Während Microsoft den Support für Windows 10 auslaufen lässt, sind schätzungsweise 500 Millionen Nutzer Sicherheitsrisiken ausgesetzt, weil ihre aktuelle Hardware Windows 11 nicht bewältigt. Statt die Menschen zum Kauf teurer neuer Geräte zu zwingen, bietet Google eine kostengünstige Alternative an.
Gemeinsam mit dem Refurbished-Tech-Experten Back Market hat Google ein physisches Chrome OS Flex USB Kit auf den Markt gebracht. Für gerade einmal 3 US-Dollar (oder 3 Pfund/3 Euro) erhalten Nutzer eine Plug-and-Play-Lösung, die einen langsamen, nicht mehr unterstützten Computer in eine flinke, cloudbasierte Maschine verwandelt.
Die Software selbst konnte zwar schon immer kostenlos heruntergeladen werden, doch dieses neue Kit richtet sich an Menschen, die keine Technikexperten sind, und bietet einfache Anleitungen und Video-Tutorials, um den Prozess zu „entmystifizieren“.
Windows 10 hat offiziell im vergangenen Oktober das Supportende erreicht, und obwohl bis zum Ende dieses Jahres einige erweiterte Updates verfügbar sind, läuft die Zeit ab. Für viele bestand die Wahl entweder darin, die Nutzung eines unsicheren Systems zu riskieren oder Hunderte für einen Ersatz auszugeben.
Google weist darauf hin dass diese Übergangsphase „viele Menschen vor eine schwierige Entscheidung stellte: Hunderte für ein neues Gerät ausgeben oder ein unsicheres, veraltetes Gerät weiterverwenden“.
Durch den Wechsel zu ChromeOS Flex erhalten die alten Laptops eine zweite Chance. Sie starten in weniger als 10 Sekunden und bleiben schnell, weil der Großteil der aufwendigen Verarbeitung in der Cloud stattfindet. Allerdings gibt es einen Haken: ChromeOS Flex unterstützt keine Android-Apps und eignet sich daher am besten zum Surfen im Web, Streamen und für Büroarbeiten.
Den Planeten (und den Geldbeutel) schonen
Hier geht es um weit mehr als nur ums Geldsparen: Dahinter steht auch ein massiver Umweltimpuls.
Elektroschrott ist eine globale Krise: Allein in diesem Jahr dürften rund 61,3 Millionen metrische Tonnen Technik weggeworfen werden. Google behauptet, ChromeOS Flex sei nicht nur schonender für den Prozessor, sondern auch für den Planeten und verbrauche rund 19 % weniger Energie als vergleichbare Systeme.
„Der Herstellungsprozess eines neuen Laptops ist für einen großen Teil seines CO₂-Fußabdrucks verantwortlich. ChromeOS Flex ermöglicht es, das bereits hergestellte Gerät länger zu nutzen. Dadurch wird Hardware von Mülldeponien ferngehalten und der Ausstoß vermieden, der bei der Herstellung eines neuen Geräts entsteht“, erklärte Google und erläuterte damit die Bedeutung für die Umwelt.
Eine echte Alternative mit Kompromissen
Die Frage, ob ChromeOS für jeden Windows-Flüchtling die richtige Lösung ist, ist durchaus berechtigt.
Für Nutzer, deren Computeralltag sich um einen Browser, E-Mail und cloudbasierte Tools dreht, könnte sich ChromeOS Flex nahtlos und schneller anfühlen. Für diejenigen, die auf Windows-native Software oder umfangreiche lokale Verarbeitung angewiesen sind, könnte es nicht ausreichen.
Was es eindeutig bietet, ist ein kostenloser Weg nach vorn für Geräte, die andernfalls zu Sicherheitsrisiken oder Futter für die Mülldeponie würden. Derzeit handelt es sich um ein Pilotprogramm, das heißt, die physischen Kits sind nur in begrenzter Stückzahl erhältlich. Google hat angedeutet, dass die Produktion hochgefahren wird, wenn die Nachfrage dies rechtfertigt.
Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel erschien ursprünglich in unserer Schwesterpublikation TechRepublic.

