Wenn Sie sich Sorgen gemacht haben, dass ein Roboter Ihnen den Job wegnehmen könnte, können Sie sich wahrscheinlich entspannen. Aber vielleicht sollten Sie sich darauf einstellen, dass Ihr Job ganz anders aussehen wird.
Laut dem Bericht „KI bei der Arbeit 2025“ von Indeed geht es bei KI weniger um eine vollständige Ersetzung als um eine deutliche Neuverteilung unserer täglichen Aufgaben. Die Untersuchung, in der fast 2.900 verschiedene Fähigkeiten analysiert wurden, die auf dem heutigen Arbeitsmarkt erforderlich sind, betont, dass diese Veränderung keine massenhafte Ersetzung bedeutet.
Es geht um Transformation, nicht um Abschaffung.
„Die eigentliche Frage ist nicht, ob GenAI Jobs verändern wird – das tut sie definitiv und wird es auch weiterhin tun“, heißt es in dem Bericht. „Die Frage ist, welche Arten von Jobs sich am stärksten und am wenigsten verändern werden, warum und wie.“
Die Studie kam außerdem zu folgenden Ergebnissen:
- 26 % der im vergangenen Jahr auf Indeed ausgeschriebenen Jobs sind „stark transformierbar“.
- Mehr als die Hälfte (54 %) ist „mäßig“ betroffen.
- Nur 1 % der analysierten Fähigkeiten fiel in die Kategorie „vollständige Transformation“, in der KI theoretisch die gesamte Aufgabe ohne menschlichen Input erledigen könnte.
In den meisten Berufen geht es um Zusammenarbeit, nicht um Konkurrenz. Die Indeed-Studie bezeichnet dies als „hybride Transformation“, bei der „menschliche Aufsicht bei der Anwendung dieser Fähigkeiten entscheidend bleiben wird, GenAI jedoch bereits einen erheblichen Teil der Routinearbeit erledigen kann.”
Jobs im Visier
Technologie- und Finanzfachleute scheinen der Schusslinie der KI am nächsten zu stehen.
„Jobs, bei denen eine starke Transformation wahrscheinlicher ist, sind Bürojobs“, sagte Laura Ullrich von Indeed, laut CNBC.
Am anfälligsten sind Tätigkeiten, die kognitives Denken erfordern, etwa Programmieren, Analysieren oder Schreiben. Im Gegensatz dazu werden Jobs, die stark von körperlicher Präsenz oder emotionaler Interaktion abhängen, etwa in der Pflege, der Fertigung und im Baugewerbe, wahrscheinlich weniger stark beeinträchtigt.
Der Bericht zeigt, dass 81 % der Fähigkeiten in der Softwareentwicklung in die Kategorie „hybride Transformation“ fallen. Das deutet darauf hin, dass KI inzwischen einen großen Teil der routinemäßigen Programmierarbeit übernehmen kann.
Eine der Modellbewertungen des Berichts erklärte, dass KI „Erklärungen, Codebeispiele, Hilfe beim Debugging und Architekturberatung“ liefern kann. Das zeigt: KI kann zwar unterstützen, doch menschliche Aufsicht bleibt für Genauigkeit und ethische Standards unerlässlich.
Die sichersten Arbeitsplätze im KI-Sturm
Am anderen Ende des Spektrums sind Tätigkeiten in der Pflege und Kinderbetreuung weiterhin am besten geschützt. Diese Jobs beruhen auf Mitgefühl, Empathie und menschlichem Urteilsvermögen – Eigenschaften, die für KI nach wie vor unerreichbar sind.
„GenAI ersetzt keine Pflegekräfte, hat aber das Potenzial, die kognitive und administrative Belastung neu zu verteilen und so Zeit für die Betreuung von Patienten freizumachen“, heißt es im Indeed-Bericht. Diese Umverteilung könnte den chronischen Personalmangel lindern, statt Entlassungen zu verursachen.
Trotz wachsender Ängste sagen Experten, dass die Umwälzung schrittweise erfolgt. Das Yale University Budget Lab berichtete kürzlich, dass „der breitere Arbeitsmarkt seit der Veröffentlichung von ChatGPT vor 33 Monaten keine erkennbare Veränderung erfahren hat“.
Dennoch zwingt KI Unternehmen dazu, ihre Arbeitsorganisation zu überdenken. Einige Firmen treffen bereits schwierige Entscheidungen. Salesforce-CEO Marc Benioff räumte kürzlich ein, wegen KI Tausende Stellen im Kundenservice abzubauen, und sagte laut CNBC: „Ich habe die Zahl von 9.000 auf etwa 5.000 reduziert, weil ich weniger Mitarbeiter brauche.“
Viele Ökonomen sind jedoch der Ansicht, dass die größere Herausforderung nicht in Entlassungen, sondern in der Umschulung liegen wird. Der Indeed-Bericht betont, dass die Auswirkungen in der realen Welt davon abhängen, „wie schnell Beschäftigte umgeschult werden und wie sich die Gestaltung von Jobs weiterentwickelt“, während Unternehmen KI-Tools einführen. Wer lernt, mit KI zu arbeiten – statt gegen sie –, wird in der nächsten Phase des Arbeitsmarkts eher erfolgreich sein.
Der Indeed-Bericht steht im Einklang mit einer aktuellen Microsoft-Studie, die zeigt, dass Tätigkeiten im Schreiben und Vertrieb am stärksten davon bedroht sind, durch KI ersetzt zu werden.


