IT- und Datenteams wurde versprochen, dass KI die Arbeit erleichtern würde. Stattdessen hat sie neue Komplexitätsebenen geschaffen. Die heutigen digitalen Arbeitsplätze sind voller voneinander getrennter Systeme, isolierter Daten und endlosen Wechselns zwischen Apps, die nicht miteinander kommunizieren. Das Problem ist nicht der Mangel an Innovation, sondern die Frage, wem die Daten gehören, die sie antreiben.
Die versteckten Kosten des anwendungszentrierten Unternehmens
Für IT-Führungskräfte hat die zunehmende Verbreitung von SaaS-Tools Flexibilität auf Kosten der Kontrolle gebracht. Jede neue Anwendung bedeutet ein weiteres Datensilo, eine weitere zu verwaltende API und ein weiteres Compliance-Risiko. Etablierte Anbieter haben wenig Anreiz, daran etwas zu ändern. Ihre Geschäftsmodelle beruhen darauf, Unternehmensdaten in proprietären Systemen eingeschlossen zu halten.
Ein aktuelles Beispiel: Salesforce hat die Nutzungsbedingungen von Slack dahingehend geändert, dass Organisationen keine großen Sprachmodelle (LLMs) mehr nutzen dürfen, um Slack-Daten einzulesen. Der Massenexport von Slack-Daten ist nun blockiert. Das bedeutet, dass Sie keine internen KI-Systeme mit diesen Daten trainieren können. Stattdessen müssen Sie die eigene Echtzeitsuche von Salesforce innerhalb seines Ökosystems verwenden.
Bei diesen Schritten geht es nicht um Sicherheit oder Datenschutz – es geht um die Kontrolle über die Datenebene, die im Zeitalter der KI die eigentliche Machtquelle darstellt.
Die Produktivitätssteuer, über die niemand spricht
Jede IT-Fachkraft kennt die Kosten einer ausufernden Tool-Landschaft. Eine Studie der Harvard Business Review ergab, dass Wissensarbeiter etwa 1.200-mal pro Tag zwischen Anwendungen wechseln und dabei fast vier Stunden Produktivität pro Woche verlieren. Das entspricht einem Verlust von 10 % an jedem Arbeitstag – Zeit, die sich durch Integration, Automatisierung und einen einheitlichen Datenzugriff zurückgewinnen ließe.
Diese „Wechselsteuer“ ist ein versteckter Kostenfaktor fragmentierter Architekturen. Etablierte Anbieter profitieren davon, Teams an ihre Dashboards und Bildschirme zu binden. Die Benutzeroberflächen sind nicht der Burggraben – die gefangenen Daten sind es.
Datenunabhängigkeit: Das Fundament für Unternehmens-KI
Generative KI, Copiloten und autonome Agenten beschleunigen die Abkehr von herkömmlichen Benutzeroberflächen. Schon bald werden Ihre Beschäftigten nicht mehr durch Menüs oder Dashboards klicken, um ihre Arbeit zu erledigen – sie werden einen KI-Agenten bitten, „einen Quartalsbericht zu erstellen“, „Konten mit hohem Risiko zu identifizieren“ oder „eine Zusammenfassung eines Vorfalls zu entwerfen“.
Damit das funktioniert, benötigen diese Agenten Echtzeitzugriff auf einheitliche, vertrauenswürdige Daten aus dem gesamten Unternehmen – CRM, ERP, Marketing-Automatisierung, Kundenservice, Finanzen und mehr.
Bei der IT der Zukunft geht es nicht darum, ein weiteres Frontend zu verwalten. Es geht darum, eine sichere, offene und intelligente Datenebene zu schaffen, die die Daten verbindet und steuert, welche diese Systeme antreiben. Dort gewinnt das Unternehmen die Kontrolle zurück.
Warum die Datenebene die neue Steuerungsebene ist
Da dialogorientierte KI die Bedeutung herkömmlicher Anwendungsschnittstellen verringert, wird die Dateninfrastruktur zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil. IT-Führungskräfte, die Datenunabhängigkeit schaffen, indem sie Unternehmensdaten im Kern vereinheitlichen, steuern und absichern, ermöglichen schnellere Innovation und eine sicherere Einführung von KI.
Die Organisationen, die im KI-Rennen gewinnen, werden nicht diejenigen mit den meisten Dashboards sein, sondern diejenigen mit dem vertrauenswürdigsten und zugänglichsten Datenfundament.

