Anthropic reicht Unterlagen für Börsengang ein und bereitet spektakulären KI-IPO vor

Anthropic CEO Dario Amodei speaking on stage.

Image: Creative Commons

May 31, 2026
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Anthropic hat bei der US-Börsenaufsicht (SEC) vertraulich Unterlagen eingereicht und damit die Voraussetzungen für einen möglichen Börsengang (IPO) geschaffen.

Das Unternehmen gab am Montag bekannt, einen Entwurf der Registrierungserklärung Form S-1 eingereicht zu haben – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Verkauf von Aktien an die Öffentlichkeit. In seiner Mitteilung erklärte das Unternehmen, die Einreichung „gibt uns die Möglichkeit, an die Börse zu gehen“, sobald die SEC ihre Prüfung abgeschlossen hat. Anthropic wies außerdem darauf hin, dass die Zahl der Aktien und die Preisdetails noch nicht festgelegt wurden.

Damit rückt Anthropic ins Zentrum eines der wohl größten IPO-Zyklen der jüngeren Technikgeschichte. Das Unternehmen gilt inzwischen weithin als einer von mehreren Schwergewichten der Tech-Branche, die sich darauf vorbereiten, die öffentlichen Märkte zu testen – neben Unternehmen wie SpaceX und OpenAI

Alle drei Unternehmen steuern auf Börsennotierungen zu, die zusammen die Anlegernachfrage nach künstlicher Intelligenz und wachstumsstarken Tech-Unternehmen grundlegend verändern könnten.

Explodierende Bewertung und rasantes Wachstum

Anthropics IPO-Antrag folgt auf einen starken Anstieg der Bewertung und des Umsatzwachstums. Jüngste Finanzierungsrunden sollen die Bewertung des Unternehmens auf knapp 1 Billion US-Dollar getrieben haben – nach einer Finanzierungsrunde über 65 Milliarden US-Dollar, die die starke Nachfrage der Investoren nach KI-Anlagen unterstrich. 

Anthropic erklärte zudem, dass der Umsatz auf Jahresbasis zuletzt die Marke von 47 Milliarden US-Dollar überschritten habe – maßgeblich angetrieben durch die Nachfrage nach seinen auf Programmierung spezialisierten KI-Systemen.

Das Unternehmen hinter dem Claude-Chatbot ist vor allem für Tools bekannt, die Entwicklern helfen, Code automatisch zu schreiben und Fehler darin zu beheben. Diese Ausrichtung, so Analysten, habe dem Unternehmen geholfen, sich in einem dicht besetzten KI-Markt abzuheben.

Heftiger Wettbewerb mit OpenAI und den Tech-Giganten

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Der IPO-Antrag verschärft zudem Anthropics Rivalität mit OpenAI, einem Unternehmen, mit dem Anthropic einst durch gemeinsame Forschungswurzeln eng verbunden war.

Beide Unternehmen konkurrieren inzwischen erbittert bei Unternehmens-KI und Coding-Tools, sowie bei KI-Arbeitslasten mit hohem Infrastrukturbedarf, und ziehen zugleich massive Investitionen globaler Geldgeber an. Der Aufstieg von Anthropic hat zudem große Technologie- und Finanzinvestoren sowie Partnerschaften mit großen Cloud- und Chipherstellern angezogen und dem Unternehmen geholfen, seine Rechenkapazität auszubauen.

Gleichzeitig bauen Konkurrenten wie Google und Microsoft ihre KI-Coding-Tools weiter aus und erhöhen damit den Druck in der gesamten Branche.

Analysten zufolge könnte der Zeitpunkt entscheidend sein. Angesichts der wiedererstarkten IPO-Märkte und der weiterhin hohen Anlegernachfrage nach KI-Anlagen gilt Anthropics Schritt als strategischer Versuch, günstige Bedingungen zu nutzen. 

Einige Marktbeobachter glauben zudem, dass ein Börsengang als erster großer Entwickler von KI-Modellen beeinflussen könnte, wie der gesamte Sektor bewertet wird. Andere warnen, dass spätere Akteure einer strengeren Prüfung durch Investoren ausgesetzt sein könnten, falls frühe Börsengänge enttäuschen.

Wie es weitergeht

Anthropics Einreichung garantiert keine Börsennotierung, signalisiert aber, dass sich das Unternehmen aktiv auf einen der meistbeachteten IPOs der vergangenen Jahre vorbereitet.

Sollte der Börsengang stattfinden, könnte das Angebot zeitgleich mit anderen großen Tech-Börsengängen auf den Markt kommen und damit eine seltene Konzentration hochkarätiger Börsendebüts schaffen. 

Vorerst befindet sich das Unternehmen in einer abwartenden Phase. Die Prüfung durch die SEC, die Marktbedingungen und die Stimmung der Investoren dürften maßgeblich darüber entscheiden, ob Anthropic zu einem der prägenden IPOs des KI-Booms wird.

Lesen Sie auch: Googles Gemini- und Antigravity-Coding-Tools dringen angesichts des zunehmenden Wettbewerbs mit Anthropic und OpenAI tiefer in die Unternehmensentwicklung vor.

Aminu Abdullahi

Aminu Abdullahi is a B2C and B2B technology and finance writer with more than six years of experience covering enterprise IT, cybersecurity, cloud computing, artificial intelligence, fintech, business software, and emerging technologies. His work has appeared in publications including TechRepublic, eWEEK, Channel Insider, Geekflare, Enterprise Networking Planet, eSecurity Planet, CIO Insight, and Webopedia. With a technical background in computer science, he specializes in translating complex technology topics into clear, accessible content for business leaders and decision-makers.

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