Singapur stellt 37 Milliarden Singapur-Dollar schweren RIE2030-Plan vor: Quantencomputing rückt in die Industrie vor

Quantinuum’s Singapore R&D and Operations Centre is part of the country’s expanding quantum technology ecosystem as Singapore looks to turn years of research investment into commercial applications.

Quantinuum’s Singapore R&D and Operations Centre is part of the country’s expanding quantum technology ecosystem as Singapore looks to turn years of research investment into commercial applications. Image: Quantinuum

Verfasst von
Matt Gonzales
Matt Gonzales
Sep 3, 2026
5 minute read
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Singapur baut seit Jahren Expertise in der Quantenforschung auf. Nun soll mehr von dieser Wissenschaft aus dem Labor herauskommen.

Am 31. Aug. veröffentlichte Singapur seinen Fortschrittsbericht zu RIE2025 zusammen mit dem RIE2030-Plan. Dadurch ergibt sich ein vollständigeres Bild davon, wie das Land Forschung bis 2030 in wirtschaftliche und nationale Fähigkeiten umwandeln will. Quantentechnologie zählt zu den strategischen Bereichen, die Singapur für eine weitere Entwicklung ausgewählt hat, während das Land versucht, Forschende, Infrastruktur und Unternehmen enger miteinander zu verbinden.

Singapur stellte den umfassenderen RIE2030-Plan über 37 Milliarden Singapur-Dollar ursprünglich im Dezember 2025 vor. Er umfasst Forschung und Innovation in mehreren Bereichen. Die nun veröffentlichten Unterlagen geben mehr Aufschluss über die nächste Phase des Landes: Diese Investitionen sollen in Technologien und Branchen mit konkreten Auswirkungen auf die Praxis umgewandelt werden.

Singapur will die Quantenforschung aus dem Labor holen

Der RIE2030-Plan legt größeren Wert darauf, Forschung in wirtschaftliche und nationale Ergebnisse zu überführen – unter anderem durch stärkere Verbindungen zwischen Universitäten, Unternehmen, Unternehmern und Investoren.

Quantencomputing wurde in diesem Bestreben bereits als strategische Technologie eingestuft.

Auf dem Quantum Industry Day in Singapur sagte Heng Swee Keat, Vorsitzender der National Research Foundation, im April, dass der RIE2030 Quantum Thematic Plan des Landes auf seiner bestehenden National Quantum Strategy aufbauen werde. Ziel ist es, Singapur dabei zu helfen, künftige Chancen im Quantenbereich zu nutzen und zugleich eine strategische Nische in der globalen Quanten-Lieferkette zu etablieren.

Singapur fängt nicht bei null an.

Die Regierung hat nationale Programme eingerichtet, die Quantencomputing, die Entwicklung von Prozessoren, quantensichere Netzwerke, die Fertigung von Quantentechnologie und Sensorik abdecken. Diese Programme sollen als Brücken zwischen Grundlagenforschung und späterem Einsatz dienen.

Singapur hat auch kommerzielle Akteure aus dem Quantenbereich angezogen. Quantinuum hat Anfang dieses Jahres ein Forschungs- und Betriebszentrum im Land eingerichtet und plant dort die Inbetriebnahme eines Quantencomputers, wie die National Research Foundation.

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berichtet. Das passt zu einer breiteren Entwicklung in der Quantenbranche: Experimentelle Maschinen rücken näher an die kommerzielle Infrastruktur. Wie eWeek kürzlich berichtete, plant Diraq, einen Quantencomputer mit Siliziumspin in einem Equinix-Rechenzentrum in Sydney zu installieren, um zu testen, wie Quantensysteme später möglicherweise neben konventioneller Computerinfrastruktur bestehen können.

Banken beginnen, den geschäftlichen Nutzen zu testen

Einer der deutlichsten Versuche Singapurs, Quantencomputing einer praktischen Anwendung näherzubringen, findet im Finanzwesen statt.

Im Juli kündigten UOB und das Centre for Quantum Technologieseine Zusammenarbeit an, in der untersucht werden soll, ob Quantencomputing-Verfahren künftig die Bewertung komplexer Finanzderivate verbessern könnten.

