Die meisten Unternehmen verfolgen heute eine Form von Multi-Cloud-Strategie, stehen beim Verbinden mit öffentlichen und privaten Clouds jedoch weiterhin vor Herausforderungen. Das Internet bietet Konnektivität nach dem „Best-Effort“-Prinzip, weist bei der Netzwerkqualität jedoch Schwankungen auf, die sich erheblich auf die Anwendungsleistung auswirken können.
Eine Verbindung zum Internet über das herkömmliche Multiprotocol Label Switching (MPLS) bietet nicht die Cloud-ähnliche Agilität, mit der Unternehmen ihre Kapazitäten nach oben oder unten skalieren können. Direkte Interconnects zu privaten Clouds sind zwar die sicherste und leistungsfähigste Verbindungsmöglichkeit, erfordern jedoch eine frühzeitige Kapazitätsplanung, was zu einer Unterauslastung und spiralförmig steigenden Kosten führen kann.
Deshalb muss jede Organisation, die auf Multi-Cloud umsteigt, ihre Netzwerk- und Konnektivitätsstrategie überdenken. Anstatt ein softwaredefiniertes Wide Area Network (SD-WAN) als reine Lösung für die letzte Meile zu betrachten, können Organisationen erheblich davon profitieren, ein SD-WAN und ein privates Netzwerk für die Performance auf der mittleren Meile zu kombinieren.
Cisco und Megaport, ein globaler Anbieter für die mittlere Meile, haben eine Lösung entwickelt, die all diese Komplexitäten vermeidet, indem sie eine nahtlose Konnektivität mit SD-WAN- und Multi-Cloud-Umgebungen automatisiert.
Vor Kurzem habe ich mit Vipul Shah, Senior Manager of Product Management für Cisco SD-WAN, und Jim Brinksma, Megaports CTO, über die gemeinsame Lösung gesprochen. Die wichtigsten Punkte des ZKast-Interviews, das in Zusammenarbeit mit eWEEK eSPEAKS geführt wurde, finden Sie unten.
Siehe auch: Top-Cloud-Unternehmen
- 2020 ging Cisco eine Partnerschaft mit Megaport ein, um die Zeit für die Anbindung von SD-WAN-Standorten in Unternehmen an Clouds erheblich zu verkürzen. Später führten die beiden Anbieter integrierte Funktionen für Cisco Software Defined Cloud Interconnect (SDCI) mit Megaport Virtual Edge (MVE) ein. Dabei handelt es sich um einen bedarfsgesteuerten, herstellerneutralen Network-Function-Virtualization-(NFV-)Dienst, der die Konnektivität von Niederlassungen zu Clouds ermöglicht.
- Megaport stellt eine private Verbindung zwischen Netzwerkstandorten und Clouds bereit. Mit MVE können Organisationen Netzwerkfunktionen in Megaports privatem globalem softwaredefinierten Netzwerk (SDN) hosten. Das Netzwerk umfasst mehr als 700 Megaport-fähige Rechenzentren und über 200 Cloud-Onramps zu den meisten großen Cloud-Anbietern, darunter AWS, Microsoft Azure, Google Cloud, Oracle und weitere.
- MVE nutzt Geräte, die sowohl Netzwerk- als auch Rechenkapazitäten bieten. Auf der Rechenseite können Organisationen virtuelle Instanzen von SD-WAN-Controllern und anderen Netzwerkfunktionen betreiben. Auf der Netzwerkseite wird ein Transit-Gateway zum privaten Netzwerk von Megaport bereitgestellt, sodass Organisationen Niederlassungen mit Clouds, Niederlassungen miteinander, Niederlassungen mit Rechenzentren, Rechenzentren miteinander und vieles mehr verbinden können.
- Die Partnerschaft von Cisco mit Megaport vereinfacht die Verwaltung des gesamten Netzwerks über eine allgegenwärtige Plattform. Die meisten SD-WAN-Lösungen konzentrieren sich auf die letzte Meile, Cisco nimmt jedoch die mittlere Meile in Angriff. Organisationen können die Megaport-Underlay-Verbindung über einen einzigen automatisierten Workflow mithilfe des Cisco-SD-WAN-vManage-Controllers bereitstellen. Die kombinierte Lösung aus Cisco SD-WAN Cloud Interconnect und Megaport MVE garantiert Service Level Agreements (SLAs) und verbindet Nutzer und Apps jederzeit und überall mit jedem Netzwerk.
- Der wichtigste Anwendungsfall für Cisco SD-WAN Cloud Interconnect mit Megaport ist die Verbindung von Multi-Cloud-Workloads. Die Lösung vereinfacht den operativen Betrieb globaler Netzwerke. Früher erforderte die Bereitstellung von Konnektivität zu Cloud-Anbietern individuelle Punkt-zu-Punkt-Verbindungen. Die Verwaltung von Richtlinien und Virtual-Private-Network-(VPN-)Tunneln für jede Cloud war aufwendig, während die Bereitstellung Wochen oder sogar Monate dauern konnte.
- Jetzt können Unternehmen über den Cisco-SD-WAN-vManage-Controller in 10 Minuten oder weniger Netzwerkverbindungen zu ihren Multi-Cloud-Umgebungen einrichten. Netzwerkadministratoren profitieren von einer vollständigen Stack-Automatisierung und erfüllen gleichzeitig die heutigen Anforderungen an niedrige Kosten und geringe Latenz, wodurch sich die Betriebskosten (OPEX) für Netzwerke deutlich reduzieren. Sie können ihre Richtlinien verwalten und die Konnektivität problemlos hoch- und herunterskalieren. Die Komplexität ist in die Lösung integriert.
- Cisco wird weiter in SDCI mit Megaport investieren. Kurzfristig werden Kunden zusätzliche Optionen für Konnektivität und Skalierung erhalten. Für Kunden, die beim Verbinden mit Multi-Cloud-Umgebungen eine durchgängige Verschlüsselung benötigen, kann ein SD-WAN über die Megaport MVE hinaus in die Cloud erweitert werden, indem der Cloud-Router von Cisco genutzt wird. Cisco plant, für seine Cloud-Router in der Megaport MVE höhere Bandbreiten bereitzustellen. Davon würden insbesondere risikoscheue Organisationen profitieren.
Siehe auch: NTT erklärt, warum und wann privates 5G sinnvoll ist

