Nachdem Perplexity auf Desktop und Android bereits für Aufsehen gesorgt hat, bringt das Unternehmen seinen KI-gestützten Browser Comet nun endlich aufs iPhone.
Während die meisten mobilen Browser lediglich Fenster zum Web sind, möchte Comet der Assistent sein, der die Seiten tatsächlich für dich liest. Ursprünglich für den 11. März angekündigt, erschien die App am Donnerstag nach einer kurzen einwöchigen Verzögerung offiziell im App Store.
Was Comet anders macht, ist nicht das Laden von Seiten. Apples Plattformregeln verlangen, dass jeder iOS-Browser auf WebKit läuft, derselben Engine, die auch Safari antreibt. Comet kann also nicht wirklich mit roher Leistung oder der Geschwindigkeit beim Rendern konkurrieren. Stattdessen setzt das Produkt alles darauf, was nach dem Laden einer Seite passiert.
Der Browser basiert auf Perplexitys Antwort-Engine, die neben Webseiten angezeigt wird und es Nutzern ermöglicht, Fragen zum gelesenen Inhalt zu stellen, wichtige Details herauszufiltern oder Zusammenfassungen anzufordern – und das alles, ohne die Website zu verlassen. Man sollte sich das weniger als Fenster zum Web vorstellen, sondern eher als Leseassistenten, der die Inhalte tatsächlich für dich verarbeitet.
Auf einem kleinen Smartphone-Bildschirm, auf dem das Wechseln zwischen Tabs schnell unübersichtlich wird, ergibt dieses Konzept mehr Sinn als auf einem Desktop.
Was es tatsächlich kann
Comet für iOS kommt mit einer Reihe von Funktionen, die speziell auf die mobile Nutzung zugeschnitten sind:
Der Sprachmodus ist direkt in den Browser integriert. Nutzer können ihre Fragen laut stellen und erhalten recherchierte Antworten, ohne ein einziges Wort tippen zu müssen. Der Assistent berücksichtigt den Kontext geöffneter Tabs. Er weiß also, auf welcher Seite du dich gerade befindest, und kann in Echtzeit Fragen dazu beantworten.
Die hybride Suche ist eine weitere Funktion, die speziell auf Mobilgeräte zugeschnitten ist. Einfache, schnelle Suchanfragen – etwa um einen Sportstand zu prüfen oder ein lokales Geschäft zu finden – liefern herkömmliche Suchergebnisse. Komplexere Fragen werden an den Comet Assistant, der für ausführlichere Antworten auf Perplexitys Antwort-Engine zurückgreift.
Deep Research bringt Perplexitys Recherche-Engine aufs Smartphone. Sie kann mehrere Webquellen durchsuchen, die nützlichen Informationen herausfiltern und mit Quellenangaben versehene Zusammenfassungen liefern.
Agentenfunktionen rücken den Browser näher an einen persönlichen Assistenten als an ein Suchwerkzeug. Der Comet Assistant kann einen Kalendereintrag öffnen, die Teilnehmer des Meetings auf LinkedIn und im Web recherchieren und eine kurze Übersicht mit vorgeschlagenen Fragen zusammenstellen.
Geräteübergreifend und im Aufholmodus
Eine praktische Ergänzung ist die geräteübergreifende Kontinuität. Rechercheverläufe und Browserverlauf werden zwischen dem iPhone und der Desktop-Version von Comet synchronisiert. So können Nutzer eine Aufgabe auf ihrem Laptop beginnen und auf dem Smartphone fortsetzen, ohne den Kontext zu verlieren.
Bei den Agentenfunktionen hat Comet derzeit einen Vorsprung beim mobilen KI-Surfen. Chrome für iOS hat kürzlich die Gemini-Integration erhalten, geht aber nicht so weit, mehrstufige Aufgaben im Namen des Nutzers abzuschließen. Microsoft Edges Copilot-Modus bleibt unterdessen vorerst auf den Desktop beschränkt.
Erwähnenswert ist, dass Perplexity den Browserverlauf und die Suchhistorie von Comet erfasst, um Profile für das Anzeigen-Targeting zu erstellen – etwas, das Nutzer bei ihrer Entscheidung berücksichtigen sollten.
Comet ist jetzt zum Download verfügbar, mit kostenlosem Zugang und optionalen kostenpflichtigen Tarifen, während Perplexity seine Vision eines nativ auf KI ausgelegten Surferlebnisses weiter vorantreibt. Die iPad-Version fehlt weiterhin, wodurch eine Lücke für Tablet-Nutzer bleibt.
Weiterführende Lektüre: Perplexitys neuer KI-Agent für den Mac will deinen Computer in einen echten persönlichen Assistenten verwandeln und Aufgaben erledigen, damit du das nicht tun musst.

