Philippinen schreiben Robotikgeschichte: Chirurg operiert Patienten in 1.380 km Entfernung

Medical teams at Jose B. Lingad Memorial General Hospital participate in the hospital’s first robotic surgery in Central Luzon in September 2025.

Medical teams at Jose B. Lingad Memorial General Hospital participate in the hospital’s first robotic surgery in Central Luzon in September 2025. Image: Jose B. Lingad Memorial General Hospital / Department of Health

Verfasst von
Matt Gonzales
Matt Gonzales
Sep 14, 2026
4 minute read
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Ein Chirurg auf den Philippinen hat soeben einen Patienten operiert, der sich laut philippinischen Gesundheitsbehörden rund 1.380 Kilometer entfernt befand.

Ärzte in Pampanga und Cotabato City führten am 5. Sept. das durch, was das philippinische Gesundheitsministerium als die ersten landesübergreifenden robotergestützten Teleoperationen des Landes bezeichnete. Dabei nutzten sie ein Robotersystem für Gallenblasenoperationen, während sich Chirurgen und Patienten in verschiedenen Teilen des Landes befanden. Dieser Meilenstein gibt einen Einblick, wie Robotik künftig spezialisierte Operationen zu Patienten bringen könnte, die weit von den Operationssälen entfernt sind, in denen erfahrene Chirurgen arbeiten.

Die Technologie ist beeindruckend. Die größere Frage lautet, ob die Philippinen – ein Archipel mit mehr als 7.000 Inseln – zu einem besonders vielversprechenden Testfeld für Fernoperationen werden könnten.

Zwei Krankenhäuser, zwei Fernoperationen

Die Eingriffe verbanden das Jose B. Lingad Memorial General Hospital in Pampanga mit dem Cotabato Regional and Medical Center in Cotabato City. Das philippinische Gesundheitsministerium erklärte, dass die Krankenhäuser 1.380 Kilometer voneinander entfernt seien.

Dr. Ryan Quiambao führte vom Krankenhaus in Pampanga aus per Fernzugriff eine robotergestützte Cholezystektomie, also eine Entfernung der Gallenblase, bei einem Patienten in Cotabato City durch. Anschließend kehrten die Chirurgen Dr. Al-Jazzer Angas und Dr. Louis Gerard Agustin die Konstellation um und operierten per Fernzugriff von Cotabato City aus einen Patienten in Pampanga.

Beide Eingriffe wurden laut Gesundheitsbehörden in weniger als einer Stunde sicher und mit minimalem Blutverlust abgeschlossen. Lokale Medien berichteten, dass die Operationen im Rahmen der Zero Balance Billing policy des Gesundheitsministeriums außerdem für die Patienten kostenlos waren.

Bei der genauen Entfernung gibt es eine Abweichung. Philippinische Gesundheitsbehörden und mehrere lokale Berichte geben die Entfernung zwischen den Krankenhäusern mit 1.380 Kilometern an, während SS Innovations, der Hersteller des bei den Eingriffen eingesetzten Robotersystems, die Distanz später mit etwa 1.710 Kilometern bezifferte.

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Bei den Operationen kam das in Indien entwickelte SSI Mantra Robotic Surgery System zum Einsatz. SS Innovations founder and CEO Sudhir Srivastava, der das System entwickelt hat, reiste von Neu-Delhi an, um die Eingriffe zu beobachten und gemeinsam mit Mitarbeitern des Unternehmens technische Unterstützung zu leisten.

Auch eine zuverlässige Verbindung war für die Demonstration von zentraler Bedeutung. Technische Teams unterstützten laut lokaler Berichterstattung über die Operationen.

Der philippinische Meilenstein kommt zu einer Zeit, in der die medizinische Robotik beginnt, über das traditionelle Modell hinauszugehen, bei dem ein Chirurg nur wenige Schritte vom Patienten entfernt sitzt. Forscher und Medizintechnikunternehmen arbeiten außerdem daran, ein höheres Maß an Automatisierung und Fernintervention zu ermöglichen.

