Adobe stellte auf der Adobe MAX 2025 KI ins Zentrum seiner kreativen Zukunft und präsentierte den Express-KI-Assistenten für dialogbasierte Gestaltung sowie Firefly Foundry, eine Plattform zum Erstellen individueller generativer Modelle. Das Duo markiert ein neues Kapitel in Adobes Bestreben, Kreativität mit Intelligenz zu verbinden.
Die in Los Angeles vorgestellten Ankündigungen erfolgten, als David Wadhwani, Adobes President of Digital Media, erklärte, die Kreativbranche durchlaufe „eine unglaublich wichtige Transformation – angetrieben von zwei gewaltigen Trends: generativen KI-Modellen und dialogorientierten KI-Agenten“.
Design wird mit dem neuen KI-Assistenten zum Dialog
Adobes neuer KI-Assistent in Adobe Express verwandelt die Gestaltung in einen Dialog. Die Betafunktion ermöglicht es Nutzern, zu beschreiben, was sie möchten, und zuzusehen, wie Express dies innerhalb von Sekunden zum Leben erweckt.
Govind Balakrishnan, Senior Vice President und General Manager von Adobe Express, erklärte, das Tool „verändert die Art und Weise, wie man gestaltet“, indem es Reibungsverluste beseitigt und Menschen dabei hilft, „Inhalte jenseits von Vorlagen zu erstellen, die ihre einzigartige Marke oder Vision widerspiegeln“.
Diese Vision wird durch eine Reihe von Funktionen zum Leben erweckt, die das Erstellen mühelos machen:
- Erstellen im Dialog: Der Assistent verbindet dialogbasiertes Erstellen und Bearbeiten mit einem kontextbezogenen Verständnis von Designelementen. Nutzer können Schriftarten, Hintergründe oder Farben einfach per Anfrage ändern, ohne nach Werkzeugen oder Ebenen suchen zu müssen.
- Versteht, was gemeint ist: Er kann offene Eingaben wie „mach das tropischer“ interpretieren und die visuellen Elemente automatisch mit üppigem Blattwerk und kräftigen Farbtönen auffrischen. Anschließend kann er kontextbezogene Anregungen geben, etwa: „Möchtest du die Schriftart passend zu deinem neuen Thema ändern?“
- Bearbeiten ohne Neustart: Der KI-Assistent ermöglicht es Nutzern, bestimmte Elemente wie Bilder, Schriftarten oder Ebenen anzupassen und dabei den Rest des Designs zu bewahren. Er funktioniert außerdem über Chatbot-Plattformen, sodass Kreative unabhängig von ihrem Aufenthaltsort direkt im Dialog gestalten können
Im Hintergrund greift das System auf Adobe Firefly und Modelle von Drittanbietern zurück, um „die beste KI für die jeweilige Aufgabe“ auszuwählen. Adobe zufolge wurde es anhand bewährter Methoden der Kreativbranche trainiert – von der Farbharmonisierung bis zum Layout – und bringt so professionelles Gespür für Gestaltung zu Nichtdesignern.
Als Nächstes folgen Funktionen für Unternehmen, darunter gesperrte Vorlagen, die Erstellung von Inhalten im Stapel und Freigabe-Workflows. Damit erhalten Teams einen dialogbasierten Weg zur markengerechten Produktion.
Firefly Foundry gibt Marken eine eigene Schmiede für generative KI
Firefly Foundry bringt Adobes generative KI in Unternehmen und ermöglicht es Firmen, private, markenspezifische Modelle zu erstellen, die mit ihren eigenen kreativen Ressourcen trainiert werden. Diese Modelle können Bilder erzeugen, Videos, Audio, Vektorgrafiken und 3D-Inhalte, die auf die visuelle Identität und den Ton der Marke abgestimmt bleiben.
In einer Keynote, an der Corey Noles von The Neuron (einer Schwesterseite von eWeek) teilnahm, erklärte Balakrishnan: „Mit neuen Modellveröffentlichungen Schritt zu halten und mehrere Konten zu verwalten ist teuer, anstrengend und mühsam. Es lenkt von dem ab, was wirklich zählt – dem kreativen Flow.“ Er fügte hinzu: „Um dies zu vereinfachen, geht Adobe drei Verpflichtungen ein: unsere eigenen Firefly-Modelle bereitzustellen, die besten Modelle aus der gesamten Branche zu integrieren und euch zu ermöglichen, eigene Modelle zu erstellen.“
Firefly Foundry wurde rund um vier zentrale Fähigkeiten entwickelt:
- Training mit eigenen IP-Rechten: Nutzt die eigenen kreativen Bibliotheken eines Unternehmens, um Modelle feinzujustieren, die dessen visuelle Sprache und Werte widerspiegeln.
- Funktioniert in jedem Format: Erzeugt Bild-, Video-, Audio-, Vektor- und 3D-Inhalte, sodass Teams Inhalte über alle Kanäle hinweg konsistent skalieren können.
- In Adobe-Tools integriert: Ist direkt in Creative Cloud, GenStudio, Firefly und Express integriert und bringt markengerechte Intelligenz dorthin, wo Kreative bereits arbeiten.
- Unternehmenskontrolle integriert: Jedes Modell basiert auf Adobes Framework für verantwortungsvolle KI, ist sicher und transparent und wird über ein einheitliches Dashboard verwaltet.
Das ist der Versuch des Unternehmens, KI nicht nur intelligent, sondern eindeutig markengerecht zu machen.
Adobes einheitliche KI-Strategie
Adobe verzahnt seine Tools miteinander, damit sich das Erstellen nahtlos anfühlt – ganz gleich, ob es mit einer Eingabe in Express oder einem in Firefly Foundry erstellten Markenmodell beginnt.
Wadhwani zufolge besteht Adobes Ziel darin, „diese Technologien zu euch zu bringen und euch dabei ins Zentrum des kreativen Prozesses zu stellen“. Er fügte hinzu: „Generative KI entwickelt sich rasant – und das sind gute Nachrichten für alle Kreativen.“
Es ist eine Roadmap, die KI von einer Funktion in einen kreativen Partner verwandelt – einen Partner, der sich mit den Menschen bewegt, die ihn nutzen, statt ihnen vorauszueilen.
Einige Akteure aus der Finanzwelt schlagen angesichts der Marktdynamik rund um KI Alarm. Ein Analyst warnte, der heutige Boom könnte selbst die Dotcom-Blase an Ausmaß übertreffen.

