15.000-US-Dollar-Bausatz für humanoiden Roboter soll zweibeinige Robotik für die breite Masse zugänglich machen

Menlo Research's Asimov.

Image: Asimov

May 20, 2026
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Das in Singapur ansässige Unternehmen Menlo Research hat eine neue DIY-Version seines quelloffenen humanoiden Roboters Asimov vorgestellt. Sie richtet sich an Entwickler, Robotikbegeisterte und Forschungsteams, die mit humanoiden Maschinen experimentieren möchten, ohne Millionen von Dollar auszugeben.

Der Roboter namens „Here Be Dragons Edition“ wird als vollständig unmontierter Bausatz zu einem Zielpreis von 15.000 US-Dollar angeboten. 

Nach Angaben des Unternehmens umfasst das Paket den Konstruktionsrahmen, Aktuatoren, Motoren, Sensoren, Kabelbäume, Montagehandbücher und Anleitungsvideos, die benötigt werden, um den humanoiden Roboter von Grund auf zu bauen.

Auf seiner Website beschreibt das Unternehmen das Projekt als für „jene gedacht, die einen humanoiden Roboter von Grund auf bauen wollen“, und erklärt, dass das Ingenieurteam den Erbauern über Support-Kanäle auf Discord helfen wird.

Der Roboter ist 1,20 Meter groß, wiegt 35 Kilogramm und verfügt über mehr als 25 Freiheitsgrade. Menlo Research zufolge sind einige Komponenten der Roboterarme leistungsfähig genug für Bizepscurls mit etwa 15 Kilogramm und Seitheben mit 18 Kilogramm.

Quelloffenes Design setzt auf Anpassbarkeit

Im Gegensatz zu ausgereiften Verbraucherrobotern ist Asimov als flexible Forschungsplattform konzipiert, die Nutzer frei modifizieren können. Menlo Research vergleicht das Konzept mit Plattformen wie Raspberry Pi und Arduino – allerdings für humanoide Robotik.

Das Unternehmen erklärt, dass der Roboter handelsübliche Komponenten zusammen mit 3D-druckbaren Teilen verwendet, wodurch Reparaturen und Upgrades für die Erbauer einfacher werden. Laut Humanoids Daily ermöglicht die modulare Architektur des humanoiden Roboters den Nutzern, Arme, Beine, Oberkörper und Köpfe auszutauschen, ohne die gesamte Maschine neu konstruieren zu müssen.

Die meisten Strukturkomponenten sind für den 3D-Druck im Multi-Jet-Fusion-Verfahren optimiert. Das verringert die Abhängigkeit von teurer CNC-Fertigung und senkt zugleich die Kosten für Ersatzteile.

Der Roboter verwendet außerdem ein paralleles Revolute-Spherical-Universal-Sprunggelenksystem, das die Drehmomentverteilung und die Bewegung auf unebenen Oberflächen verbessern soll. Anstelle angetriebener Zehen setzt Asimov auf passive, bewegliche Zehengelenke, die den Halt und das Gleichgewicht unterstützen und zugleich die mechanische Komplexität verringern.

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Software, die sich an realen Unzulänglichkeiten orientiert

Neben der Hardware legt das Projekt großen Wert auf simulationsbasiertes Robotiktraining.

Laut Humanoids Daily nutzt Asimovs Software-Stack ein Simulationssystem, das das Unternehmen „Processor-in-the-Loop“ nennt. Anstatt Roboter in perfekten virtuellen Umgebungen zu trainieren, führt das System bewusst unordentliche Probleme der realen Welt ein, etwa Kommunikationsverzögerungen und verrauschte Sensordaten. 

Berichten zufolge simuliert das Setup CAN-Bus-Verzögerungen von bis zu neun Millisekunden und fügt über eine I2C-Emulationsschicht Sensorrauschen hinzu.

Der Roboter wird mithilfe eines asymmetrischen Actor-Critic-Modells für bestärkendes Lernen trainiert. Dabei erhält ein System genaue Simulationsdaten, während das operative System mit verzögerten und unvollständigen Informationen arbeitet, was die Bedingungen echter Hardware widerspiegelt.

Orientierung im Robotikmarkt

Mit 15.000 US-Dollar liegt der Asimov-Bausatz in einem prekären Zwischenbereich zwischen Spielzeug für Bastler und industriellen Plattformen im Wert von mehreren Millionen US-Dollar. Er ist deutlich teurer als die K-Bot Founder’s Edition von K-Scale Labs, die zuvor für 8.999 US-Dollar angeboten wurde. 

Allerdings die Robotikbranche erholt sich noch immer nicht von der jüngsten Schließung von K-Scale, die durch das Scheitern der Finanzierung einer Ausweitung der kapitalintensiven Fertigung ausgelöst wurde.

Indem Menlo Research den Roboter quelloffen hält, ihn annähernd zum Selbstkostenpreis der Materialliste verkauft und auf 3D-druckbare Designs setzt, scheint das Unternehmen bewusst die Falle der für hohe Stückzahlen erforderlichen Werkzeugkosten zu vermeiden, die zum Zusammenbruch des Konkurrenten geführt hat.

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Aminu Abdullahi

Aminu Abdullahi is a B2C and B2B technology and finance writer with more than six years of experience covering enterprise IT, cybersecurity, cloud computing, artificial intelligence, fintech, business software, and emerging technologies. His work has appeared in publications including TechRepublic, eWEEK, Channel Insider, Geekflare, Enterprise Networking Planet, eSecurity Planet, CIO Insight, and Webopedia. With a technical background in computer science, he specializes in translating complex technology topics into clear, accessible content for business leaders and decision-makers.

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