Gestern haben wir Claude Cowork als einen der wichtigsten Agenten erwähnt, die ihr ausprobieren solltet, falls ihr das noch nicht getan habt. Es handelt sich um einen relativ neuen Modus der Claude-Desktop-App, der die KI von einem Chatbot in einen aktiven Agenten verwandelt, der Dateien verwalten, euren Browser steuern und komplexe Arbeitsabläufe auf eurem Computer ausführen kann.
- Es ist nicht nur ein Chat: Anders als die standardmäßige Weboberfläche Cowork läuft auf eurem Desktop und agiert eher als „Macher“ denn als bloßer Gesprächspartner. Der Agent kann auf lokale Ordner zugreifen, Dateien umbenennen und Dokumente organisieren.
- Er steuert euren Browser: Wenn ihr Recherchearbeit erledigen müsst, kann Cowork ein Browserfenster öffnen, Google oder X durchsuchen, durch die Ergebnisse scrollen und die Erkenntnisse zusammenfassen, während ihr andere Aufgaben erledigt.
- Parallele Verarbeitung: Der eigentliche Durchbruch ist, mehrere „Sitzungen“ gleichzeitig auszuführen. Ihr könnt einen Agenten eure Belege sortieren lassen, während ein anderer gleichzeitig einen Blogbeitrag recherchiert.
- Codeausführung: Enthalten ist eine Sandbox zur Datenanalyse (ähnlich der von ChatGPT), mit der sich sofort Diagramme erstellen oder Tabellen formatieren lassen.
Das machen frühe Nutzer damit:
- Der „Belege“-Trick: Im Podcast von Greg Isenberg demonstrierte Boris, wie man einen Haufen unbenannter PDF-Belege in einen Ordner legt. Cowork öffnete jeden einzelnen, identifizierte Anbieter und Datum und benannte die Dateien automatisch um.
- Die Newsletter-Maschine: Ben AI zeigte, wie man Cowork einen YouTube-Link gibt, das Transkript herunterladen lässt, die „Hooks“ herausfinden lässt und einen vollständigen Newsletter in seinem ganz eigenen Tonfall schreiben lässt (Nebenbei: Sind WIR, The Neuron, am Ende?!)
- Recherche im Hintergrund: Nutzer bitten Cowork, „10 Beispiele für X zu finden“, und lassen die KI im Hintergrund das Web durchsuchen, während sie sich aufs Schreiben konzentrieren.
WAS ZU TUN IST: Die leistungsstärkste Funktion von Cowork sind die „Skills“.
Wir haben kürzlich schon etwas darüber gesprochen, aber stellt euch Skills wie „Projects“ auf Steroiden vor. Ein Skill ist ein gespeicherter Arbeitsablauf (etwa „Einen LinkedIn-Post schreiben“), der eure spezifischen Anweisungen und Kontextdateien (zum Beispiel den Tonfall eures Unternehmens) enthält.
Euer nächster Schritt:
- Ladet die Claude Desktop App herunter (Cowork funktioniert nicht im Browser).
- Versucht nicht, einen Skill von Grund auf zu programmieren. Lasst Claude stattdessen einmal manuell eine Aufgabe erledigen (zum Beispiel ein Video für andere Zwecke aufbereiten).
- Wenn das Ergebnis gut ist, sagt zu Claude: „Speichere diesen Prozess als Skill.“
- Jetzt habt ihr für immer einen wiederverwendbaren Agenten für diese Aufgabe.
Das Ziel ist nicht, die KI für euch schreiben zu lassen oder euch sogar vollständig zu ersetzen. Es geht darum, eine Bibliothek aus Skills aufzubauen, die die repetitive „Drecksarbeit“ erledigen, damit ihr euch auf die Strategie konzentrieren könnt.
Wir haben hier auf der Website noch viel mehr darüber geschrieben – unter anderem über Peter Yangs Framework für die fünf Stufen der KI, Matt Shumers viralen Essay und darüber, wie man tatsächlich autonome KI-Agententeams aufstellt, die eure Aufträge erledigen.
Anmerkung der Redaktion: Dieser Inhalt erschien ursprünglich im Newsletter unserer Schwesterpublikation The Neuron. Mehr von The Neuron könnt ihr lesen, indem ihr euch hier für den Newsletter anmeldet.

