OpenAI setzt darauf, dass KI dabei helfen kann, die Wirkstoffforschung zu beschleunigen.
Der ChatGPT-Entwickler hat GPT-Rosalind vorgestellt, ein neues KI-Modell für die Forschung in den Lebenswissenschaften – von der Biologie über die Wirkstoffentwicklung bis zur translationalen Medizin. Das Unternehmen führt es als Werkzeug für wissenschaftliche Arbeit ein, die oft schwer zu bewältigen ist.
OpenAI zufolge soll GPT-Rosalind Forschenden helfen, wissenschaftliche Aufgaben schneller zu erledigen und sie dabei mit Forschungswerkzeugen und Datenquellen aus diesem Bereich zu verbinden. Das Modell ist ausschließlich für spezialisierte Forschungsszenarien gedacht, nicht für die allgemeine Nutzung durch Verbraucher.
Der Engpass vor dem Durchbruch
Die Verzögerungen bei der Wirkstoffentwicklung beginnen lange bevor eine Behandlung die Patientinnen und Patienten erreicht. OpenAI erklärte: „Der Fortschritt in den Lebenswissenschaften wird nicht nur durch die Schwierigkeit der zugrunde liegenden Wissenschaft begrenzt, sondern auch durch die Komplexität der Forschungsabläufe selbst.“
Forschende sichten häufig riesige Mengen an Fachliteratur, spezialisierte Datenbanken, Versuchsergebnisse und sich verändernde Hypothesen, um zu entscheiden, was als Nächstes getestet werden sollte. Die anfänglichen Entscheidungen können Jahre in Anspruch nehmen, obwohl sie alles Weitere prägen.
Von der Literaturauswertung bis zur Versuchsplanung
GPT-Rosalind ist speziell für die Arbeit zwischen einer Forschungsfrage und der nächsten konkreten Entscheidung gedacht. Sein Funktionsumfang lässt sich in einige zentrale Aufgabenbereiche gliedern:
- Literaturauswertung und Zusammenführung von Erkenntnissen
- Generierung von Hypothesen
- Versuchsplanung
- Datenanalyse und -interpretation
- Schlussfolgern über Themen der Lebenswissenschaften hinweg
- Nutzung von Forschungswerkzeugen und Datenbanken
Damit erhält das Modell eine Rolle, die viel näher am alltäglichen Forschungsablauf liegt, in dem Lesen, Analyse und die Planung der nächsten Schritte ineinandergreifen.
Für die Arbeit mit wissenschaftlichen Werkzeugen entwickelt
OpenAI stellt GPT-Rosalind in ChatGPT, Codex und über die API qualifizierten Kunden zur Verfügung; der Zugriff ist auf bestehende Forschungsabläufe ausgerichtet.
Ein zentraler Bestandteil der Einführung ist das neue Life-Sciences-Forschungs-Plugin für Codex, das eine Verbindung zu mehr als 50 wissenschaftlichen Werkzeugen und Datenquellen herstellt. Es unterstützt gängige Forschungsaufgaben in den Bereichen Humangenetik, funktionelle Genomik, Proteinstruktur, Biochemie, klinische Evidenz und die Suche nach öffentlich zugänglichen Studien.
Damit erhalten Forschende eine Möglichkeit, das KI-Modell neben den Datenbanken, Sequenzwerkzeugen und Entdeckungssystemen einzusetzen, die bereits den wissenschaftlichen Alltag beeinflussen.
Starke Ergebnisse, eingeschränkterer Zugang
OpenAI zufolge schnitt GPT-Rosalind bei Benchmarks für Biologie und Chemie gut ab und übertraf GPT-5.4 bei mehreren Forschungsaufgaben. Das Modell wurde mit Partnern wie Dyno Therapeutics getestet; Amgen, Moderna, Thermo Fisher Scientific und Novo Nordisk gehören zu den Organisationen, die bei der Einführung genannt werden.
GPT-Rosalind wird allerdings nicht allgemein zugänglich gemacht. Der Zugriff ist über OpenAIs Programm für vertrauenswürdigen Zugang auf qualifizierte Kunden beschränkt. Es beginnt mit Enterprise-Nutzern in den USA und umfasst Anforderungen an Governance, Sicherheit und Aufsicht, um den biologischen Missbrauch zu begrenzen.
OpenAI hat GPT-5.4-Cyber als eingeschränktes Modell für vertrauenswürdige Sicherheitsteams und Forschende eingeführt.

