Ein humanoider Roboter, der für Fabriken gebaut wurde, ist eine Sache. Ein humanoider Roboter, der als „erster Körper im“ Kampfgebiet eingesetzt werden soll, ist etwas völlig anderes.
Das Robotik-Startup Foundation erklärt, bis Ende 2027 50.000 seiner humanoiden Phantom-Roboter herstellen zu wollen – einige für Lagerhäuser, andere für das US-Militär. Mit einer Größe von 5 Fuß 9 Zoll und einem Gewicht von 180 Pfund ist Phantom dafür ausgelegt, nahtlos zwischen ziviler Arbeit und Kriegsführung zu wechseln – eine Verschmelzung, die ihn zu einer der umstrittensten Maschinen in der Entwicklung macht.
In einem kürzlich geführten Interview, sagte CEO Sankaet Pathak, Phantom sei dafür gebaut, „der erste Körper im … und tödlich“ zu sein, obwohl tödliche Entscheidungen weiterhin unter menschlicher Kontrolle blieben – ähnlich wie bei Drohnen, die derzeit bei Militäreinsätzen verwendet werden.
Und Foundation macht schnell Fortschritte: Das Unternehmen behauptet, in nur 18 Monaten von der Gründung zu einer funktionierenden Produktion gelangt zu sein. Die rasante Entwicklung der Robotik wurde durch die Übernahme erfahrener KI-Softwareteams und moderner Aktortechnologie unterstützt. Nach Angaben des Unternehmens haben diese sowohl die Steuerungssysteme als auch die physische Leistungsfähigkeit seiner Roboter beschleunigt.
Das 2024 gegründete Unternehmen will in diesem Jahr etwa 40 Roboter bauen, die Produktion 2026 auf 10.000 steigern und 2027 weitere 40.000 herstellen. Foundation will seine Phantoms für ungefähr 100.000 US-Dollar pro Roboter und Jahr vermieten, statt sie zu verkaufen, und zielt auf eine kleine Zahl von Regierungs- und Unternehmenskunden ab.
Wege in Krieg und Arbeit
Foundations Ambitionen im Robotikbereich stehen in starkem Gegensatz zu denen anderer Unternehmen für humanoide Robotik, etwa Tesla Optimus, Apptronik, und 1X, die sich vor allem auf industrielle und kommerzielle Einsatzbereiche konzentriert haben, statt ausdrücklich Hardware für den militärischen Einsatz zu entwickeln.
Der Vorstoß des Unternehmens in militärische Anwendungen wirft zahlreiche schwierige Fragen zur Verteidigungspolitik, Ethik und den Risiken einer Eskalation auf – in einem Bereich, in dem Einsatzentscheidungen schwerwiegende geopolitische Folgen haben. Gleichzeitig bewirbt Foundation Phantoms auch als produktive Arbeitspferde , um möglicherweise einen konventionelleren Weg zum Erfolg einzuschlagen.
Wenn die Roboter die versprochene Leistung erbringen, könnten die Folgen für den industriellen Arbeitssektor erheblich sein.
Foundation argumentiert, dass ein humanoider Roboter, der fast 24 Stunden am Tag arbeiten kann, drei bis fünf menschliche Arbeitskräfte ersetzen könnte, wodurch sich die Kosten für Fabriken, Lagerhäuser und Logistikbetriebe möglicherweise senken ließen. Bei nahezu vollständiger Auslastung schätzt das Unternehmen die Einsparungen im Vergleich zu menschlicher Arbeit auf bis zu 166.000 US-Dollar pro Roboter und Jahr. Unter Berücksichtigung von Ausfallzeiten und menschlicher Überwachung sinkt dieser Betrag jedoch auf 90.000 US-Dollar.
Es handelt sich um eine optimistische Prognose, die sich in der gesamten Branche noch nicht bewährt hat, wo humanoide Roboter die menschlichen Benchmarks bei Geschwindigkeit, Geschicklichkeit und Zuverlässigkeit im großen Maßstab noch nicht übertroffen haben. Weder Foundation noch seine Wettbewerber konnten in komplexen Szenarien der realen Welt eine anhaltende Leistung auf menschlichem Niveau nachweisen; laufende Wartung und menschliche Überwachung könnten die prognostizierten Einsparungen schmälern.
Das Argument für Regulierung
Es gibt einen Grund, warum Foundations Phantoms im aktuellen Feld der Entwicklung humanoider Roboter herausstechen: Der offene Bau eines Kriegsroboters wirft zu Recht ethische Bedenken auf, mit denen wir uns möglicherweise noch nicht vollständig auseinandersetzen können.
Foundation argumentiert, dass seine Roboter die Risiken für menschliche Soldaten verringern können, indem sie gefährliche Aufgaben wie Aufklärung, den Transport von Nachschub und das Eindringen in Gebäude in Kriegsgebieten übernehmen. Pathak hat zudem angedeutet, dass ein großflächiger Einsatz als Abschreckung dienen und dadurch möglicherweise die Wahrscheinlichkeit eines Konflikts verringern könnte.
Kritiker halten jedoch für möglich, dass das Gegenteil eintritt. Wenn der menschliche Preis eines Einsatzes sinkt, könnte militärisches Handeln politisch und strategisch attraktiver werden und das Eskalationsrisiko steigen. Darüber hinaus ist das ethische Dilemma rund um bewaffnete humanoide Systeme ungelöst, und regulatorische Rahmenbedingungen für diese Technologie sind nahezu nicht vorhanden.
Foundations Strategie lässt die Distanz zwischen Fabrikwerkzeugen und Schlachtfeld-Hardware schrumpfen – vielleicht schneller, als es jedem lieb sein dürfte, der die Terminator-Filme gesehen hat. Wenn humanoide Roboter wie Phantom an Bedeutung gewinnen, beginnt das Rennen darum, rechtliche, ethische und politische Rahmenbedingungen für ihren Einsatz zu schaffen, bevor sie in umkämpftes Terrain losgelassen werden.
Der globale Wettbewerb in der Robotik nimmt an Fahrt auf – ein aktuelles Beispiel ist China debuting a six-armed robot.

