Nexperias Lieferkettenkrise verschärft sich, während das Unternehmen seine China-Einheit zum Gespräch drängt

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Image: Adobe Stock

Nov 28, 2025
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Der komplexe Unternehmensstreit zwischen dem niederländischen Chiphersteller Nexperia und seinen chinesischen Gesellschaften ist zu einem öffentlichen Appell eskaliert.

Die europäische Zentrale fordert die in China ansässige Führung dringend auf, die unterbrochene Lieferkette wiederherzustellen und weitreichende Produktionsstillstände bei Kunden zu verhindern.

Nexperia veröffentlichte am Donnerstag (27. November) einen offenen Brief an die Führung seiner chinesischen Standorte. Darin bestätigte das Unternehmen, dass der Fluss wichtiger Chips trotz der jüngsten Entscheidung der niederländischen Regierung, ihre umstrittene Anordnung für die Unternehmensführung auszusetzen, unberechenbar bleibt.

Kunden aus verschiedenen Branchen „melden weiterhin unmittelbar bevorstehende Produktionsstillstände“ – eine Situation, die Nexperia zufolge „nicht fortbestehen kann“, heißt es in dem Brief.

Der Fertigungsprozess des Unternehmens basiert auf einem grenzüberschreitenden Setup: Wafer werden in Hamburg produziert und anschließend zur Endverpackung nach Dongguan in China versandt, bevor sie an Kunden weltweit geliefert werden. Diese entscheidende Verbindung ist seit dem Eingreifen der niederländischen Regierung unterbrochen, das zu einem Wechsel in der Führung der niederländischen Zentrale führte.

Dialogbemühungen stoßen auf eine Mauer

Das Kernproblem besteht nach Angaben der Nexperia-Führung in Nijmegen in der völligen Kooperationsverweigerung ihrer chinesischen Gegenüber.

Die niederländische Einheit erklärte, sie habe „wiederholt und mehrfach, sowohl formell als auch informell, versucht, den Dialog mit Nexperias Gesellschaften in China durch direkte Kontaktaufnahme per Telefon, E-Mail und vorgeschlagene Treffen wieder aufzunehmen“, darunter auch „formelle Korrespondenz, um die Erfüllung von Rechten einzufordern“, heißt es in dem Brief.

Der Appell zum Dialog stieß jedoch auf eine Mauer. Das Unternehmen beklagte: „Leider erhielt Nexperia keine substanzielle Antwort.“ Dies zwang das Unternehmen zu dem drastischen Schritt, sich öffentlich zu äußern, um „die Dringlichkeit zu unterstreichen“.

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Was Nexperia jetzt will

Die niederländische Muttergesellschaft Nexperia fordert umgehend strukturierte Verhandlungen mit ihren chinesischen Gesellschaften, um zwei kritische Bereiche zu klären: die Wiederherstellung der Lieferkette mit dem Ziel vorhersehbarer, etablierter Lieferströme sowie eine Abstimmung bei der Unternehmensführung. Letztere ist erforderlich, um den Betrieb im Rahmen der bestehenden Vereinbarungen zwischen den Konzerngesellschaften wieder aufzunehmen und rechtmäßige Anweisungen der globalen Nexperia-Führung zu befolgen.

Dazu hat das Unternehmen vorgeschlagen, einen direkten Dialog per E-Mail oder über einen neutralen, professionellen Drittvermittler aufzunehmen.

Geopolitik und der Unternehmensstreit

Die Lieferkettenkrise geht auf einen umfassenderen politischen und unternehmerischen Streit zurück, der am 30. September ausbrach, als die niederländische Regierung ein Gesetz aus der Zeit des Kalten Krieges anwandte und vorübergehend die Kontrolle über Nexperias europäische Aktivitäten übernahm.

Dies war eine Reaktion auf interne Bedenken im Unternehmen, die als Bedrohung für die nationale und europäische Wirtschaftssicherheit sowie für den Schutz wichtigen technologischen Wissens wahrgenommen wurden.

Als Vergeltungsmaßnahme stoppte Peking am 4. Oktober die Ausfuhr fertiger Produkte von Nexperias chinesischen Standorten. Zwar hat China diese Exportkontrollen inzwischen teilweise gelockert und die niederländische Regierung ihre Anordnung für die Unternehmensführung als „Geste des guten Willens aussetzte“ , um eine Lösung zu fördern, doch der interne Unternehmensstreit ist weiterhin ungelöst.

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Die chinesische Einheit von Nexperia soll erklärt haben, dass sie nicht länger der Kontrolle durch die europäische Führung untersteht. In einer Vergeltungsmaßnahme stellte die europäische Seite am 26. Oktober den Versand von Wafern nach China ein und verwies auf ausstehende Zahlungen.

Dieser anhaltende Unternehmenskonflikt besteht fort, obwohl chinesische und europäische Regierungsvertreter, darunter der chinesische Handelsminister Wang Wentao und der EU-Handelskommissar Maros Sefcovic, auf eine „von den Unternehmen geführte Lösung“ gedrängt haben, um die Stabilität der globalen Halbleiter-Lieferkette wiederherzustellen.

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Aminu Abdullahi

Aminu Abdullahi is a B2C and B2B technology and finance writer with more than six years of experience covering enterprise IT, cybersecurity, cloud computing, artificial intelligence, fintech, business software, and emerging technologies. His work has appeared in publications including TechRepublic, eWEEK, Channel Insider, Geekflare, Enterprise Networking Planet, eSecurity Planet, CIO Insight, and Webopedia. With a technical background in computer science, he specializes in translating complex technology topics into clear, accessible content for business leaders and decision-makers.

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