Das erste Projekt konzentriert sich auf pfadabhängige Finanzinstrumente, deren Wert von mehreren Marktvariablen und historischen Kursbewegungen abhängen kann. Für diese Berechnungen werden häufig groß angelegte Monte-Carlo-Simulationen mit Tausenden möglicher Marktszenarien eingesetzt, was sie rechenintensiv macht.

Die Forschenden werden untersuchen, ob Quantentechniken unter bestimmten Bedingungen große Szenarienmengen effizienter verarbeiten könnten.

Das Projekt zeigt nicht, dass Quantencomputer bei der Bewertung von Derivaten bereits klassische Maschinen übertreffen können. Stattdessen soll ermittelt werden, wo Quantenalgorithmen künftig einen relevanten Vorteil bieten könnten.

Diese Unterscheidung ist wichtig, da Unternehmen zunehmend über Quantendemonstrationen hinausgehen und fragen, wo die Technologie messbaren geschäftlichen Nutzen bringen könnte.

Singapur baut auch rund um den Quantencomputer ein Ökosystem auf

Singapurs Strategie geht über den bloßen Bau von Prozessoren mit mehr Qubits hinaus.

Forschende und Start-ups arbeiten auch an den Systemen, die zur zuverlässigen Steuerung von Quantencomputern erforderlich sind – ein weiteres großes Hindernis bei der Skalierung der Technologie. Forschende der Nanyang Technological University und der National University of Singapore haben eine Quantensystemsteuerung entwickelt, die durch das in Singapur ansässige Start-up AQSolotl kommerzialisiert wird.

Steuerungssysteme sind ein leicht zu übersehender Teil der Quanteninfrastruktur. Mit zunehmender Größe benötigen Maschinen immer ausgefeiltere Elektronik, Kalibrierung, Kühlung und Software, damit ihre Qubits zuverlässig funktionieren. Diese Infrastrukturprobleme treten in der gesamten Quantenbranche auf.

IBM entwickelt beispielsweise im Rahmen seiner Bemühungen um den Bau eines fehlertoleranten Quantencomputers eine deutlich größere modulare kryogene Plattform. eWeek hat kürzlich untersucht, wie IBMs riesiges Quantenkühlsystemveranschaulicht, wie viel Infrastruktur erforderlich sein könnte, um über die heutigen experimentellen Maschinen hinaus zu skalieren.

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Auch KI könnte Teil dieser Steuerungsebene werden. In einem weiteren Experiment half Anthropics Claude QuEra bei der Entwicklung von Software zur Wiederherstellung nach fehlgeschlagenen Lasersteuerungen eines Quantencomputerswährend Testbed-Versuchen.

Zusammen zeigen diese Bemühungen, warum es beim Wettlauf im Quantenbereich zunehmend um mehr als die Anzahl der Qubits geht. Die unterstützende Hardware, Software und die Steuerungssysteme könnten sich als ebenso wichtig erweisen.

Quantensicherheit könnte früher kommen als der Quantenvorteil

Singapur bereitet sich gleichzeitig auf eine Folge des Quantencomputings vor, die für Unternehmen deutlich früher relevant werden könnte: die Notwendigkeit, Kryptografie zu ersetzen, die gegenüber künftigen Quantenangriffen anfällig ist.

IBM und das Singapore Institute of Technology kündigten am 18. Aug. Pläne zur Einrichtung eines Quantum-Safe Centrebis Ende 2026 an.

Das geplante Zentrum soll Organisationen dabei helfen, kryptografische Risiken zu bewerten, quantensichere Technologien zu testen und die für den Übergang zu Post-Quanten-Sicherheit erforderlichen Kompetenzen zu entwickeln.

Damit entstehen innerhalb der Quantenstrategie Singapurs zwei sehr unterschiedliche Zeitpläne.

