Er schwimmt wie ein Raubtier. Sieht aus wie ein Hai. Jagt in Rudeln. Doch dieses Wesen frisst keine Fische … es bewacht die Unterseekabel, die die moderne Welt online halten.
Das deutsche Verteidigungstechnologieunternehmen Euroatlas hat einen neuen Unterwasserroboter namens Greyshark vorgestellt, ein autonomes Unterwasserfahrzeug (AUV) mit langer Einsatzdauer, das die umfangreiche Infrastruktur am Meeresboden weltweit überwachen und schützen soll. Nach Angaben des Unternehmens wurde das System für den Betrieb mit minimalem menschlichem Eingreifen entwickelt und soll wachsenden Sicherheitsbedenken hinsichtlich unterseeischer Kommunikationsleitungen begegnen.
Diese Kabel erstrecken sich über rund 800.000 Meilen, übertragen mehr als 95 % des weltweiten Internetverkehrs und wickeln täglich Finanztransfers im Wert von Billionen US-Dollar ab. Jüngste Vorfälle in der Ostsee und wachsende geopolitische Spannungen haben Regierungen zum schnelleren Handeln gezwungen.
Laut Euroatlas, steht bei Greysharks Design Tarnung und Unabhängigkeit im Mittelpunkt. Der geräuscharme Elektromotor, der Verbundwerkstoffrumpf und die biomimetische Form des Roboters helfen ihm, sich unauffällig unter Wasser zu bewegen und dabei schwer erkennbar zu bleiben.
Das Unternehmen erklärte, dass mehrere Einheiten als koordinierte Gruppe zusammenarbeiten und Daten in Echtzeit über eine sichere Unterwasserkommunikation austauschen können. Außerdem wies das Unternehmen darauf hin, dass der Roboter „seine Position passiv am Meeresboden halten und bei kritischen Ereignissen, etwa bei der Identifizierung eines bestimmten Schiffs, aktiv werden“ kann, wie Interesting Engineering berichtet.
Mithilfe einer Kombination fortschrittlicher Sensoren, darunter Sonar, Lidar, elektromagnetische Scanner, Kameras und Laserbildgebung, kann Greyshark Kabelverläufe kartieren, Anomalien erkennen und Objekte wie Minen oder nicht autorisierte Fahrzeuge in der Nähe wichtiger Unterwasserkorridore aufspüren.
NATO verstärkt die Überwachung, während Kabelangriffe Alarm auslösen
Die Vorstellung von Greyshark fällt mit dem verstärkten Fokus der NATO auf die Überwachung unterseeischer Infrastruktur zusammen. Nach mehreren Kabelunterbrechungen im Jahr 2024 startete das Bündnis seine Überwachungsinitiative Baltic Sentry.
NATO-Generalsekretär Mark Rutte, von Interesting Engineering zitiert, warnte, dass „ernster Grund zur Sorge besteht“, und wies darauf hin, dass Unterseekabel für die Kommunikation und die Energieübertragung von entscheidender Bedeutung sind. Er fügte hinzu, dass die NATO „alles Notwendige“ tun werde, um den Schutz des Netzes zu gewährleisten.
Die NATO-Mitgliedstaaten haben die Zahl ihrer Patrouillenflugzeuge, Kriegsschiffe und unbemannten Systeme erhöht. Das AUV von Euroatlas stößt bereits bei mehreren europäischen Staaten auf Interesse. Bei Demonstrationen wurde insbesondere seine Fähigkeit hervorgehoben, Veränderungen unter Wasser von nur zwei Quadratzentimetern zu erkennen.
Reuters zufolge hat Euroatlas zwei Verträge mit europäischen Verteidigungsministerien im Wert von „mehr als 100 Millionen Euro“ abgeschlossen.
CEO Eugen Ciemnyjewski erklärte dem Medium, dass die Greyshark-Systeme für eine „spezielle militärische Anwendung,“ erworben wurden, die Drohnen jedoch „nicht bewaffnet werden sollten“. Reuters berichtete außerdem, dass das Interesse aus Ländern in ganz Europa und Asien kommt, da Seestreitkräfte weltweit nach unbemannten Systemen suchen, die lange Unterwassereinsätze ermöglichen.
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