FinecoBanks KI-Wette: Schnellere Beratung und reibungsloseres Onboarding bis 2029

A futuristic digital illustration of an abstract, interconnected technology hub representing a central processor guiding data flows through various architectural nodes, including elements of finance, data analysis, and security, under a golden glow.

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eWEEK Staff
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Mar 4, 2026
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Italiens FinecoBank setzt darauf, dass KI bis 2029 kein nachträglich aufgesetztes Zusatzfeature mehr sein wird. Sie wird Teil davon sein, wie die Bank Kunden gewinnt, Berater unterstützt und Geldprozesse mit weniger Übergaben beschleunigt.

Laut FinecoBankhat der Vorstand einen Industrieplan für 2026–2029 genehmigt, der „technologische Innovation auf KI-Basis“ ins Zentrum des Wachstums in den Bereichen Banking, Investment und Brokerage stellt. Der Plan liest sich weniger wie die pompöse Vorstellung eines neuen Produkts und eher wie eine umfassende Systemüberarbeitung: KI soll dort eingebettet werden, wo Zeit verloren geht – insbesondere beim Onboarding und bei der Arbeit der Berater.

Der Plan, abzüglich der Schlagworte

FinecoBanks größter KI-Vorstoß richtet sich an ihr Beraternetzwerk. In den Planunterlagen erklärte die Bank, KI solle bis 2029 für 25 % bis 35 % der Produktivitätssteigerung des Beratungsnetzwerks beim Nettoabsatz verantwortlich sein. Die Idee dahinter: Mehr Vorarbeit wird an Maschinen delegiert – Kunden gruppieren, Muster aufzeigen und automatisch die nächsten kommerziellen Schritte generieren –, damit Berater weniger Zeit mit Sortieren und mehr Zeit mit Beratung verbringen.

FinecoBank verweist außerdem auf einen im vergangenen Sommer eingeführten „Portfolio Builder“ für Berater und erklärt, sie wolle eine eigene Berater-App auf den Markt bringen, um die Nutzung der Tools im Arbeitsalltag zu erleichtern. Das ist die Variante des Versprechens „KI macht Menschen schneller“, nicht „KI ersetzt den Berater“.

Die andere Seite der Wette ist die Kundengewinnung. FinecoBank erklärte, dass Onboarding-Verfahren mit integrierter KI die Interaktionen mit Interessenten auf der Suche nach Informationen vervierfacht hätten – 95 % dieser Interaktionen seien abgewickelt worden, ohne den Kundenservice zu belasten. Wenn sich das skalieren lässt, ist es genau die Art von KI-Erfolg, die Banken im Stillen anstreben: weniger Routinefragen, die bei Menschen landen, kürzere Warteschlangen und ein reibungsloserer Weg vom „neugierig“ zum „Kunden“.

Zusammengenommen zielt die Strategie darauf ab, einen Kreislauf zu schließen: KI-gestützte Ansprache potenzieller Kunden und das Onboarding fließen in eine von Menschen geleistete Beratung ein, und KI-Toolshelfen Beratern, mehr Kunden zu betreuen, ohne dass die Erfahrung oberflächlich wirkt.

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Warum der Zeitpunkt schwieriger ist, als er aussieht

KI kann das Banking beschleunigen, erhöht aber auch das operative Risiko: das Verhalten von Modellen, der Umgang mit Daten und die Frage, wer verantwortlich ist, wenn eine automatisierte Beratung aus dem Ruder läuft. In Europa findet diese Debatte im Rahmen eines umfassenderen Vorstoßes zur Verschärfung der Anforderungen an die operationale Resilienzstatt. Von Banken wird erwartet, nachzuweisen, dass sie Störungen standhalten und sich schnell davon erholen können.

Auch die Regulierungsbehörden haben klar dargelegt, wie Resilienz in der Praxis aussehen soll. Das DORA frameworkumfasst das Management von IKT-Risiken, die Meldung von Vorfällen, Tests und Risiken durch Drittanbieter – Bereiche, die mit zunehmender Automatisierung in Kernprozessen komplizierter werden.

FinecoBank bezeichnet ihren Plan nicht als „DORA-Strategie“, doch die Schlussfolgerung liegt nahe: Mehr KI in kritischen Prozesspfaden erhöht die Anforderungen an vorhersehbares Verhalten, prüfbare Prozesse und Systeme, die sicher ausfallen und sich schnell wiederherstellen lassen. Das ist neben der Frage, ob sich die Produktivitäts- und Onboarding-Versprechen der Bank dauerhaft in den Ergebnissen zeigen, der eigentliche Test bis 2029.

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