
- Zwischen Digitalisierungsschub und wachsender Bedrohung
- Bedrohung erkannt – aber noch nicht gebannt
- Cloud-Sicherheit als Achillesferse der Branche
- Der Cyber Resilience Act als Weckruf
- Vom Sicherheitsprojekt zur strategischen Resilienz
- Lieferkette als Risikoverstärker
- Zwischen KI, Daten und Verantwortung
- Fazit: Cyberresilienz ist der neue Qualitätsfaktor
Zwischen Digitalisierungsschub und wachsender Bedrohung
Die Automobilbranche steht mitten in der digitalen Transformation – und gleichzeitig unter Beschuss. Vernetzte Fahrzeuge, Over-the-Air-Updates, Cloud-Plattformen und datengetriebene Services bringen enorme Innovationspotenziale, aber auch eine neue Angriffsfläche für Cyberkriminelle.
Eine aktuelle Studie von diconium in Kooperation mit Techconsult zeigt, wie groß die Herausforderungen tatsächlich sind: Drei von vier befragten Automotive-Unternehmen schätzen die aktuelle Bedrohungslage als hoch oder sehr hoch ein. Und je größer das Unternehmen, desto deutlicher fällt die Risikoeinschätzung aus.
Bedrohung erkannt – aber noch nicht gebannt
47 Prozent der Studienteilnehmenden glauben nicht, dass ihre Organisation Cyberangriffe zuverlässig abwehren kann. Das bedeutet: Fast jedes zweite Unternehmen sieht akuten Handlungsbedarf, um die eigene Cyberresilienz zu stärken.
Dabei steht die Branche unter doppeltem Druck – durch die steigende Zahl von Angriffen ebenso wie durch regulatorische Vorgaben. Besonders der kommende Cyber Resilience Act (CRA) der EU zwingt Hersteller und Zulieferer, ab 2027 die Cybersicherheit ihrer Produkte und Services über den gesamten Lebenszyklus hinweg nachzuweisen.
„Cybersicherheit ist längst kein Randthema mehr, sondern eine strategische Kernfrage für die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie“, heißt es in der Studie von diconium.
Cloud-Sicherheit als Achillesferse der Branche
Während Ransomware-Angriffe und Malware weiterhin eine Gefahr darstellen, sehen die befragten IT-Verantwortlichen die größten Risiken in der Cloud-Sicherheit.
Rund 35 Prozent nennen Schwachstellen in Cloud-Umgebungen als vorrangige Bedrohung – deutlich vor klassischen Malware-Infektionen oder Phishing. Auf den weiteren Plätzen folgen Datenschutzprobleme (26,5 Prozent), KI-bezogene Risiken (14,5 Prozent) und Schwachstellen in Fahrzeugsystemen (14 Prozent).
Diese Zahlen verdeutlichen, dass die Automobilbranche beim Schritt in die Cloud ihre Sicherheitsarchitekturen teilweise noch nicht ausreichend angepasst hat. Besonders bei der Integration von Cloud-Diensten in bestehende Systeme fehlt es häufig an ganzheitlichen Sicherheitsstrategien und kontinuierlicher Überwachung.
Der Cyber Resilience Act als Weckruf
Der Cyber Resilience Act ist nicht nur eine gesetzliche Verpflichtung – er ist ein Katalysator. Unternehmen, die jetzt proaktiv in Sicherheitsarchitekturen und Resilienz investieren, verschaffen sich einen klaren Wettbewerbsvorteil.
Laut Studie erwarten 64 Prozent der Befragten „große“ bis „sehr große“ Auswirkungen des CRA auf ihre Organisation. Besonders für OEMs und Tier-1-Zulieferer bedeutet das: Sicherheitsanforderungen müssen künftig schon in der Produktentwicklung berücksichtigt werden – von der Software bis zum vernetzten Steuergerät.
Unternehmen, die ihre Cyberresilienz bereits systematisch aufbauen, profitieren nicht nur regulatorisch, sondern auch finanziell. 67,9 Prozent der Studienteilnehmenden sehen erhebliche Kostenrisiken, wenn Compliance-Anforderungen nicht erfüllt werden. Hier zeigt sich: Cybersicherheit ist nicht nur ein IT-Thema – sie ist eine betriebswirtschaftliche Notwendigkeit.
Vom Sicherheitsprojekt zur strategischen Resilienz
Viele Automobilunternehmen arbeiten bereits an Cybersecurity-Projekten, doch die Studie zeigt: Es fehlt häufig an einer übergreifenden Resilienzstrategie.
Während Firewalls und Endpoint-Protection mittlerweile Standard sind, bleibt die Fähigkeit, Störungen abzufedern und den Betrieb nach einem Angriff schnell wiederherzustellen, ausbaufähig.
Resilienz bedeutet dabei mehr als nur Prävention. Sie umfasst:
- Früherkennung von Bedrohungen über alle Ebenen der Supply Chain
- Standardisierte Prozesse zur schnellen Reaktion auf Vorfälle
- Wissensaufbau in Teams und Liefernetzwerken
- Investitionen in Technologien, die Automatisierung, Monitoring und Analyse verbinden
Laut der vollständigen Studie investieren führende Unternehmen zunehmend in Security-by-Design-Ansätze und kontinuierliche Risikoanalysen, um Schwachstellen frühzeitig zu erkennen.
Lieferkette als Risikoverstärker
Die vernetzte Lieferkette gilt als Achillesferse der Branche. Mehr als 70 Prozent der Unternehmen beziehen Softwarekomponenten oder Datenströme von Drittanbietern – und jedes Glied dieser Kette kann ein Einfallstor für Cyberattacken sein.
Ein einziger kompromittierter Zulieferer kann nicht nur Produktionsausfälle verursachen, sondern auch die Markenreputation gefährden.
Zudem verschärfen geopolitische Spannungen und Angriffe auf kritische Infrastrukturen die Lage weiter. Der Aufbau gemeinsamer Standards entlang der Lieferkette – etwa durch zertifizierte Partnernetzwerke oder Cloud-basierte Security-Plattformen – wird deshalb zu einem zentralen Erfolgsfaktor.
Zwischen KI, Daten und Verantwortung
Mit dem Einzug von künstlicher Intelligenz in Fahrzeuge und Produktionssysteme verschiebt sich das Angriffsfeld weiter. KI-Modelle, die auf sensiblen Fahrzeugdaten trainiert werden, können bei unzureichender Absicherung selbst zum Einfallstor werden.
Unternehmen müssen daher Sicherheitsstrategien neu denken – nicht nur als IT-Aufgabe, sondern als kulturellen Wandel: Sicherheit als Teil der Innovationsstrategie.
Fazit: Cyberresilienz ist der neue Qualitätsfaktor
Die Studie von diconium zeigt eindrucksvoll: Cybersicherheit ist nicht länger eine technische Randdisziplin, sondern ein zentraler Bestandteil der Wettbewerbsfähigkeit.
Wer heute in resiliente Systeme, Prozesse und Kompetenzen investiert, schafft die Grundlage für Vertrauen – bei Kund:innen, Partnern und Regulatoren.
Unternehmen, die die vollständige Analyse und Handlungsempfehlungen abrufen möchten, finden die Studie hier:
👉 Cybersecurity in der Automobilbranche – Studie herunterladen