Philips erhielt beispielsweise kürzlich bis zu 33,7 Millionen US-Dollar für die Entwicklung KI-gestützter autonomer Roboter zur Schlaganfallbehandlung. Das Projekt befindet sich noch in der präklinischen Phase, kombiniert jedoch Robotik, medizinische Bildgebung, KI-Navigation und Fernintervention, um spezialisierte Schlaganfallbehandlungen näher zu Patienten zu bringen, die größere Behandlungszentren nicht ohne Weiteres erreichen können.

Andere Technologien verändern die Art und Weise, wie Chirurgen im Operationssaal mit Informationen interagieren. Bei Duke Health nutzte ein Chirurg beispielsweise kürzlich Apple Vision Pro während eines Hüfteingriffs , um Bildgebungs- und Operationsplanungsinformationen während des Eingriffs im Blick zu behalten.

Und die Entwicklung fügt sich in einen deutlich breiteren Robotikschub in Asien ein, wo Regierungen und Unternehmen Maschinen zunehmend außerhalb kontrollierter Labore testen. Singapur verwandelt beispielsweise seinen Punggol Digital District in ein Testfeld für physische KI und Roboter unter realen Bedingungen.

Was eWeek herausgefunden hat: Der Roboter ist nur ein Teil des Durchbruchs

Die Entfernung macht die Demonstration zwar zu einem Blickfang, doch die größere Geschichte ist, was rund um den Roboter funktionieren musste. Die Eingriffe verweisen auf vier Faktoren, die darüber entscheiden könnten, ob sich Telechirurgie vom Meilenstein zur medizinischen Alltagspraxis entwickelt:

  • Entfernung wird zu einem immer geringeren Hindernis für chirurgisches Fachwissen. Der Chirurg in Pampanga steuerte Roboterinstrumente, die an einem Patienten in Cotabato City operierten, und die Chirurgen in Cotabato kehrten anschließend die Konstellation um. In einem Archipel mit mehr als 7.000 Inseln könnte dies Spezialisten, die in großen medizinischen Zentren konzentriert sind, künftig ermöglichen, Patienten zu erreichen, ohne dass diese reisen müssen.
  • Konnektivität wird Teil des Operationssaals.Robotergestützte Fernoperationen sind auf eine zuverlässige Kommunikation mit geringer Latenz angewiesen, um Informationen und Steuersignale zwischen dem Chirurgen und dem Roboter zu übertragen. Dadurch wird die Zuverlässigkeit des Netzwerks von einer gewöhnlichen IT-Frage zu einem Teil der Infrastruktur, die den Eingriff unterstützt.
  • Fernsteuerung bedeutet nicht Autonomie. Die Chirurgen behielten die Kontrolle über das SSI Mantra-System, während medizinische Teams physisch bei den Patienten anwesend waren. Telechirurgie kann die Reichweite eines Chirurgen vergrößern, macht aber ausgebildete Ärzte, Pflegekräfte, biomedizinische Techniker und Notfallpläne am Aufenthaltsort des Patienten nicht überflüssig.
  • Die eigentliche Bewährungsprobe kommt nach der Demonstration. Beide Operationen wurden laut Gesundheitsbehörden in weniger als einer Stunde sicher abgeschlossen. Für den routinemäßigen Einsatz von Telechirurgie müssten Krankenhäuser diese Leistung jedoch ohne außergewöhnliche Unterstützung wiederholen können. Zuverlässige Netzwerke, Cybersicherheit, Gerätekosten, Schulungen, Regulierung und Verfahren für den Umgang mit einem Verbindungsabbruch könnten letztlich ebenso wichtig sein wie der Roboter selbst.
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Die Philippinen haben nun demonstriert, dass Chirurgen Fernoperationen an Patienten durchführen können, die Hunderte Kilometer entfernt sind. Die nächste Frage ist schwieriger: Können Krankenhäuser die Infrastruktur rund um diese Fähigkeit gut genug aufbauen, um Fernoperationen zur Routine und nicht zur Ausnahme zu machen?

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Matt Gonzales

Matt Gonzales is the Managing Editor of Cybersecurity for eSecurity Planet. An award-winning journalist and editor, Matt brings over a decade of expertise across diverse fields, including technology, cybersecurity, and military acquisition. He combines his editorial experience with a keen eye for industry trends, ensuring readers stay informed about the latest developments in cybersecurity.

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