Der eine betrifft die langfristigen Bemühungen, Quantencomputing kommerziell nutzbar zu machen. Der andere betrifft den Schutz heutiger Systeme vor einer Zukunft, in der ausreichend leistungsfähige Quantencomputer weit verbreitete Public-Key-Kryptografie knacken könnten.

Unternehmen in anderen Ländern stehen vor demselben Problem. Google Cloud hat sich für die Bereitschaft zur Post-Quanten-Kryptografie das Ziel 2029 gesetzt, auch wenn Kunden weiterhin ihre eigenen Anwendungen, Zertifikate, Schlüssel und Systeme berücksichtigen müssen.

Die Erkenntnis von eWeek: Singapur baut ein Ökosystem auf, bevor Quantencomputing bereit ist

Der aufschlussreichste Aspekt von Singapurs Quantenstrategie im Rahmen von RIE2030 ist nicht die Summe von 37 Milliarden Singapur-Dollar.

Diese Mittel decken das gesamte Forschungs- und Innovationsprogramm des Landes ab, nicht nur den Quantenbereich. Singapur teilte im April mit, dass im Rahmen von RIE2025 295 Millionen Singapur-Dollar für Quantenforschungsinitiativen im Rahmen seiner National Quantum Strategy zurückgestellt wurden. Das vermittelt einen Eindruck von der bisherigen Investition des Landes, auch wenn noch keine quantenspezifische RIE2030-Zuweisung bekannt gegeben wurde.

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Stattdessen fällt auf, wie viele Teile des Quantenökosystems sich inzwischen gleichzeitig entwickeln:

  • Forschung und Infrastruktur: Singapur finanziert bereits nationale Quantenprogramme und bereitet sich darauf vor, ein Quantencomputersystem von Quantinuum zu beherbergen.
  • Experimente in Unternehmen: UOB arbeitet mit dem Centre for Quantum Technologies zusammen, um Quantenansätze für die Bewertung komplexer Derivate zu testen.
  • Kommerzielle Technologie: Das in Singapur ansässige Unternehmen AQSolotl kommerzialisiert Quantensystemsteuerungen, die von Forschenden der NTU und der NUS entwickelt wurden.
  • Quantensicherheit: IBM und das Singapore Institute of Technology planen, bis Ende 2026 ein Quantum-Safe Centre einzurichten, um Organisationen bei der Vorbereitung auf Post-Quanten-Kryptografie zu unterstützen.
  • Branchenentwicklung: Singapurs Quantenstrategie fordert stärkere Verbindungen zwischen Forschung und Einsatz, während die Regierung ausdrücklich erklärt hat, dass das Land eine Nische in der globalen Quanten-Lieferkette entwickeln soll.

Keine dieser Entwicklungen beweist, dass Singapur kommerziell nutzbares Quantencomputing beherrscht. Fehlertolerante Quantencomputer, die bei wichtigen kommerziellen Arbeitslasten dauerhaft Vorteile liefern können, befinden sich weltweit weiterhin in der Entwicklung.

Zusammengenommen deuten die Projekte jedoch auf eine bewusste Strategie hin: Singapur bereitet die Forschungsbasis, den Zugang zu Hardware, Start-ups, Anwendungsfälle in Unternehmen und die Sicherheitsinfrastruktur vor, bevor Quantencomputing ausgereift ist.

Für Unternehmen, die den Markt beobachten, könnte das bedeutsamer sein als jeder einzelne Qubit-Meilenstein. Die späteren Gewinner des Quantenrennens könnten die Länder sein, die bereits über ein Ökosystem verfügen, sobald die Technologie endlich kommerziell nutzbar wird.

Auch lesenswert: Mit den Fortschritten beim Quantencomputing zeigt ein neuer TCG-Leitfaden, was IT-Käufer bei Investitionen in quantenbereite Hardware.

Matt Gonzales

Matt Gonzales is the Managing Editor of Cybersecurity for eSecurity Planet. An award-winning journalist and editor, Matt brings over a decade of expertise across diverse fields, including technology, cybersecurity, and military acquisition. He combines his editorial experience with a keen eye for industry trends, ensuring readers stay informed about the latest developments in cybersecurity.

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