Regionale Elektrizitätsgenossenschaften und Dienstanbieter spielen seit Langem eine wichtige Rolle bei der Versorgung ländlicher und abgelegener Gemeinden mit kritischer Energie und Konnektivität. Derzeit versorgen 260 Telefon- und 834 Elektrizitätsgenossenschaften große Teile des ländlichen Amerika, auf die lediglich 14 Prozent der Bevölkerung, aber 72 Prozent der Landfläche entfallen.
Nun sind diese Genossenschaften und ihre Versorgungsmitglieder gemeinsam mit zahlreichen anderen Mobilfunk-, Festnetz- und Internetdienstanbietern (ISPs) in der Lage, eine entscheidende Rolle bei der Anbindung der noch unversorgten Gemeinden zu spielen.
Dies ist eine einzigartige Gelegenheit, weit mehr zu tun, als unversorgten Gemeinden lediglich dabei zu helfen, zu den in dicht besiedelten städtischen Gebieten als selbstverständlich angesehenen Hochgeschwindigkeits-Breitband-netzen aufzuschließen. Indem sie neu bewilligte staatliche Fördermittel und die jüngsten Fortschritte bei der digitalen Nutzung vollständig ausschöpfen, können Elektrizitätsgenossenschaften und andere regionale ISPs diesen Gemeinden helfen, bei der digitalen Nutzung einen Sprung nach vorn zu machen.
Ein solcher Sprung nach vorn erfordert jedoch einen Fokus auf das gesamte Netzwerk von Ende zu Ende und nicht nur auf den kritischen Zugang auf der letzten Meile. Ebenso wichtig ist die Unterstützung zentraler Netzwerktechnologien und -systeme. Versorgungsunternehmen und andere regionale ISPs müssen die allgemeine digitale Resilienz und Sicherheit ihres Netzwerks stärken und gleichzeitig den steigenden Erwartungen der Abonnenten gerecht werden. Ein umfassenderer Ansatz wird dazu führen, dass neue Abonnenten über ein vollständig carrier-taugliches Netzwerk von Ende zu Ende versorgt werden.
Siehe auch: American Connection Project will die Lücken beim Breitband in ländlichen Gebieten schließen
Die Demografie ländlicher Gebiete wird sich durch die Arbeit im Homeoffice verändern
Die Entwicklung hin zur Arbeit im Homeoffice scheint ein dauerhafter Wandel zu sein. In einer aktuellen Umfrage unter 1.200 IT-Fachleuten von CSPs erwarten 67 Prozent, dass ihre Geschäftskunden ihren Mitarbeitern auch weiterhin die Arbeit von zu Hause aus ermöglichen werden.
Außerdem könnten die derzeit nicht vernetzten Gemeinden mit einer leistungsfähigen Internetanbindung potenziell zu Zufluchtsorten für Fachkräfte aus der Technologiebranche werden, die zunehmend die Vorteile des Lebens in ländlichen Gebieten suchen. Dies würde auch den bisherigen Bewohnern dieselben Vorteile bieten, insbesondere Zugang zu globalen Arbeitsmärkten und neuen wirtschaftlichen Möglichkeiten.
Zusammengefasst könnte dies den heutigen Trend zur digitalen Transformation beschleunigen, indem eine technische Infrastruktur bereitgestellt wird, die es einer größeren Nutzergruppe ermöglicht, wirtschaftlich beizutragen.
Cyberkriminelle wittern Chancen beim Breitband in ländlichen Gebieten
Bedrohungsakteure betrachten den Ausbau des Breitbands unter einem anderen Gesichtspunkt: Bis zu 42 Millionen neue Opfer in abgelegenen, weniger gut geschützten Gebieten werden schon bald über einen Hochgeschwindigkeitsweg für bösartige Aktivitäten erreichbar sein.
Ländliche Einrichtungen wie Krankenhäuser, Schulen und Banken sind in vielerlei Hinsicht anfälliger für Cyberangriffe, einschließlich DDoS-Angriffen, schlicht weil sie für die lokalen Gemeinden wichtiger sind, zugleich aber aufgrund geringerer Sicherheitsressourcen oder ihrer abgelegenen Lage nicht ausreichend überwacht werden. Zu diesen vernachlässigten Gemeinden gehören außerdem häufig überdurchschnittlich viele ältere Bewohner, die oft weniger technikaffin sind und noch keine jahrelange Sensibilisierung für Cybersicherheit erfahren haben.
Elektrizitätsgenossenschaften und andere regionale ISPs sollten damit rechnen, dass Abonnenten künftig mehr Bedenken äußern und eine bessere Netzwerksicherheit fordern als bisher. Während die US-Regierung nun Dutzende Milliarden US-Dollar in die Internetinfrastruktur investiert, muss die Cyberabwehr bei den Plänen für den Breitbandausbau in ländlichen Gebieten oberste Priorität haben.
Siehe auch: Cisco’s Rural Broadband Innovation Center: gleiche Wettbewerbsbedingungen schaffen
Fortgesetzter Ausbau in ländlichen Gebieten: geringe Latenz, Cybersicherheit
Versorgungsunternehmen, Elektrizitätsgenossenschaften und andere regionale ISPs, die den Ausbau in neuen ländlichen Gemeinden vorantreiben, müssen anerkennen, wie stark sich die Rahmenbedingungen in den vergangenen zwei Jahren verändert haben, wenn sie ihre Expansion planen.
Geschwindigkeit ist zwar wichtig, aber nicht der einzige Designparameter, den Netzbetreiber beim Entwurf und Aufbau von Netzwerken für neue Gebiete berücksichtigen müssen. Beliebte Anwendungen wie Videokonferenzen erfordern eine geringere Latenz, höhere Upload-Geschwindigkeiten und eine höhere Anzahl von Verbindungen pro Sekunde.
Darüber hinaus entwickelt sich die Bedrohungslage weiter, und Akteure werden zunehmend geschickter darin, eine große Bandbreite von Cyberangriffen zu starten. Betreiber müssen bei grundlegenden Maßnahmen der Cybersecurity nachlegen, sich kontinuierlich an eine sich wandelnde Bedrohungslage anpassen und die Infrastruktur für Netzwerksicherheit mit automatisierten Abwehrmechanismen aufrüsten, etwa durch eine detaillierte DDoS-Erkennung und -Abwehr. Abonnenten aus dem Privat- und Geschäftsbereich werden ein höheres Maß an Netzwerksicherheit und Verfügbarkeit erwarten. Daher muss die Sicherheit bei Netzwerkinvestitionen einen höheren Stellenwert erhalten.
Heute fließen enorme Fördermittel in die Überwindung der digitalen Kluft in ländlichen Gemeinden. Wenn dies gelingt, könnten die seit Langem bestehenden Ungleichheiten zwischen ländlichen und städtischen Gemeinden, indigenen Nationen sowie anderen unversorgten oder unterversorgten Gebieten in den nächsten Jahren endlich beseitigt werden.
Elektrizitätsgenossenschaften, die großen Gewinner der RDOF-Auktionen von 2020, sollten den Ausbau mit Blick auf künftige Dienste vorantreiben, die es ihren „nicht vernetzten“ Gemeinden ermöglichen, auf einem globalen Markt zu bestehen und den Sprung zu neuen Chancen zu schaffen.
Über den Autor:
Terry Young, Director, 5G and Service Provider Solutions, A10 Networks


