsmöglichkeiten in China auszuloten, transparent dargestellt. Die Social-Media-Plattform ist in China wegen Bedenken hinsichtlich der Zensur weiterhin verboten.
Wynn-Williams behauptete ferner, Metas KI-Modell Llama sei dazu verwendet worden, das chinesische KI-Unternehmen DeepSeek zu unterstützen, das kürzlich ein KI-Modell veröffentlicht hat, das mit OpenAIs ChatGPT als kostengünstigere Alternative konkurrieren soll. Der frühe Erfolg des Modells hat zudem Bedenken hinsichtlich der Zensur ausgelöst.
Metas Reaktion auf ihre Aussage
Ein Meta-Sprecher reagierte auf Wynn-Williams’ einleitende Bemerkungen, über die zuerst NBC News berichtete, und erklärte, ihre Aussage sei „von der Realität losgelöst und voller falscher Behauptungen“. Dennoch sind US-Abgeordnete weiterhin besorgt über Chinas Einfluss auf große Technologieplattformen, insbesondere da Plattformen wie das chinesische Unternehmen TikTok in den USA wegen Risiken für die nationale Sicherheit mit einem möglichen Verbot konfrontiert sind.


