Die Cybersicherheit hat große Fortschritte gemacht. Doch die Angreifer haben nicht aufgehört, sich anzupassen.
Das war die zentrale Botschaft der Keynote von Mikko Hypponen am Mittwoch auf der Black Hat 2025. Der langjährige Forscher führte das Publikum durch drei Jahrzehnte Malware-Geschichte, sich wandelnde Motive und die Herausforderungen, auf die sich Verteidiger als Nächstes vorbereiten müssen.
In einem Vortrag mit dem Titel „Drei Jahrzehnte Cybersicherheit: Erkenntnisse und was als Nächstes kommt“ blickte Hypponen auf die ersten Viren aus den späten 1980er-Jahren zurück – häufig von Scherzbolden geschrieben, die sich einen Namen machen wollten – und stellte sie den heutigen finanziell motivierten, gezielten und professionalisierten Angriffen gegenüber.
„Wir bekämpfen keine Viren mehr“, sagte Hypponen dem Publikum. „Sie sind kein Thema mehr. Ja, wir haben Malware. Aber fast nie handelt es sich um Malware, die sich automatisch verbreitet … Die Angriffe von heute sind ganz anders.“
Der Wendepunkt in der Cyberkriminalität
Hypponen, Chief Research Officer bei WithSecure, steht seit 1991 an vorderster Front der Cyberabwehr.
Er hat einige der verheerendsten digitalen Bedrohungen der Welt verfolgt – und dazu beigetragen, sie zu neutralisieren: Code Red, Slammer, Conficker, Stuxnet, WannaCry, LockBit und weitere. Tatsächlich war sein Team das erste, das den berüchtigten ILOVEYOU-Wurm.
stoppte. Die ersten Viren, erklärte er, wurden häufig von Teenagern geschrieben, die Unfug treiben wollten. Dazu gehörte, Nutzer aus Spaß mit Animationen, Nachrichten oder Systemstörungen zu überraschen. Das änderte sich mit dem Aufstieg des Internets und dann erneut um 2003 – diesen Zeitpunkt bezeichnete Hypponen als den größten Wendepunkt in der Cyberkriminalität: den Moment, in dem Malware monetarisiert wurde.
„Wir begannen Malware zu sehen, die nicht nur lästig war – sie war profitabel“, sagte er.
Banking-Trojaner, Ransomware und gezielte Angriffe folgten rasch, und auf der ganzen Welt entstanden hochentwickelte Operationen. Die Cybercrime-Gangs von heute haben ein eigenes Branding, sind gut finanziert und fokussiert. Sie starten Angriffe mit dem Ziel, unauffällig Millionen zu verdienen …
„Wenn Ihre Malware auf der Titelseite von CNN landet, haben Sie versagt“, merkte Hypponen an. „Die Angreifer von heute wollen keine Aufmerksamkeit. Sie wollen Geld.“
Als wichtige Eskalation verwies er auf den Aufstieg der Ransomware, darunter Angriffe aus Nordkorea, und auf organisierte Gruppen wie Alpha. Diese Angreifer nutzen verwundbare VPN-Server aus, phishen Nutzer und verwenden häufig Kryptowährungen für nicht nachverfolgbare Zahlungen. Zu den prominenten Opfern zählen inzwischen Krankenhäuser, Casinos, Schulen und Regierungen.
„Niemand glaubt, dass es ihn als Nächstes trifft“, fügte er hinzu, „aber jeden kann es treffen.“
KI und das neue Kräfteverhältnis
Trotz des Aufstiegs von Ransomware und digitaler Erpressung, beendete Hypponen seine Keynote mit einer hoffnungsvollen, wenn auch differenzierten Botschaft: Die Sicherheit ist heute besser als je zuvor.
„Es fühlt sich nicht so an“, räumte er ein, „aber wenn man einen Schritt zurücktritt und darüber nachdenkt, wo wir herkommen und wo wir heute stehen, ist das ein Unterschied wie Tag und Nacht.“
Als Beispiele für die enormen Fortschritte der Abwehrtechnologie nannte er abgeschottete Plattformen wie das iPhone und die Xbox. Doch auch die Angreifer haben sich weiterentwickelt. Wenn Systeme gehärtet sind, nehmen sie stattdessen die Menschen ins Visier – sie phishen Nutzer, nutzen schwache Endpunkte aus und umgehen Sicherheitsschichten durch Social Engineering statt durch rohe Gewalt.
„Wenn etwas intelligent ist, ist es verwundbar“, erinnerte Hypponen das Publikum.
Immer häufiger setzen Verteidiger auf KI, um das Kräfteverhältnis auszugleichen. Angreifer nutzen KI möglicherweise für Scans und Automatisierung, doch Hypponen glaubt, dass dies derzeit einer der wenigen Bereiche ist, in denen die Verteidiger einen Vorteil haben könnten. Von der Identifizierung von Zero-Day-Schwachstellen bis zur Verbesserung der Bedrohungserkennung in Echtzeit gestaltet KI die Frontlinien neu.
„KI ist der Schlüssel“, sagte er. „Sie ist die größte technologische Revolution, die ich in meinem Leben erlebt habe.“
Doch selbst die intelligentesten Werkzeuge brauchen das richtige Umfeld, um erfolgreich zu sein. Jeff Moss, Gründer von Black Hat, der Hypponen vorstellte, betonte, dass die Unternehmenskultur entscheidend bleibt. Ohne die richtige Grundlage, sagte er, können selbst die besten Strategien scheitern.
„Wenn die Kultur Ihres Unternehmens nicht stimmt, spielt die Strategie keine Rolle“, sagte Moss. „Schreiben Sie keine Strategien, die keine Chance haben, Ihre Unternehmenskultur zu überleben.“
Anmerkung der Redaktion: Dieser Nachrichtenartikel wurde erstmals auf unserer Schwesterseite TechRepublic.

