Das Amazon gehörende Unternehmen Zoox hat sein speziell entwickeltes Robotaxi für die Produktion überarbeitet, doch sein Weg zum kommerziellen Einsatz hängt weiterhin von einer Ausnahmegenehmigung des Bundes für ein Fahrzeug ohne herkömmliche Bedienelemente ab.
Anders als Wettbewerber, die vorhandene Autos anpassen, entwickelt Zoox ein fahrerloses Fahrzeug von Grund auf – eines ohne Lenkrad, Pedale oder herkömmlichen Fahrersitz. Dieses Design bringt das Robotaxi des Unternehmens in Konflikt mit Sicherheitsvorschriften, die für von Menschen gesteuerte Fahrzeuge verfasst wurden.
Die Überarbeitung verbessert den Komfort und die Bedienbarkeit für die Fahrgäste. Die größere Frage ist, ob die National Highway Traffic Safety Administration Zoox den Einsatz von Fahrzeugen erlauben wird, die die bundesweiten Sicherheitsstandards nicht vollständig erfüllen, sodass das Unternehmen von begrenzten kostenlosen Fahrten zu einem kostenpflichtigen Service übergehen kann.
Ein Fahrzeug außerhalb des Regelwerks
Das jüngste Produkt-Update, über das The Verge am 24. Juni berichtete, umfasst eine überarbeitete Version von Zoox’ speziell entwickeltem Robotaxi mit weicheren Sitzen, einem helleren Innenraum, einem schärferen Passagierdisplay, größeren Getränkehaltern, drehbaren Reflektoren für beide Fahrtrichtungen und verbesserter Zwei-Wege-Audioübertragung in der Nähe der Türen.
Die NHTSA erteilte Zoox am 6. August 2025 eine Ausnahmegenehmigung für Demonstrationszwecke und erlaubte damit den Betrieb seiner speziell entwickelten fahrerlosen Fahrzeuge im Rahmen des erweiterten Automated Vehicle Exemption Program der Behörde. Als Bedingung musste Zoox Aussagen entfernen oder abdecken, wonach seine Fahrzeuge die geltenden Federal Motor Vehicle Safety Standards erfüllen; außerdem schloss die NHTSA ihre Untersuchung zur Eigendeklaration ab.
Zoox beantragt nun eine befristete Ausnahmegenehmigung für zwei Jahre für bis zu 2.500 ausgenommene Fahrzeuge in jedem Jahr der beantragten Ausnahmegenehmigung. Der Antrag betrifft Teile von acht Sicherheitsstandards, darunter Vorschriften für Bremsen, die Sicht nach hinten, den Insassenschutz bei Unfällen, Verglasung, Leuchten, Scheibenwischer und das Entfrosten.
Die NHTSA hat noch nicht über den Antrag entschieden. Eine Genehmigung würde Zoox erlauben, Fahrzeuge herzustellen, zu verkaufen oder einzusetzen, die diese Standards nicht vollständig erfüllen, vorbehaltlich von Auflagen der Behörde. Ähnliche regulatorische Fragen prägen auch andere Robotikmärkte, darunter Operationsroboter auf dem Weg in die europäischen Märkte.
Von Demonstrationsfahrten zum kommerziellen Service
Die regulatorische Herausforderung für Zoox ergibt sich aus den grundlegenden Designentscheidungen des Unternehmens. Das Robotaxi hat kein Lenkrad, kein Gaspedal, keine Bremspedale und keinen herkömmlichen Fahrersitz und ist damit nicht mit Sicherheitsstandards vereinbar, die auf menschlichen Fahrern beruhen.
Sein bidirektionales Layout ermöglicht es dem Fahrzeug, in beide Richtungen zu fahren, ohne zu wenden – eine Funktion, die laut Zoox die Effizienz der Flotte verbessern könnte. Doch die Wirtschaftlichkeit hängt weiterhin von der behördlichen Genehmigung, den Betriebskosten und dem Produktionsumfang ab. Dieselbe Herausforderung bei der Skalierung zeigt sich in der gesamten Unternehmensrobotik, unter anderem beim Vorstoß von Agility Robotics zur Skalierung humanoider Lagerroboter.
Zoox’ Expansion im März 2026 fügte neue Einsatzumgebungen hinzu, während das Unternehmen auf die NHTSA wartet. Zoox weitete die Servicegebiete in San Francisco und Las Vegas aus und kündigte begrenzte Einführungen in Austin und Miami an. Außerdem teilte das Unternehmen mit, dass seine Flotte fast 2 Millionen fahrerlose Meilen zurückgelegt und etwa 350.000 Fahrgäste befördert habe.
Vorerst bleiben die Fahrten im Demonstrationsbetrieb des Unternehmens kostenlos, wobei der Zugang je nach Markt variiert. Damit befindet sich Zoox in derselben Lücke zwischen Demonstration und Einsatz wie andere Physical-AI-Projekte, darunter der Livestream von AGIBOTs humanoidem Fabrikroboter.
Zoox bereitet das überarbeitete Fahrzeug in seiner Anlage in Hayward, Kalifornien, vor, die laut Business Insider auf bis zu 100 Fahrzeuge pro Woche hochskaliert werden kann. Diese Kapazität wird jedoch erst dann relevant, wenn Zoox die Fahrzeuge in einem kostenpflichtigen Service einsetzen kann.
Eine positive Entscheidung der NHTSA würde nicht sofort ein landesweites Robotaxi-Netz schaffen. Sie würde der autonomen Fahrzeugsparte von Amazon jedoch einen Weg eröffnen, ein speziell entwickeltes fahrerloses Design in ein kommerzielles Mobilitätsgeschäft zu verwandeln.
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