Hyundai hat diese Woche etwas vorgestellt, das sich ein wenig von seinen üblichen Autos unterscheidet: eine kleine, flache Maschine auf vier Rädern, die zu einem der bislang wichtigsten Produkte des Unternehmens werden könnte.
Auf der International Robot Exhibition 2025 in Tokio stellte die Hyundai Motor Group die serienreife Version ihres Mobile Eccentric Droid (MobED) vor. Die Maschine war erstmals auf der CES 2022 als Konzept zu sehen, doch Hyundai hat sie nun in eine vollständig autonome, von künstlicher Intelligenz gesteuerte Plattform verwandelt.
Das Unternehmen bezeichnete die Vorstellung als seinen ersten echten Schritt in Richtung massenproduzierter Mobilitätsroboter, ein Zeichen dafür, dass Robotik in Hyundais Zukunft neben Autos stehen wird.
„MobED ist mehr als eine einfache Mobilitätsplattform und bietet eine Lösung der nächsten Generation, die sich an verschiedenste Branchen und den Alltag anpassen lässt“, sagte Dong Jin Hyun, VP und Leiter des Robotics Lab des Unternehmens. „MobED wird neue Standards auf dem globalen Robotikmarkt setzen und eine Zukunft beschleunigen, in der Menschen und Roboter zusammenleben.“
MobED ist im Wesentlichen eine kompakte Basis mit vier Rädern, die Aufgaben ohne menschliches Eingreifen erledigen soll. Der Roboter nutzt KI-Navigation, Kameras, LiDAR und ein fortschrittliches Haltungsregelsystem, das ihn auf unebenem Untergrund waagerecht hält.
Da er als flache Plattform und nicht als menschenähnlicher oder tierähnlicher Roboter konzipiert ist, lässt sich Hyundai zufolge eine breite Palette von Anwendungen realisieren, darunter Lieferungen, Logistik, Forschung, Filmproduktion oder Servicearbeiten in Innenräumen.
Hyundai zufolge ist der Roboter für den Einsatz drinnen wie draußen konzipiert und benötigt keine separaten Versionen für unterschiedliche Umgebungen. Vorgestellt wurden zwei Konfigurationen: MobED Basic für Forschungsteams und MobED Pro mit zusätzlichen autonomen Funktionen für gewerbliche Aufgaben.
KI im Zentrum von Hyundais Mobilitätsoffensive
Hyundais Vorstoß in die Robotik ist nicht neu, doch MobED markiert den ersten Schritt des Unternehmens hin zu einem groß angelegten Vertrieb. Das Unternehmen gründete sein Robotics Lab 2019 und kaufte 2021 Boston Dynamics, bevor es später umfangreiche Investitionen in KI und Technologien der nächsten Generation.
Hyun sagte gegenüber Bloomberg in einem Interview, dass die Softwarearchitektur des Roboters eng mit den Fahrzeugsystemen von Hyundai verbunden sei. Die Plattform sei „in Bezug auf die Software den Fahrzeugen sehr ähnlich“. Er fügte hinzu, dass Wissen in beide Richtungen fließen könne, wodurch sowohl die Roboterpalette als auch Hyundais Autosparte verbessert würden.
Er hob außerdem hervor, wie Robotik Risiken in gefährlichen Umgebungen verringern kann: „Ich denke, solche Aufgaben sollten durch eine robotische Lösung ersetzt werden. Wir können das Leben der Menschen sicherer und angenehmer machen.“
Hyundai hat weder Preise noch Produktionsziele bekannt gegeben. Das Robotics Lab rechnet jedoch damit, dass MobED schnell an Fahrt gewinnen wird. Bloomberg berichtet von dem Ziel, innerhalb von drei Jahren nach dem Hochfahren der Produktion 10.000 Einheiten zu verkaufen. Nach Angaben des Unternehmens soll die Massenproduktion in der ersten Hälfte des Jahres 2026 beginnen.
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